Angela Merkel, ein machiavellischer Traum

merkel

Über die Politik der amtierenden deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel wird viel gerätselt. Vor allem, weil sie so wenig Angriffsfläche bietet, sich nur sehr sparsam äussert, und wenn, dann lieber in Allgemeinplätzen wie „wir schaffen das“ oder wahlweise „wir müssen den Gürtel enger schnallen“. In jüngerer Vergangenheit reagierte die Öffentlichkeit immer wieder völlig erstaunt über die unerwarteten Reaktionen und Entscheidungen Merkels, gerade angesichts der aktuell tobenden Flüchtlingskrise. Caveat:

Wir haben in Deutschland (und im reichen Teil Europas) keine Flüchtlingskrise, sondern maximal eine Nazikrise, in der es dem rechten Rand erlaubt wird, jährlich tausende von Gewalttaten auszuüben. Womöglich um einen abschreckenden Effekt auf Refugees und/oder Kapitalismuskritiker zu erzielen.

Zurück zu Merkel und ihren angeblich so unberechenbaren politischen Kurs. Der nur solange unberechenbar erscheint, bis man ihn vorurteilslos betrachtet, auch um den Preis eigener liebgewonnener Vorurteile. Das erste, von dem wir uns widerstrebend trennen müssen, um die Politik Merkels zu verstehen, ist der uns allen anerzogene Sexismus. Sorry, aber wir alle haben Reste einer Rollenorientierung in uns, die dem Mann ein tatkräftiges, vernunftgesteuertes Handeln und der Frau eine emotionale Heransgehensweise unterstellt. Ist natürlich kompletter Quatsch, aber wir alle glauben es trotzdem, und verhalten uns deswegen so.

Im Fall Merkels gehen wir also davon aus, dass sie sich in erster Linie als Frau verhält. Und weil sie definitiv keinerlei Sexappeal ausstrahlt, unterstellen wir ihr rein mütterliche Gefühle, nennen sie „Mutti Merkel“ und wünschen uns, von ihr umsorgt und beschützt zu werden. Winziges Problem: Das ist alles Einbildung, und in Realität folgt Angela Merkel den Prinzipien, die in sehr deutlicher Form in der frühen Renaissance (nämlich 1513 im Buch „Der Fürst“) vom Florentiner Niccolò Machiavelli zu Papier gebracht wurden. Vergleicht man diese Anleitung zum Erringen und Bewahren von Macht mit der Politik der deutschen Bundeskanzlerin, dann wird für jeden verständlich: Hier geht es nicht um Mütterlichkeit oder Moral, sondern einzig und allein um Herrschaft. Ohne den bei Herrschern verbreiteten Selbstdarstellungstrieb. Prüft man die Entscheidungen der Politikerin anhand Machiavellis Empfehlungen, dann sieht man alle notwendigen Schritte klar vor sich: Die Bereitschaft zur Mitarbeit im jeweiligen Staatssystem, ob das nun DDR under BRD heisst, die Orientierung an den Mächtigen (lange Zeit an Helmut Kohl), die Entfernung aller Konkurrenten aus für sie gefährlichen Positionen, und schliesslich das Beanspruchen einer Position der Menschlichkeit, Vernunft und Moral im Angesicht einer erstarkenden rechtsradikalen Bewegung; leichter konnte Merkel auf keinem anderen Weg zur gemeinsamen Kanzlerin aller bürgerlichen Kräfte (Union, SPD, Grüne) werden und ihre Macht (und Wiederwahl 2017) damit unverrückbar zementieren. Der rechte Rand aus Pegida und AfD dient hier nur als Werkzeug erfolgreicher machiavellischer Politik.

Natürlich bringt Merkels Wirken auch einen Vorteil, nämlich den der Stabilität; dieser wird allerdings vom Grossteil der Bevölkerung im Rahmen der damit verbundenen Austerität teuer bezahlt. Enden wird diese rein auf moralfreie Macht konzentrierte Herrschaft einer Angela Merkel erst, wenn es dem bürgerlichen Lager gelingt, sich von der selbsternannten Mutterfigur zu emanzipieren. Und das kann dauern. Inzwischen sollten wir, die wir den Wunsch haben, diese Welt für eine möglichst grosse Zahl von Menschen erträglicher oder sogar besser zu machen, die Stabilität und Berechenbarkeit dieser Machtpolitik nutzen. Wenn wir Machiavelli zuhören, wissen wir, was Merkel als nächstes tut, und müssen nicht mehr überrascht sein.

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21 Kommentare

  1. „Wenn wir Machiavelli zuhören, wissen wir, was Merkel als nächstes tut, und müssen nicht mehr überrascht sein.“

    Wenn Sie von Merkel überrascht sind, haben Sie selber schuld.

    Sie war das „kleines Mädchen“ von Kohl – glaubte Kohl.

    Und sie war die erste, die ihn in den Arsch getreten ist, als er mit seinem schwarzen Köfferchen durch die Lande zog, um „Spenden“ für seine Partei einzusammeln.

    Zu dem Zeitpunkt hätten die aufmerksamen Menschen bereits erkennen müssen, wen Herr Kohl sich da „eingefangen“ hatte.
    Sie wusste es auf jeden Fall.

    Übrigens: schon damals besaß diese Frau kein Sexappeal. Wahrscheinlich weiss sie gar nicht was das ist und ihr Mann auch nicht.
    Vielleicht spielt sie zu Hause die Domina und hält ihren Mann eingesperrt. Und der findet Gefallen daran. Wer weiß das?

    Dass ihr immer noch so viel auf den Leim gehen – ist für mich unverständlich.

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  2. @Thomas
    Aber die meisten schwelgen doch nicht im Kapitalismus.
    Das ist doch nur ein geringer Teil der Bevölkerung.

    Die meisten Menschen müssen doch zusehen, wie sie mehr oder weniger gut über die Runden kommen.

    Vielen Dank für die Website. Könnte man an einige Politiker schicken, denn die scheinen ihre „Führerin “ noch immer nicht zu kennen – aber haben wohl eher Angst um ihren Sessel im Plenarsaal, den sie dann wohl abgeben müssten, wenn sie nicht mehr „hinter ihr stehen“.

    Die Scheißer sind alle gleich. Egal, wen man wählt.
    Ich habe Jahrelang gewählt und nichts verändern können.
    Jetzt ist Schluss.

    Von Machiavelli habe ich vor Lichtjahren mal einiges gelesen.
    Dem haben sie am Ende seiner Zeit, glaube ich , auch ganz schön zugesetzt.
    Bin gespannt, was sich am Sonntag abspielen wird.

    Grüße von Corvus….

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    • Zitat: „Aber die meisten schwelgen doch nicht im Kapitalismus.
      Das ist doch nur ein geringer Teil der Bevölkerung. Die meisten Menschen müssen doch zusehen, wie sie mehr oder weniger gut über die Runden kommen.“

      Genau mein Reden.

      „Die Scheißer sind alle gleich. Egal, wen man wählt.“

      Exakt das sage ich auch. Ich fühle mich von keiner Partei vertreten, außer vielleicht von „diem25“, aber die sind ja noch nicht wirklich am Start, leider.

      „Bin gespannt, was sich am Sonntag abspielen wird.“

      Ich auch.

      Gruß

      Thomas (der mal wieder nicht „anonym“ posten wollte ;) war wieder ein Bedienfehler meinerseits, man möge mir verzeihen)

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      • Danke für Deine Antwort. Von „diem25“ habe ich noch nie gehört. Werde aber mal ins Internet gehen, um mehr davon zu erfahren.

        Ich schätze, dass CDU, SPD und vor allem die Huren von Grünen eine in die Fresse kriegen.
        Bei CDU und SPD weiß man ja ungefähr, woran man war.

        Aber die Grünen haben sich seit ihrer Gründung von Petra Karin Kelly genau ins Gegenteil verkehrt.

        Die Käuflichsten von allen.

        Aber auch den Linken traue ich ebenfalls nicht. Ich hatte mal das Vergnügen, das Anwaltsbüro von Gysi kennenzulernen.
        Da weiß die linke Hand auch nicht, was die rechte tut – oder umgekehrt.
        Wenn sein Politbüro nach dem gleichen System funktioniert. Na, dann danke, lieb Vaterland.

        Mal sehen, was das für eine Show wird, heute Abend.

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        • Moin Corvus,

          Du liest den Blog hier nicht regelmäßig? Fritz hat das hier doch gepostet: https://11k2.wordpress.com/2016/02/10/gruendungskonferenz-des-diem-25/

          Ansonsten: http://diem25.org/home-de/

          Keine unserer Parteien strebt die Redemokratisierung wirklich an. Die Quittung ham’se jetzt.

          Gruß

          Thomas

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          • Nur kurz eine „Gute Nacht Antwort.“ Bin eben nach Hause gekommen, bin todmüde und habe Hunger wie ein Wolf – wie ein hungriger Wolf.

            Du scheinst ja ein Nachtmensch zu sein.

            Ja, von Varoufakis hatte ich gelesen, aber leider zu spät und darum den Vortrag verpasst.
            Warst Du da?

            Das kann man ja gar nicht alles lesen. Es gibt auch noch einen anderen Block. Dann käme man nicht mehr zum Schlafen.

            Varoufakis hat mir vom ersten Moment an gefallen und ich hätte ihm gegönnt, mit seiner Idee durchgekommen, aber die Widersacher bilden meistens die größte Gruppe.

            Ich hoffe, er war nicht zum letzen Mal in Berlin.

            Schlaf gut.
            Corvus

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  3. wie du schon wieder die flüchtlingskrise versuchst zu relativieren.. das ist einfach ekelhaft. lauf mal durch neuköln und schau dir gelungene integration an..
    entweder setzt der staat berge in bewegung um die fehler der vergangenheit nicht zu widerholen oder er schmeisst die fremden einfach wieder raus. in 30 jahren haben wir sonst 50% muslime und die fordern dann (berechtigt) scharia statt grundgesetz. aber du musst wissen, was für „deine“ kinder das beste ist..
    da der staat mit sicherheit nichts für eine erfolgreiche integration tun wird, soll er sie folglich besser rauswerfen.

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    • Knurr, ich kann das Wort „Flüchtlinge bzw. Flüchtlingskrise“ inzwischen auch nicht mehr hören.

      Was sind die anderen denn, die keine Flüchtlinge sind und trotzdem fast soviel bekommen, wie ein Harz 4 Empfänger.

      Nur das die nicht nachweisen müssen, wie viel Geld oder Vermögen sie noch zu Hause haben.

      Mir hängt diese Dauerkrise inzwischen zum Halse heraus und die der Gutmenschen ebenfalls.

      So, einen schönen Wahlabend mit viel Gags wünsche ich.

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      • @corvus: volle Zustimmung. Das Problem, welches wir hier haben, ist fast so alt wie die Menschheit. Nur durch die Globalisierung ufert es jetzt total aus.

        Freilich haben wir keine Nazikrise. Im Gegensatz zu den Aslybewerbern werden die nämlich nicht mehr.

        Der Wahlabend war ja schon spaßig. Es hat leider noch nicht genug gescheppert. Merkel macht unbeirrt weiter. Das war auch zu erwarten und überrascht mich nicht.

        Es schaut leider so aus, daß AfD wählen eine der letzten verbliebenen LEGALEN Möglichkeiten ist, gegen das System aufzubegehren. Das kann keine Nazipartei sein, denn so viele Nazis gibt es gar nicht, um das Wahlergebnis zu erklären.

        Was macht die AfD denn? Sie sagt offen: wir haben keine Lösungen für euch. Wir verarschen euch. Wir schränken Freiheit ein, wir schränken die geschlechtliche Gleichstellung ein, wir versauen die Umwelt und scheißen auf das Volk.

        Und damit tun sie EXAKT das, was die Politik sowieso mehr und mehr tut. Nur sagen sie es ehrlich. Das Erstarken dieser Partei bedeutet, daß die Leute aufwachen und dem System den Spiegel vorhalten: „Guckt mal, das seid in Wahrheit ihr!“.

        Ich verweise nochmal auf privacy-handbuch.de -> lesen!

        Wir haben keine Nazikrise. Wir haben schon sowas wie eine Asylantenkrise. Das ist freilich meine persönliche Meinung. Die, die wirklich Hilfe brauchen, schaffen es in vielen Fällen gar nicht bis zu uns. Die verrecken irgendwo und tauchen -wenn überhaupt- in irgendeiner Randnotiz auf. Ich sage: etliche Millionen sind schon aufgefressen worden von diesem kaputten System. Da hilft es wenig, hier einfach die Grenzen aufzumachen und zu sagen „kommt doch alle her“. Die, die es tatsächlich schaffen, sind in vielen Fällen keine Bedürftigen. Und ehrlich: an deren Stelle würde ich es möglicherweise ähnlich machen. Deutschland, das Land, in dem sie Dir das Geld mit ’ner Portion Zucker in den Ar… blasen. Warum auch nicht? Schade, daß ich weder arabisch kann noch syrisch aussehe. Ich hätte das schon mal gerne ausprobiert, wie es ist, hier als Syrer anzukommen.

        Und das ist doch der wahre Faschismus, dieser Krieg Reich gegen Arm. „Ihr seid arm? Euer Problem. Ihr seid für uns nur Flipperkugeln in einem riesigen Flipper, und könnt gar nichts dagegen machen“. Jo. Außer AfD wählen vielleicht. Daß die AfD keine Probleme löst, wissen die meisten ihrer Wähler. Die haben es einfach satt, daß Politiker nicht für’s Volk arbeiten, sondern für die Machtelite. Sie sind keine Diener des Volkes, sondern deren Sklavenhalter. Das hat mit Demokratie im Grunde nichts mehr zu tun.

        Und dann kommt eine Partei daher, die die Frechheit besitzt, GENAU DAS auszusprechen.

        Vielleicht wacht ja doch mal jemand auf, der das Charisma hat, wirkliche Veränderungen zu bewirken. Varoufakis wünsche ich es. Ich war übrigens leider nicht da, hab ich ja im von mir verlinkten Thread auch geschrieben. Meine Sorge ist, daß „diem25“ als Bewegung nicht stark genug wird, um etwas zu bewegen. Ich bin jedenfalls dabei.

        Gruß

        Thomas

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        • Charisma,Thomas, reicht nicht. Das hatten wir ja bereits mit Obama, der auch durch sein Charisma die Welt und seine Wähler begeisterte. „Yes, we can.!“ Alle haben sie mit geschrien, sogar hier in Berlin. Noch vor seiner Wahl zum Präsidenten.

          Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben, nur ein Mann mit vielen Furchen ist zurückgeblieben.
          Das Lächeln ist ihm vergangen.

          Er hat es nicht einmal geschafft, Guantanamos aufzulösen und die Insassen vor ein ordentliches Gericht zu stellen.

          Ich habe diesem Mann von Anfang an nicht getraut.

          Schauen Sie sich doch mal die heuchlerischen und verkniffenen Gesichter der Politiker an – allen voran Merkel.
          Lügen macht hässlich!

          Ich bin, glaube ich, sehr resistent gegen Jubel und Hurraschreie.
          Das habe ich meinem Vater zu verdanken, der mich schon als kleines Mädchen zum selber Denken erzogen hat.

          Also sich immer die Leute genau betrachten und nicht vergessen – zu denken.

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          • Wir driften etwas vom Topic ab, aber auf angenehme Weise. Über Obama vermag ich nicht zu urteilen, da ich ihn nicht persönlich kenne. Mag sein, daß er, wie Du schreibst, anders denkt als er spricht. Mag aber auch sein, daß er im System zerrieben wurde, weil auch er es nicht bändigen konnte, und im Gegensatz zu den Kennedy-Brüdern nicht ermordet wurde. Es kann so vieles sein.

            Ich bin auch keiner, der Kundgebungen beiwohnt, um das Getöse zu verstärken, welcher Couleur auch immer. Mir hat man das Selberdenken nicht abgewöhnen können, das hat mir viele Feinde gemacht. Irgendwann hab ich mir gesagt: scheiß drauf. Viel Feinde, viel Ehr. Naja, nicht wirklich. Man kann nun wirklich nicht sagen, daß ich „es geschafft“ hätte, wie es versucht wurde, mir beizubringen. Bedeutet hier: Kohle machen, andere ausbeuten. Und weißt Du ganz ehrlich: ich bin sogar ein bißchen stolz drauf. Zumindest zum Teil. Denn das System hat mich zum Dank dafür ausgespuckt, ich gelte offiziell als erwerbsunfähig. Dafür haben wir ja nun viele „Ersatzspieler“ aus dem nahöstlichen Raum, die meine Defizite ausgleichen werden. Ja, Mutti Merkel, das werden sie ganz sicher, denn wir schaffen das. Am Arsch!

            Sorry für die harten Worte. Wäre ich nicht ausgerechnet Hesse, hätte ich diesmal für die AfD gestimmt. Aus purem Protest, und in Ermangelung echter Alternativen.

            Gruß

            Thomas

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          • Manchmal ist das Abdriften ganz interessant. Wie Du ja sicherlich auch weisst, sind es die Nebenstrassen, die man nicht vernachlässigen sollte, ohne die Hauptstrasse aus den Augen zu lassen.
            Ich habe aber wie Du die Hauptstrasse oft gar nicht wiedergefunden.
            Bin ein Nonkonformist – auf welchen Terrain auch immer.
            Inzwischen habe mich damit gut eingerichtet.
            Und ich schätze, Du auch.

            Ebenfalls wie Du habe ich mich von der sogenannten Gesellschaft nicht abrichten lassen.

            Natürlich ist Obama vom System aufgerieben worden. Aber das hat er ja als kluger Junge wohl wissen müssen, was da auf ihn zukommt.
            Er hat schließlich dieses System gewählt.
            Mit gefangen – mit gehangen.
            Mir tut er nicht leid.

            Ich kenne Obama eben sowenig wie Du, aber Du glaubst gar nicht , wie man in einem Gesicht lesen kann, selbst wenn es ein Pokerface ist, wie das von Obama oder seiner Genossen.

            Meinst Du mit etwa Hermann Hesse? Mit ihm würden wir wieder vom Topic abdriften.
            Hochinteressant sind die Briefe von ihm.
            Hast Du sie gelesen?
            Es würde Dich sehr überraschen, seine Meinung zu einigen Themen zu vernehmen.
            Das würdest Du bei Hesse gar nicht vermuten.

            Also warten wir mal ab bis zum nächsten Jahr. Da wird sich einiges tun.
            So, jetzt gehe ich in die Dodofalle.

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  4. Ich glaube, wir haben es hier mit einem allgemeinen Misstrauen gegen „verwestlichte Ossies“ zu tun. „Mutti Merkel“ war eben auch von dem Misstrauen gegen alles Oestliche [letzthin wieder sichtbar geworden in ihrem Umschwung von Nicht-in-Kriegen (oder Buergerkriegen) mitmachen, zum Mitmachen in der Ukraine] und der (falschen) Hoffnung auf den (besseren) „Freien Westen“ in die CDU gelenkt worden – wohl auch mit etwas Glauben an das „C“, was einer Pastorentochter ja auch ansteht.
    Ich habe dabei, in ihrer ersten Phase, in der sie Herrn Schroeder in seiner Ablehnung der US Kriegspolitik folgte [und auch dabei ihren „liberalen“ (aber nur in seiner „Orientierung“) Aussenminister schlicht kaltstellte] sehr geachtet – und war dann umsomehr enttaeuscht, als sie in Sachen der Maidan- und Odessamassaker, wohl aus altem DDR-Verdacht russischer Schlechtigkeit (was ja auch unsere Presse und Medien heftig unterstuetzten), ihre Solidaritaet den Moerdern zuteilte.- Wieviel Taeuschung und wieviel Zwang dabei zuwege waren, sei dahingestellt. Die Logik der Menschlichkeit wich hierin dem Gehorsam des „Pudels“, den wir ja schon von Mr. Blair kannten, und den Mr. Cameron (wie auch Messieurs Sarkasmy und Sauce Hollandaise) weiterhin sichtbar vorstellt.
    Frau Merkels Einstehen fuer Menschlichkeit [ihre unsinnige Ukraine-Stellungnahme beiseite] hat mich dann wiederum beeindruckt. Ein/e Politiker/in, der/die seine/ihre eigene Stellung riskiert, um richtiges zu tun, ist bewundernswert.
    Dass sie die Fluechtlingswelle durch ihre offene „Einladung“ bewirkt haette, scheint mir zu „politisch korrekt“, d.h. in die eigene Linie passend. Die vielen Menschen brachen zuerst durch das offene Fenster des libyschen Chaos – und das war die Welle, die das Beispiel gab. Die naechste Welle hat sehr wahrscheinlich mit tuerkischen Wuenschen der EU-Mitgliedschaftwesentlich mehr zu tun als mit Frau Merkels offener Menschlichkeit.
    Dass ihr Gesichtsausdruck dadurch von Sorgen gepraegt ist, kann nicht wundern – und sollte nicht schaebig interpretiert werden.
    Dem, was oben zu Herrn Obamas Gesichtsaudruck gesagt wurde, wuerde ich viel schaerfer anmerken, dass er sicher ein leichteres Spiel mit den Menschen im Orient erwartet hatte – wie ja auch sein Vorgaenger. Nur war Bush junior wahrscheinlich auf Saudische Hinweise, Luegen und Empfehlungen hereingefallen und ging vollauf in den Krieg.
    Herr Obama tat all dies, das Morden und Gewinnmachen (das ja nicht ganz so klappte) wie ein Hintertreppenmoerder, mit Verstellung, Luegen, Vorschieben anderer zum Kaempfen (fuer ihn), und das alles auch sehr auf den Rat seiner Frau Clinton. Wie schon in seiner Jugend, bevorzugte er eben den Zugang von hinten.
    Was aber Frau Merkel angeht, so bin ich ueberzeugt, dass sie in ihren Absichten durchaus ehrlich ist – aber es vielleicht noch nicht ganz begriffen hat, wie sehr eben alles, das sichtbar. nicht unbedingt das wahre ist – weit davon entfernt.
    Sagen wir’s schlicht: Es ist 1984 – aber sie ist nicht ‚Big Brother‘.

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    • Man soll immer für seine Überzeugungen einstehen, egal, wie Sie ausgefallen. Können Sie auch bei Hermann Hesse nachlesen.

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    • Diese von Ihnen “ verehrte“ Frau Merkel, das kleine Mädchen von Herrn Kohl, wenn Sie sich erinnern, war die erste, die ihrem Förderer in den Arsch getreten ist.
      Dann von Ihnen:
      „Ich habe dabei, in ihrer ersten Phase, in der sie Herrn Schroeder in seiner Ablehnung der US Kriegspolitik folgte .“

      Seit wann war Merkel denn d’acord mit Schroeders Kriegspolitik.
      Was, wie sie schreiben ihr als Pastoren -Tochter gut anstand.
      Diese Pastoren-Tochter hat in Moskau studiert. Fragen Sie sich mal, warum.

      Sie ist als sie noch gar nicht Kanzlerin war, Busch in die Unterhose gekrochen, weil sie scharf darauf war, mit ihm gemeinsam in den Irak zu ziehen.
      Wann war diese Frau gegen irgendeinen Krieg?

      Sind Sie wirklich so naiv oder tun Sie nur so?.

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      • In Moskau haben viele studiert. Haette ich auch gemacht, obgleich mein erstes ‚Studium‘ an der Luftwaffenschule im Lechfeld war (aber auch mit Russisch). So manches andere stand damals nicht offen fuer DDR Menschen (auch Toechter von Pastoren – die nach Osten gingen als auch der Saarlaender Erich Honecker das tat – aus gutem Grund des deutschen Mc Carthyismus – sprich Wiederaufruestung).
        Das Frau Merkel „Herrn Schroeder in seiner Ablehnung der US Kriegspolitik folgte“ ist offenkundig in ihrer Ablehnung sich an den Verbrechen von Libyen und Syrien zu beteiligen – und auch war sie schon mit Schroeder in der Koalition!
        Kraeh‘ nicht, weisser Rabe, wenn der weise Uhu fliegt!

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        • Ha,ha, dass ich nicht lache. Da hat sie doch nur Schau betrieben, weil sie gegen Schroeder nicht angekommen wäre.
          Aber als sie noch nicht an der Macht war, da musste sie sich ja noch anstrengen, dieses Weib.
          Inzwischen sind ja alle Parteien ganz wild auf Krieg und diese Tussi hat keinen wirklichen Gegner mehr. Inzwischen sind wir auch in Syrien angekommen, weiser Uhu.
          Überwachungsflüge dass ich nicht lache.

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  5. Hier noch etwas zum weiteren Bild der Zeit –
    die Verse weren vielleicht nicht ganz in der Linie bleiben:

    Die vier-ein-halb furchtbaren Reiter

    Grauen und Horror sind die “befreienden” Gaben jener,
    Welche sich immer als Rechtes und Freiheits Leuchte vorgeben,
    Doch, wo immer sie scheinen, Tod und Elend verbreiten.
    Wo der Erste so gerne als Rasender Ronald sich zeigte,
    Als eines Volkes Befreier und Retter von schwerer Bedrückung,
    War die Befreiung Zerstörung von Schulen und Morden von Lehrern,
    Wie auch das Pferchen der Frauen zurück aus dem Leben ins Haus.
    Doch er sah er nicht selber das schlimmste an seinem Siege,
    Das aus dem Samen erwuchs, den er doch so liebevoll pflegte:
    Ein Dutzend Jahre lang keimte solch glorreiches-Saatgut im Boden,
    Der in Shari’a und wenig befreitem Mittelalter verschwand,
    Ehe es sich der erstaunten Welt ganz voll offenbarte

    Doch auch im weiteren Umfeld war zunächst noch manches im Kommen,
    Noch mit Vernunft und begrenztem Kriege vom älteren Bush aufgehalten,
    Der jedoch Lücken zu schaffen in schwankenden Ländern nicht wollte,
    Sondern des schwankenden Landes Kontrolle nicht schlechthin fortnahm,
    Sondern in Sicherheit ließ vor erneuten velfachen Machtstrebern.
    Hoffnung war er, der weiteren Reiter des Schreckens Kommen zu hindern.

    Und weiter war dem Hoffen noch Raum gegeben, in simplem Verstehen,
    Daß Menschen, denen man Frieden vermelden und zusichern möchte,
    Dies nicht vertehen, wenn von Bill in Hunger gehalten, und Kinder sterben,
    In Zahlen weit schlimmer als je im Kriege zuvor, da Medizin vorenthalten.
    Nicht schlimmer waren doch Ronalds Dummstrategien, verwechselnd wohl
    Daß, was in seinem Westen nur wild, im fernen Osten eben mörderisch war
    So hätte doch einem jüng’ren mit höherer Bildung bess’res einfallen sollen
    Als nur auf CIA Weisung, Besiegten Gesundheit und Essen vorzuenthalten.
    Da wird soviel geredet von “Menschenrechten” – doch an sie zu denken,
    Wenn Not sie dringend erfordert, ist nicht wirklich gewahr dicken Bäuchen,
    Doch Elend ist kein Weg zu Frieden und Freunden – doch Feinde frohlocken,
    Wenn Torheit sie sehen, und keinen Willen zu Ländern ud Menschen zu lernen.
    So ratterte im Trommelschlag der Ritt der ersten Reiter des Todes wohl voran
    Bringend mit dem Ende von Freiheit Verderben und Hunger ins Land.

    Wer immer of Neues hoffte, war bald gar furchtbar varraten in allem Hoffen:
    Der bushige Sohn erwies sich als weit vom Vater entfernt, bar aller Vernunft,
    Und wo einen Schlag er verspürte, schlug er gleich dem ins Gesicht,
    Der ihm dazu grad richtig erschien, ob schuldig am Schlag oder nicht.
    So brach er ein in was Ronald einst hatte geschaffen, dem armen Volke
    Ein weiteres Jahrzehnt, nein zwei, des Krieges zu bringen, von dem sie doch Wahrlich mehr als genug, und als sie jemals verschuldet, erduldet hatten. Und doch, was konnte er schaffen, da doch alle Freiheit 20 Jahre zuvor
    Von Ronald verspielt worden war, die Schulen zerstört, Lehrer getötet,
    Lernwilllige Kinder beschossen, und Frauen noch mehr unterdrückt,
    Ihrer Freiheit beraubt, die nur kurze Zeit erlebt, und wieder verloren hatten.
    Doch George verstand’s wieder nicht: Bekriegen bringt keine Freiheit –
    Sie kommt nicht mt der Post, noch im Panzer, sondern sie wächst,
    Wo Menschen sie kennen und wollen – und auch dafür kämpfen,
    Was man ihnen gestohlen, und lange mit Waffen vorenthalten hatte.
    Wie weiland in Iran, wo sie Demokatie wahl kannten – und haben wollten,
    Doch schlimmer noch war dieser Reiter – das scheint ein Prozeß,
    In dem’s eines jeden Pflicht ist, den vor’gen weit zu übertreffen.
    So ritt er in den Hunger-Iraq, der kaum fähig war zu widerstehen –
    Mit größerem Elend daselbst sich größere Feind’ importierend.
    Zum erstenmal ward man gewahr des Namens der wilden Al Quaeda,
    Den niemand zuvor je vernommen, nur ihres Daseins gewärtig.
    Doch kleine unsichtbare Zellen machten sich sehr sark bemerkbar,
    Und klug war Bush II da gewesen, sich Vasallen ins Feld mitzunehmen –
    Die leicht und gut zu erreichen waren, nicht von Ozeanen verborgen,
    Und erhielten zumalen furchtbaren “Dank” in London wie in Madrid.
    Hätt’ man’ nicht wissen gesollt: Den Pudel tritt man, wenn der Herr zu groß
    Der 3tte Reiter ließ Länder zurück, machtlos und führerlos in Not und Elend,
    Wehrlos den finst’ren Mächten ausgeliefert, die er heraufbeschworen hatte
    Und selbst nicht mehr beherrschen konnt’ – trotz aller “Großmacht”.

    Wer aber immer glaubt’, dies sei des Elends Ende, wiesehr getäuscht ist der:
    Was zuvor g’rad Gewalt und Morden war, wurde zu Wissenschaft und Politik.
    War zweiter Bush direkt ins Land gestürmt, mit Pauken und Trompeten – Bomben und Panzern, und tat er seine Gloria mit off’nem Krieg,
    So war der vierte Reiter viel galanter, ein rauher Raufbold nicht wie Bush II.
    Wo jener mordete, ließ dieser morden: Er stiftete den Zwist im Hause an,
    Wo Waffen fehlten, sandte er sie schnell, von anderen (natürlich) übersee:
    Nach Libyen grad übers Mittelmeer – und seine Knappin tat’s nach Syrien.
    Wozu denn kämpfen und den Kopf riskieren, wenn and’re da sind?
    Man will doch den Gewinn, das Öl, und die Kontrolle über den Preis –
    Den Schaden trag’ ein an’drer, den man etwas gängelt nach eignem Plan,
    Doch nicht nach dessen Wohlsein, as keine Rolle spielt in diesem Spiel.
    So hat der 4te Reiter seinen Schlachthof, mit Folgen bis Nigeria, geschaffen,
    Oder auch besser schaffen lassen, denn so etwas ist nicht für “Gentlemen”:
    Die morden nicht – sie lassen’s für sich tun seit Macchiavell.
    Und wenn der treue Kämpfe Christoph Stevens, nachdem sein Teil getan,
    Benghazi allnächtlich gesäubert, und auch in Syrt’ und Tripoli gelungen,
    Von eig’nen Kämpfern selbst “gesäubert” wurde, war’s nur sein Risiko,
    Das er zu tragen, für den 4ten Reiter, sicherlich sehr bereit gewesen war.
    Und seine Knappin, aus dem Stall des 2ten, tat ihren Anteil in Arabien:
    ‘Hilaria’ war sie, wohl von Latein, ein ‘lustiges’ Geschöpf, und listig auch,
    Schlug sie doch him Erfolg des Hintertreppenmordens ihren Herrn
    Mit weitem Abstand, wie kein anderer: Es sagen manche, ¼ Million
    Sei ihre Abschußzahl in Syrien, doch and’re sagen mehr: 400.000.
    Und Flüchtlinge! Das Land ist so zerkriegt: Armeen gibt’s im Dutzend!
    Und dann ist da noch ISIL – und auch die haben’s von ihr bekommen,
    Wiewohl nicht alles: das Sarin-Gift kam wohl von Hohem Haus,
    Vielleicht ist’s auch ein Zelt, dort in der Wüste. Jedoch was macht’s:
    Man muß doch Freunde haben –und wenn Famile sitzt in Tel Aviv,
    Ist etwas Wahabi und Shari’a auch nicht so fremd, wie’s andern scheint.

    So reiten, ritten sie, sind sie geritten: Vier wackere und fürchterllcheReiter
    – Sowie die Knappin, in keinster Weise ihnen je nachstehend,
    Erbarm’ sich unser Gott, wie aller andern, die sie sehen mussten:
    Dort drunten reit’t der Tod,
    Herr, schütz uns vor der Not!
    Gib uns, daß wir von dem nichts haben,
    Woran sich ihr Augen laben:
    Nicht Öl, nicht Kupfer, nicht Uran,
    An selt’nen Erden nicht ein Gran!
    Halt’ sicher unser’n Heimatort
    Von all’m Demokratie-Export
    -Amen-

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