Bundesregierung will Urheberrecht weiter verschlechtern

Parisian_street_musician

Während wir uns Sorgen machen, wo denn alle die Flüchtlinge untergebracht werden sollen (was eigentlich kein Problem wäre) und wie man mit den neuen Naziverstehern umgehen soll (die allerdings wirklich ein Problem darstellen) wird das Klima für Künstler und alle Fans und Konsumenten von Musik, Film, Games, Büchern, Zeitungen kälter. Zumindest wenn die Bundesregierung mit ihrem Gesetzentwurf durchkommt.

Dieser nämlich weicht vom ursprünglichen Entwurf aus dem Bundesjustiz­ministerium erheblich ab und wird deswegen von allen Urheberverbänden massiv kritisiert, von der Unternehmenslobby dagegen gelobt. Würde das Gesetz wie vorgeschlagen verabschiedet, dann hätten Autoren, Schauspieler, Musiker und andere Krative eine eher schlechtere Position gegenüber den Verwerterfirmen, würden also weniger Geld für ihre Leistung bekommen. Und gerade in der Kreativbranche leben viele, wenn nicht gar die meisten, in der Gegend der Armutsgrenze. Wird das nochmal verschlechtert, dann gibt es eben weniger Musik, Film, Kultur für uns alle, während einige wenige Unternehmen noch mehr Profit machen als vorher. Das muss nicht sein. Diese Art von Ausverkauf müssen wir uns nicht bieten lassen (und nein, AfD wählen bringt hier nichts, im Gegenteil). Lest dazu den langen Bericht auf irights. pic Thepantheraleo cc by sa

4 Kommentare

  1. Freilich bringt AfD wählen nichts. Das zu erkennen fällt im Übrigen unter „Naziverstehen“.

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  2. solange die meisten „brav“ die scheiße von den konzernen kaufen wird ich nichts ändern. ganz im gegenteil.

    daran sind aber auch die meisten „künstler“ selber schuld.

    der erste schritt für diese wäre der massenhafte austritt aus der GEMA und sich, statt sich gegenseitig zu bekämpfen und gegeneinander hetzen zu lassen sowie potenzielle fans (also kunden) durch zB. anwälte anzupissen, zu organisieren.

    zumindest für musiker gibt es schon länger die möglichkeit sich der C3S (Cultural-Commons) lizenzierungsmöglichkeit anzuschließen – kommt aber nicht so richtig in gang bzw. vom boden.
    https://www.c3s.cc/ueber-c3s

    auch gibt es mittlerweile genügend plattformen zum anbieten und verkaufen. ein praktisch nutzbarer anfang wäre schon mal da.

    so gesehen:
    es sind doch die künstler selber die sich querlegen (aber immer groß herum-jammern).
    also drauf geschissen auf die künstler. sie sind selber schuld. sie haben mittlerweile einige, teilweise sogar sehr gute möglichkeiten, nutzen diese aber kaum.
    tja, wer stehen bleibt wird überfahren.

    das problem ist dass das gro der künstler totale egomanen und herumjammernde pussies sind und sich lieber gegenseitig wegen allerkleinsten (furz)-vorteilen tot-beißen würden (und gegeneinander hetzen lassen) anstatt sich zu solidarisieren. nirgends werden mehr messer mit lächelndem gesicht in rücken gestoßen wie in dieser branche (gemeint sind mehr oder weniger alle künstler).
    es gibt zwar schon ausnahmen, sogar löblichliche, aber die sind rar gesät. bei weitem populärer ist es sich bei jeder sich bietenden gelegenheit gegenseitig ein bein zu stellen und kräftig nachzutreten wenn einer schon am boden liegt.

    ich habe schon – wenn auch schon etwas länger her – in der branche im bereich veranstaltung, multimedia, betreuung und akquise gearbeitet und habe meinen teil gesehen. merci beaucoup.
    sich gegenseitig in die pfanne hauen – um dem anderen ein engagement weg-zuschnappen – war sehr oft noch das harmloseste.
    wobei aber die riege der darstellenden künstler und autoren bei weitem die schlimmsten waren.
    vor dem job wollte ich nie so richtig glauben wie fies diese leute zueinander sein konnten als es mir von freunden und bekannten erzählt haben die (meist als programmierer und techniker) bereits in ähnlichen firmen mit viel künstlerkontakt arbeiteten.

    was soll also das gejammere?

    vielleicht ist es genau das was es braucht bevor was sich etwas in der breite zum positiven verändern kann.
    es muss schlimmer werden bevor es sich bessern kann.

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  3. Nein, weniger Musik wird es nicht geben. Der Prozentsatz an glattgeföhntem Einheitsbrei wird halt hochgehen – nix originelles mehr, nur noch der gleichförmige Müll, der jetzt schon größtenteils im Radio läuft.

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  4. apropos URHEBERRECHTSVERBÄNDE und GEWERKSCHAFTEN

    alles was ich lese ist – BUUUUUHUUHUUHU, WÄÄÄÄÄÄÄH, RÖÖÖHR, SCHNIEF-di-SCHNÄUFZ, ROTZ . . .

    nirgends aber etwas von:

    IHR KÖNNT UNS MAL AM ARSCH LECKEN!!!!
    WIR HABEN ENDGÜLTIG DIE SCHNAUZE VOLL!!!!
    WIR LEGEN DIE ARBEIT NIEDER!!!!
    WIR STREIKEN!!!!
    MACHT DOCH EUREN DRECK ALLEINE!!!!
    WIR GRÜNDEN UNSERE EIGENEN FIRMEN UND VERKAUFEN UNSERE ERZEUGNISSE SELBER – bzw. helfen unseren mitgliedern tatkräftig dabei dieses zu tun!!!

    anders als in der hochtechnisierten produktion oder wie in minen oder auf baustellen, ist es nämlich nicht möglich von heute auf morgen schnell mal die entstandenen kreativen und handwerks-kreativen lücken und gräben mit billigen ungelernten streikbrechern zu füllen.

    was sollten die konzerne/großverwerter schon großartig machen?
    die würde es nach spätestens einem halben jahr komplett zusammenfalten wenn der ständige nachschub ausbliebe.

    aber nöööööö, alles was es gibt ist:
    BUUUUUHUUHUUHU, WÄÄÄÄÄÄÄH, RÖÖÖHR, SCHNIEF-di-SCHNÄUFZ, ROTZ . . .

    da kann man sich die zukünftige marschrichtung der verhandlungen bereits jetzt schon denken. kosmetisches rumheulen im namen der ausgebeuteten, ein wenig wertloses nachjustieren um zu zeigen „man tut ja was für die mitgliedsbeiträge“, und am ende dann breite zustimmung weils „alternativlos“ ist. (und ganz zum schluss gehen alle vorstände, manager und bonzen gemeinsam und grinsend zum minderjährige nutten ficken, saufen und koksen in den urlaub).
    die gewerkschaften und verbände werden diese klientel genauso wie sie es jahrzehntelang immer wieder mit den arbeiteren und angestellten gemacht haben, für’n butterbrot und’nem ei billigst verraten und verkaufen.

    würde das thema ein breiteres Interesse wecken, würde ich glatt das risiko eingehen und in london extra nur dafür ein wettbüro einzurichten. und zwar gleich mit einer 10:1 quote dafür das alles fast genauso wie es jetzt beschlossen wurde am ende ins gesetzbuch gemeißelt wird.
    WETTEN, DASS . . . ?

    [ Urhebervertragsrecht: Kritik und Protest der Urheberverbände
    Donnerstag, 17. März 2016

    Mit Kritik, Entrüstung und Protest haben Urheberverbände auf den im Interesse der Verwerter verwässerten Gesetzentwurf zur Reform des Urhebervertragsrechts reagiert. Die Unternehmerverbände der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger fordern hingegen weitere Änderungen in ihrem Sinne.
    Am Mittwoch hatte die Bundesregierung den Gesetzentwurf zur Reform des Urhebervertragsrechts beschlossen (siehe News vom 16. März 2016). „Mit unserem Gesetzentwurf sorgen wir dafür, dass sich Urheber und Verwerter wieder auf Augenhöhe begegnen. Wir stärken die Position der Kreativen, ohne die Geschäftsmodelle der Verwerter zu gefährden”, hatte Bundesjustizminister Heiko Maas dazu etwas verspätet erklärt.
    Massive Kritik am Regierungsentwurf kam bereits von Seiten der Urheberverbände nach Bekanntwerden des geleakten Entwurfs, so vom DJV und ver.di (siehe News vom 11. März 2016). Auch die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) und der Interessenverband Synchronschauspieler (IVS) protestierten: Der „Gesetzentwurf schwächt Rechte von Kreativen”. „Dieser Entwurf gibt den Urhebern Steine statt Brot. Die Regierung hat ihre Versprechungen großenteils nicht erfüllt, wenn dieser Entwurf Gesetz werden sollte”, erklärte Gerhard Pfennig, Sprecher der Initiative Urheberrecht (siehe News vom 15. März 2016).
    Nach dem Kabinettsbeschluss appellierte der Deutsche Journalisten-Verband an Bundesrat und Bundestag, den Regierungsentwurf abzulehnen. „Das ist eine bis zur Unkenntlichkeit verwässerte Reform, die die Situation der Urheber nicht verbessert, sondern den Status quo in Stein meißelt“, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Es sei bedauerlich, dass der Bundesjustizminister vor der Kabinettssitzung dem Druck der Verwerter nachgegeben und die Urheber auf dem Altar der Lobbyisten geopfert habe.
    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft fordert das Parlament auf, die heute im Kabinett beschlossene Reform des Urhebervertragsrechts deutlich nachzubessern. „Die Bundesregierung ist mit dem Versprechen angetreten, die Kreativen und ihre Verbände gegenüber den Verwertern zu stärken, damit Verhandlungen auf Augenhöhe möglich sind”, sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. „Der Regierungsentwurf sieht jedoch so viele Schlupflöcher vor, dass sich die Verwerter auch künftig in vielen Fällen Verhandlungen mit Gewerkschaften und Verbänden, die die Kreativen vertreten, entziehen können. Anreize für Branchenlösungen sind kaum vorhanden. Das darf nicht so bleiben.“
    „Merkel und Maas lassen Urheber im Regen stehen”, heißt es in einer Stellungnahme des Bundesverbands Regie. „Vor allem die Veränderungen im Bereich der Mehrfachnutzung eines Werkes sind dramatisch, die Urhebern einen Anspruch auf Vergütung für jede Werknutzung gegeben hätten. Der Rückschnitt bei den Fristen für einen Rechterückruf des Urhebers ist gleichfalls beträchtlich. Und die Schlechterstellung von Film-Urhebern gegenüber bestimmten allgemeinen Verfügungsrechten wird weiter vorangetrieben”, kritisierte der BVR.
    „Was nach sechsmonatigem Trommelfeuer der Verwerterseite von den hehren Zielen der Reform übriggeblieben ist, kann man getrost in die Tonne treten”, erklärte die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm. „Deutschlands Dokumentarfilmschaffende, die seit Jahren unter miserablen Grundvergütungen, buy-out-Konditionen und Knebelverträgen leiden, fühlen sich von der Bundesregierung verschaukelt, verraten und verkauft”, so die AG DOK.
    Der Vorstand der Spiele-Autoren-Zunft hat mit Erschrecken die Verabschiedung des Regierungsentwurfs zum Urhebervertragsrecht zur Kenntnis genommen. „Von der anvisierten Augenhöhe kann keine Rede mehr sein: Das Kündigungsrecht der Urheber zur Unkenntlichkeit verstümmelt, die Informationspflicht als Grundlage für angemessene Vergütung entscheidend eingeschränkt, die Begrenzung von Total-Buy-Out-Verträgen entfällt und statt klarer Regeln blumige Interpretationsspielräume für Juristen”, heißt es in der Erklärung der SAZ
    Währenddessen haben der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger begrüßt, dass im vom Bundeskabinett verabschiedeten Entwurf für ein neues Urhebervertragsgesetz einige ursprünglich im Entwurf vorgesehene Regelungen – darunter das faktische Verbot von pauschalen Vergütungsvereinbarungen – entschärft wurden. Ihre Wünsche sind damit aber noch nicht alle erfüllt. BDZV und VDZ kritisieren das bereits abgeschwächte Verbandsklagerecht, das Rückrufrecht für Autoren und das Auskunftsrecht. ]

    http://www.urheber.info/positionen/2016-03-17_urhebervertragsrecht-kritik-und-protest-der-urheberverbaende

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