Der walisische Wasserstoff-Kabinenroller: Riversimple Rasa

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Ein ungelöstes, zentrales Problem heutigen Individualverkehrs ist der Konstruktions-Overkill; ein Tesla Model S wiegt leer bereits über zwei Tonnen, das Model X SUV eine kappe halbe mehr. Auch hier gilt: „Die Physik lässt sich nicht bescheissen“. Entsprechend bizarr gross ist die benötigte Energiemenge, um eine Person von A nach B zu bringen. Den umgekehrten Weg gehen Autokonstrukteure im walisischen Llandrindod Wells, die gerade den zweisitzigen Rasa (plus 170 Liter Kofferraum) entwickeln, einen Kabinenroller mit vier Elektromotoren, die ihren Strom von einer 8,5 KW-Wasserstoff-Brennstoffzelle beziehen. Letztere ist übrigens ein Standard-Industriebauteil, das ansonsten in Gabelstaplern verwendet wird.
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Dazu verfügt der Rasa über 120 Kondensatoren mit einer Gesamtlesitung von 1,9 MJ oder 0,53 kWh. Bei jedem Bremsen nehmen diese Energie auf, die dann zum Beschleunigen zur Verfügung steht. So kommt der Cityflitzer auf eine Dauerleistung von 16 (22 PS) und eine Spitzenleistung von 55 KW (75 PS), was für knapp 100 km/h Top-Speed ausreicht. Der 1,5 Liter fassende Wasserstoff-Tank (Nachfüllzeit: drei Minuten) gibt dem nur 580 kilo leichten Kleinauto eine Reichweite von 485 km. Klar, falls jemals wirklich effiziente Batterien entwickelt werden (heutige Lithium-IonenAkkus sind schwer und teuer), kann man das Kleinfahrzeug sicher darauf umrüsten. Riversimple will aber den Nachhaltigkeitsgedanken noch weiter treiben, indem die Fahrzeug nicht verkauft, sondern nur ver-least werden, inclusive Versicherung, Wasserstoff, Ersatzteile, so dass man die sehr langlebigen Elektromotoren und andere Bauteile mit geringem Verschleiss immer wieder verwenden kann. Grossartiges Konzept, das hoffentlich in der gesamten Fahrzeugindustrie auf Interesse stösst. Ausser in Deutschland, wo die feudal regierenden nationalen Autokonzerne erst durch die Informationsrevolution, vertreten durch Elon Musk, zerstört werden müssen. Dann allerdings will ich auch gerne so einen Rasa-Flitzer fahren.

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ars technica, pics und infos: riversimple

5 Kommentare

  1. Gute Ideen müssen ausprobiert werden!

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  2. Das größte Problem damit ist nur, dass man keinen Unfall mit einem Zweitonner haben will. Man wird zum Opfer auf der Straße. Davon mal abgesehen hätte ich gern so einen.

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  3. [ Tesla Model S ] – aber im prinzip egal welches modell

    dein denk/vergleichsfhler liegt darin das beim tesla fast 60% des gewichtes die akkus + elektrik + motor ausmachen.

    http://www.teslarati.com/tesla-model-s-weight

    die 2,4 tonnen ausführung des Modell X bezieht immerhin auf das 7 Sitzer model mit komoletter vollaussatttung.

    man darf aber nicht vergessen das tesla NOCH ein reiner luxuskarossenhersteller ist.

    man sollte sich aber schon ein bisschen tiefer mit dem konzept und der philosophie von tesla auseinandersetzen bevor man vergleiche zieht:

    (der einfachheit wegn aus der wiki)

    Vision

    CEO Elon Musk, der unter anderem auch Gründer von SolarCity und SpaceX ist, beschreibt, dass das übergeordnete Ziel von Tesla darin bestehe, den Wandel von einer Verbrennungswirtschaft zu einer Solar-Elektrowirtschaft voranzutreiben. Hierfür sei das Ziel, Elektrofahrzeuge auch für Durchschnittskonsumenten erschwinglich zu machen.[9][10]

    Mission

    Die Strategie, dies zu erreichen, erläuterte Elon Musk bereits 2006 in seinem Blog; er fasste zusammen:[10]

    „Einen Sportwagen bauen“, da hier die Zahlungsbereitschaft am höchsten sei und gezeigt werden soll, dass Elektromotoren gegenüber Verbrennungsmotoren überlegen sein können.

    Dieses Geld nutzen, um einen „etwa halb so teuren sportlichen Fünftürer zu bauen“.

    Mit dem verdienten Geld ein „noch günstigeres Familienauto bauen“.

    Währenddessen soll die Option für eine Lademöglichkeit ohne CO2-Emissionen angeboten werden.

    Der Tesla Roadster mit der limitierten Auflage von 2500 Stück zu einem Kaufpreis ab 100.000 Euro erfüllte das Kriterium, ein Auto für ein Durchschnittseinkommen zu sein, noch nicht. Beim Model S liegt der Preis in den Vereinigten Staaten auf halber Höhe; in Deutschland liegt der Einstiegspreis bei 67.900 Euro (Stand: November 2014). Zusätzlich zu diesem Bestreben soll der Ausbau an Schnellladestationen in Deutschland 2014 stark zunehmen, um zum Jahresende hin eine vollständige Abdeckung zu erreichen.
    Außerdem sollen zertifizierte Gebrauchtwagen verkauft werden.

    mit dem mittelklassewagen „Model 3“ für ca. 35.000 dollar (auslieferung ab ende 2017) wird der weg konsequent weitergegangen.

    [ falls jemals wirklich effiziente Batterien entwickelt werden ]

    Im übrigen sollte man unbedingt auch das „Powerwall“ projekt von Tesla im auge behalten.

    [ so dass man die sehr langlebigen Elektromotoren und andere Bauteile mit geringem Verschleiss immer wieder verwenden kann ]

    genau das verfolgt tesla mit seiner zertifizierten gebrauchtwagenphilosophie (das in den USA schon länger so gehandhabt wird).
    „Außerdem sollen zertifizierte Gebrauchtwagen verkauft werden.“

    von der Tesla seite:

    [ Kaufen Sie heute Ihr Model S
    Jeder Vorführwagen und jedes Model S
    aus Vorbesitz kommt mit einer Garantie über
    4 Jahre und 80.000km ]

    ach ja, und leasing gehörte bei tesla schon seit dem anfang dazu.

    —————————————————————————————-

    tut mir ehrlich leid, aber der „Rasa“, so interessant & niedlich er auch sein mag, ist nur ein spielzeugauto mit dem ich um nichts in der welt in einen kapitalen unfall verwickelt werden möchte.
    überlebenschance bei auch nur einem halbwegs schweren unfall = ist so gut wie nahe 0

    im übrigen sind die leasingraten für den Rasa fast genau so hoch wie die für das Model S (je nach ausstattung & anzahlung)

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  4. Cool! Hältst du uns auf dem Laufenden, wenn das Ding auf den Markt kommt? Merci :)

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