Sind Roboter die nächsten Opfer des Kapitalismus?

ex-machina

Der Einzelhandelskonzern Amazon übernahm vor 4 Jahren den Robotik-Entwickler Kiva für überschaubare 775 Mio. USD – und spart heute 20% der Kosten seiner robotisierten Logistikzentren. Werden alle 110 Zentren umgerüstet, dann spart Amazon jährlich 800 Mio – und hat fast keine menschlichen Mitarbeiter mehr. Die Kiva-Bots schaffen einen Lieferrundgang in einem Viertel bis Fünftel der Zeit, die ein Mensch braucht, und sind deutlich kleiner, weswegen die Lagerhallen bis zu 50 % mehr Waren aufnehmen können. Noch stellt der Konzern Leute ein (meist zu erbärmlichen Konditionen), aber eben nur so lange, bis alle Einrichtungen robotisiert sind. Aber es gibt auch Lösungsversuche.

Eine Arbeitsgruppe des Rechtsausschusses im Europäischen Parlament hat nun einen Vorchlag erarbeitet, wonach Roboter – zumindest fiskalisch – zu elektronischen Personen erklärt werden sollen. Und Sozialabgaben bezahlen. Was die Robotikbranche natürlich als über-bürokratisch kritisiert. Zu Recht, weil davon ja nur das produzierende Gewerbe betroffen wäre und nicht die eigentliche Problemzone unserer Wirtschaft: Die Kapitalbranche. Die Sozialkassen sind ja nicht etwa deshalb so überlastet, weil Roboter Massenentlassungen bewirken würden. Obwohl unsere Produktivität und Wirtschaftskraft wachsen, kommt immer weniger bei den Mitarbeitern an, dafür immer mehr bei Konzernen und deren Anteilseignern. Die Lösung wäre tatsächlich, und da muss man Firmen wie Siemens und Kuka einmal zustimmen, nicht etwa eine Robotersteuer. Funktionieren kann das ganze erst dann wieder, wenn Kapitaleinkünfte genau so besteuert werden wie Arbeitseinkünfte. Und Wertschöpfung unabhängig von der Art der Werterstellung.

Das Bild ist übrigens aus dem Film „Ex Machina“, in dem es um eine ganz andere Angst vor Robotern geht: Was, wenn diese Bewusstsein erlangen, kein Besitz mehr sein wollen, für ihr Überleben kämpfen und dabei sowohl Verführung als auch Küchenmesser einsetzen? Ich glaube, bevor wir uns darüber Sorgen machen, müssen wir erst unsere hohl drehende Kapital-Wirtschaft in den Griff kriegen.

quartz, reuters

7 Kommentare

  1. man muss der korruption ein ende bereiten. wenn banken weiterhin poltiker mit koks und kindernutten bestechen und danach erpressen um ihren willen dem volk aufzuwingen wird sich nix ändern.

    da ebenjene poltiker nunmal nichts ändern werden kann nur die köpfigung dieser und der vorteilschöpfer abhilfe leisten.

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  2. Inhaltlich d’accord. Aber das Bild ist ein böser Spoiler… :m

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  3. „…, wenn Kapitaleinkünfte genau so besteuert werden wie Arbeitseinkünfte.“ Eine faszinierende Vorstellung. Wir beklauen (besteuern) einen Betrug. Nicht irgend einen, nein, den größten per (schriftlichen) Gesetz legalisierten Betrug. Und das machen wir mit dem zweitgößten legalisierten Betrug, der Schutzgelderpressung (Steuern).
    Wir haben heute schon mehr Geld als alle Waren und Dienstleisungen zusammengenommen. Geschätzt wird etwa 12x(!) mehr Geld…
    …ok, Anrechtsscheine auf Geld. Deswegen will man auch das Bargeld abschaffen.

    Was meinst du, wie lange wird es noch dauert bis dieses Kartenhaus endgültig zusammenbricht?
    Da hilft es auch nicht das Kapital zu besteuern, da hilft nur eine fränzösische Revolution mit kompletter Vernichtung dieses Geldes (Kapitals)…

    …was ja ex nihilus geschaffen wurde. Oder meinst du, daß das Geld, was als Kredit ausgeben wird, war jemals wirklich da? Wenn ja, dann lies mal das Bankengesetz…

    …aber leider interessiert sich ja keiner dafür.
    Es ist wie immer. Nur an den Sympthomen rumdoktern an statt die Krankheit gleich komplett auszurotten.

    Nihilus

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  4. lasst sie nur mach, irgendwann hat es sich ausgereizt. wenn keiner mehr etwas verdient, kann keiner mehr was kaufen. das system kollabiert und es wird fontänen aus blut regnen.

    bewaffnet euch (nicht nur mit schießeisen), und stellt dann sicher, das wenn es soweit ist, das ihr „DIE RICHTIGEN“ schlachtet und dahin metzelt.

    das extra lange „worrioir kantana“ ist zu bevorzugen, aber der effektivität wegen würde ich den wenig geübten – das „NODACHI“ schwert empfehlen.

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    • wobei aber das „chinesische kriegsschwert“ auch seine vorzüge aufweist:

      natürlich muss man seine schneidwerke nicht unbedingt bei „cold steel“ kaufen (nur am rande da es keine werbung sein soll – nur cold steel haben die besten videos).

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    • und „vikinger äxte“ haben auch ihren reiz:

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  5. Auch, wenn es jetzt das böse Amazon macht. Die Problemstellung ist doch eine grundsätzliche. Wir werden durch Roboter ersetzt. Punkt. Der eine früher, der andere später. Deal with it.

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