Proxima Centauri und sein erdähnlicher Planet

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Generationen von Science-Fiction-Autoren haben Expeditionen und Kolonisations­ausflüge zum Dreifachstern Alpha Centauri beschrieben – ohne zu wissen, ob es dort überhaupt Planeten gibt. Heute erschien die bereits vorab angekündigte Pressemeldung des European Space Observatory (ESO) zum gerade entdeckten Planeten des dritten, kleinsten, uns mit 4,3 Lichtjahren Distanz am nächsten stehenden, roten Zwergsterns Proxima Centauri. Von dem wir nicht einmal sicher sagen können, ob er wirklich um die eigentlichen Alpha-Centauri-Doppelsterne kreist oder eher so vorbeifliegt. Den berichteten Planeten haben wir bisher nicht gesehen – wir haben nur Berechnungen, die uns sagen, dass da einer sein muss.

Der wahrscheinlich um ein Drittel grössere und schwerere Planet kreist in nur 7 Millionen Kilometer Entfernung um seine schwache rote Sonne; das ist knapp zwanzig mal soweit wie die Erde vom Mond, oder rund ein Zwanzigstel des Abstands der Erde zu unserer Sonne. Entsprechend dauert eine Umkreisung (ein „Jahr“) gerade mal 11,2 Erdentage; wegen dieser Nähe ist die planetare Rotation wahrscheinlich synchron, so dass er (wie unser Mond zur Erde) immer die selbe Seite zur Sonne hat. Diese dürfte angenehm warm sein (bis + 30° C), die Rückseite dagegen unirdisch kalt (bis – 90° C). Wenn da also noch Atmosphäre auf dem Planeten ist, gibt das in Kombination extrem wildes Wetter. Der rote Zwergstern Proxima Centauri ist grade eben gross genug um noch zu leuchten, also Kernfusion zu haben, und zeigt ein untypisch starkes Flare-Verhalten: Er macht etwa alle 400 Tage, wie man beobachtet hat, extrem starke Sonnenfackeln, die dann beim gelegentlichen Befackeln der sonnenzugewandten Seite des sehr nahen Planeten schlimme Verwüstungen anrichten. Falls dort also Aliens leben, was wir nach unserem Wissensstand nicht annehmen dürfen, sind die bestimmt ausserordentlich schwierig und missgelaunt. Dort hin zu fliegen, was mit aktueller Technik immer noch mehr als 30.000 Jahre dauern würde, ist aus den selben Gründen eine schlechte Idee. Selbst eine von der hausgemachten globalen Erwärmung durchgeschüttelte Erde mit um mehreren Metern höherem Meeresspiegel und weit grösserem Wüstenanteil ist immer noch gemütlicher als das, was uns die Astronomen der ESO über Proxima Centauri b erzählen. Ok, Danke. Weitermachen.

This artist’s impression shows the planet Proxima b orbiting the red dwarf star Proxima Centauri, the closest star to the Solar System. The double star Alpha Centauri AB also appears in the image between the planet and Proxima itself. Proxima b is a little more massive than the Earth and orbits in the habitable zone around Proxima Centauri, where the temperature is suitable for liquid water to exist on its surface.

This artist’s impression shows the planet Proxima b orbiting the red dwarf star Proxima Centauri, the closest star to the Solar System. The double star Alpha Centauri AB also appears in the image between the planet and Proxima itself. Proxima b is a little more massive than the Earth and orbits in the habitable zone around Proxima Centauri, where the temperature is suitable for liquid water to exist on its surface.

pics ESO/M. Kornmesser cc by

1 Kommentar

  1. Na ja – „Beam me up, Scottie!“
    Der ist wohl noch nicht im Dienst da oben, oder?
    Ansonsten sind 30.000 Jahre im Raumschiff doch zuviel.
    Trotzdem, ganz anregend für Abenteurer
    [besonders die dunkle Seite und Kälte – war grad am Everest (nicht ganz oben) – muß aber schlimmer sein]

    Gefällt mir


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