Das Tal der Ahnungslosen wählt auch heute noch die SED

west_german_tv_penetration

Auf der Karte oben sieht man, welche Gebiete der ehemaligen DDR nicht vom Westfernsehen erreicht wurden und damit nur eine Seite der Propaganda kannten. Im DDR-Jargon nannte man diese beiden Flecken um Greifswald im Norden und Dresden im Süden „Das Tal der Ahnungslosen“. Ist es nun wirklich so, dass diese beiden Regionen heute das Kerngebiet der NPD, AfD und Pegida bilden? Heisst das, dass die Leute dort insgeheim immer noch die SED wählen, jene Pseudopartei, die den Ostteil unseres Landes 41 Jahre lang in einer abgemilderten Form der Nazi-Diktatur gefangen hielt?

Die Fremdenhass schürte, Amerikaner beschimpfte, die Schuld an allem und vor allem an wirtschaftlichen Unannehmlichkeiten immer zielsicher bei anderen Ländern fand? Die den Sozialismus auf ein niemals wirklich erfülltes Rundum­ver­sorgungs­versprechen reduzierte? Ist es denn nicht so, dass all zu viele Menschen in diesen „abgehängten“ Regionen genau diese Politik zurücksehnen? Eine Politik, die von der SED ja nicht erfunden wurde, sondern die von allen anderen Diktaturen der Geschichte (einschliesslich des Dritten Reiches) gerne genutzt wurde, um die eigene Machtposition zu festigen.

Falls das so ist, hat die Integration hier wirklich versagt. Was auch nicht wundern muss, weil die „Fünf Neuen Länder“ nach der Wiedervereinigung zunächst den Status einer Wirtschaftskolonie für westdeutsche Konzerne ausfüllen mussten. Ein Land aus gleichen Bewohnern und Gegenden ist Deutschland auch heute nur sehr eingeschränkt. Was also kann man tun, um das ebenfalls nicht erfüllte Versprechen der Wiedervereinigung endlich Wirklichkeit werden zu lassen? Die Variante, solche demokratiefernen Regionen langfristig an Israel zu verpachten, um damit gleichzeitig das Palästina- und das Ostnazi-Problem zu lösen, fällt trotz des staatmännischen Charmes dieser Idee aus, weil es letztlich auch nur eine imperialistische Aktion wäre und das Selbstbestimmungsrecht der lokalen Bewohner missachtete.

Deshalb setze ich auf Integration. Vielleicht bietet man den gefühlten Abgehängten verbilligte Busreisen nach Augsburg an, einer Stadt, die gleichzeitig einen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund von knapp 50 Prozent hat, die Gemeinde mit dem niedrigsten Durchschnittseinkommen des Bundeslandes („Armenhaus Bayerns“) und eine der sichersten Städte Deutschlands ist? Nur mal so zum Vergleich? Oder müssen die ahnungslosen Talbewohner weiterhin als politische Geiseln den rechten Rand unseres Landes repräsentieren, damit die „Mitte der Gesellschaft“ und ihre politischen Vertreter sich nicht all zu eindeutig in Richtung Zukunft bewegen müssen? Das Problem ist, wie so oft auch hier, dass ganz unterscheidliche Interessengruppen auf den wackligen Demokratisierungsprozess in den Fünf Neuen Ländern einwirken. Und Demokratie ist, wir wir bereits mehrfach gehört haben, der natürliche Feind des freien Marktes. Also wären die Greifswalder und Dresdner am Ende die entschlossensten Erfüllungsgehilfen eben desjenigen Kapitalismus, der sie so an den Rand der Gesellschaft gedrängt hat? Das wäre bitter. Aber unwahrscheinlich klingt es für mich nicht.

grafik: anorak2 cc by sa

31 Kommentare

  1. Nein, ich muss sagen: Ich finde diesen Beitrag unfair.
    Gut, wir haben den Leuten in cder DDR jahrzehnteland das grosse Paradies vorgefuehrt -das wir nicht waren. Wir hatten mehr Luxus, ja – aber auch mehr „Menschen auf dem Abfall“.
    Was bei der grossen Wiedervereinigung („Widervereinigung“) geschah, war von vielen als Eroberung betachtet, da sie den somit Wiedervereinigten nicht viel zu sagen oder mitzusagen bot. Wollen wir doch ehrlich sein: Frau Merkel und Herr Gauck sind nur durch ihren persoenlichen Anschluss an die Westliche Fuehrung weiter vorwaerts gekommen.
    Wirtschaftlich ist vieles weit hinten zurueck abgehaengt worden, und in Hinsicht auf Soziales gerieten die wohlversorgten „Ossies“ in eine gnadenlose Wueste – was eben viele verblueffte: So viel Geld – aber wo ist es?
    Wo Du recht hast, das ist die verfehlte Integration. Sarazzin haette sich vielleicht auch dort umschauen sollen. Schlimmer ist eben, dass es KEINE Integration gab. 1 : 1 Geldumtausch ist keine Integration, sondern er war ein dummer und teurer Wahlstimmenfang-Trick von Kohl.
    Deinen Alte-arme-Leute-Bus nach Augsburg kannste Dir aber sparen. Der klingt wie eine Beleidigung.

    Gefällt mir

    • Gegenden, die früher kein Westfernsehen hatten und heute nach rechts abbiegen… da kann es einen Zusammenhang geben. Muss es aber nicht. Das Abschieben von Verantwortung für eigene enttäuschte Hoffnungen auf Ausländer oder gar Schutzsuchende ist allerdings erbärmlich, und ich werde das auch weiter so behandeln.

      Gefällt mir

      • Meine Meinung dazu ist:
        Schaue die die Integrationserfolge der Türken an: eine islamistische erdoghanarmee.
        oder deren archaische kultur.. (kommen ja meist aus irgenwelchen kackkäffern, die die zum kämpfen geblieben oder gekommen sind: https://pbs.twimg.com/media/CrhhjxzXYAErw17.jpg:large
        in damascus und west-allepo leben ja noch (jetzt) millionen westlich geprägte menschen und sehen keinen grund zur fliucht, bzw. gibt es dort auch flüchtlingslager)
        Mit noch mehr moslems hat man neben dem Klassenkampf noch den Kampf gegen den anti-liberalen moslem zu führen.
        ergo hat der klassenkampf noch weniger aussicht auf erfolg.

        Die zionisten spalten unsere gesallschaften an allen möglichen konfliktfeldern (soros open society):
        – sekulär vs. moslem
        – mann vs. frau
        – schwarz vs. weiss
        – schwul vs. straight
        – links vs. rechts
        etc. alles was sich finden lässt.
        lediglich arm vs. reich ist nicht auf der liste ;) (also arme verteufeln ist schon drauf, aber die andere richtung wird nicht angeheizt, bzw. die armen flüchtlinge sind natürlich willkommen, aber kurz davor musste griechenland zb den gürtel enger schnallen, faule hartzer etc..)
        ist die gesellschaft im konflikt kann man auch leicht die polizei-staatgesetze bringen und komplette kontrolle übernehmen.
        deine ideologie ist leider nur genau im plan der zionisten. und der hass auf die afd begründet sich weniger weil sie achsoschlimme nazis sind, sondern weil sie noch nicht unterwandert sind.

        Gefällt mir

        • Leider ist diese AfD noch weit mehr „unterwandert“ als die Altparteien. Im Gegenteil, sie wurde exakt dafür gegründet, um die Unzufriedenen abzulenken, ihnen Sündenböcke vorzustellen und sie von einem Klassenkampf abzuhalten, der heute von oben nach unten geführt wird.

          Gefällt mir

          • warum wird sie dann von den medien wie das weihwasser vom teufel verhasst. das macht keinen sinn?

            Gefällt mir

  2. Mein Gott, der Rest hat auch SPD, CDU und Grüne gewählt, warum kotzt du dich nicht darüber aus?

    Gefällt mir

    • Weil die AfD eben weit schlimmer ist als die alten bürgerlichen Parteien.

      Gefällt mir

      • ohh, nur weil sie keine massenimmigration mögen? :P
        aber erklär doch mal, was wenn alle 60 millionen armen nach deutschland wollen? achnee, dazu wird es nie kommen, weil bis dahin hier alles so herunterkommt dass der rest freiwillig umdreht..

        Gefällt mir

        • @ Fritz Das ist doch wohl nicht Dein Ernst.
          Ich finde das schon ein starkes Stück, das zu behaupten.
          Du schmeisst AfD, Pegida und die NPD in einen Topf.
          Auch wenn Du ein Fragezeichen setzt.

          Lese mal das Programm der AfD. Da stehen überaus viel Punkte drin, ca 75%, die auch bei der CDU immer noch stehen oder standen.
          Und es gibt bereits CDU Politiker, die einräumen, nicht abgeneigt zu sein, mit der AfD zusammenzugehen.
          Wenn die AfD sich weiterhin so gut entwickelt, wird sie spätestens 2021 mit der CDU Hand in Hand gehen.

          Dann vergiss bitte nicht, das die meisten Geschichten, die in den Medien über die AfD berichtet werden, gelogen sind.
          Sollte Dir doch bekannt sein.

          Gefällt mir

          • Die AfD scheut sich noch weniger als irgendwelche anderen Parteien, beliebige Versprechen zu machen und haltlose Angstkampagnen zu fahren. Lügen zu verbreiten. Und sich von den Konzernen schmieren zu lassen. Das ist keine Alternative.

            Gefällt mir

  3. „Massenimmigration“ ist übrigens auch so eine Lüge der Rechtspopulisten. Wir haben Kriegsflüchtlinge im Land, und Leute die hier arbeiten wollen, weil ihr Heimatland eine kaputte Wirtschaft hat – entweder nach einem Krieg oder weil die Eurogruppe sich eingemischt hat. Je nachdem, was schlimmer ist.

    Gefällt mir

    • Das sind z. T. keine Kriegsflüchtlinge , sondern Wirtschaftsflüchtlinge.
      Ich kann auch nicht in die Schweiz auswandern, weil ich mir dort ein besseres Leben erhoffe.

      Europa wird sich weiter einmischen. Das ist Dir doch wohl klar.
      Sollen wir dann alle, die durch Europa, Amerika , Saudi Arabien geschädigt werden, aufnehmen.

      Appeliere doch mal an Obama, dass er wenigstens die Flüchtlinge aus dem Irak aufnimmt.

      Und dann warte einmal ab, bis Killary dran ist. Die beiden – Merkel und Killary – werden einen 3. Weltkrieg anzetteln.

      Wohin flüchten wir dann?

      Gefällt mir

      • äh, warum kannst Du nicht in die Schweiz auswandern? Ich würde mal wetten, dass Deine Chancen in der Schweiz arbeiten zu dürfen ungleich größer ist als die eines Syrers/Afghanen etc…

        Gefällt mir

  4. Streit um Erbschaftsteuer: Jachten produzieren nix

    Im Ringen um einen Kompromiss zur Erbschaftsteuerreform fordert das rot-grün regierte Nordrhein-Westfalen umfangreiche Änderungen. Das zeigt ein Positionspapier zum Vermittlungsverfahren, das dem SPIEGEL vorliegt. Darin sind insgesamt zwölf Forderungen formuliert, die sowohl den Gesetzentwurf von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als auch nachträgliche Änderungen auf Druck der CSU betreffen. […]
    Aus Sicht von NRW geht der Kompromiss in vielen Punkten zu weit – etwa bei der Unternehmensbewertung. Diese soll statt dem 18-fachen des Jahresgewinns künftig maximal das 12,5-fache betragen, was die Steuerlast deutlich senken würde. Begründet wurde die Änderung damit, dass die derzeitigen Niedrigzinsen bei den Berechnungsverfahren zu überhöhten Angaben führen. NRW hält dies jedoch für „empirisch nicht hinreichend belegt“. Die Änderung sei „aus gutem Grund“ im ursprünglichen Entwurf nicht enthalten gewesen.
    Auf Konfrontationskurs geht Landesfinanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) auch bei den Privilegien für Familienunternehmen. Diese sollen vor Berechnung der Erbschaftsteuer 30 Prozent ihres Vermögenswerts abziehen können, wenn sie nach der Übergabe unter anderem die Ausschüttung von Gewinnen einschränken. NRW kritisiert jedoch, dass schon eine Beschränkung von nur einem Prozent des Gewinns bereits ausreichen würde, um die Vorgaben zu erfüllen. Auch sonst seien die Vorgaben des Regierungsentwurfs in diesem Punkt „ausgehöhlt“ worden. Der Abschlag müsse entweder gestrichen, deutlich reduziert oder durch andere Mechanismen ersetzt werden.
    Ein großer Streitpunkt bleibt auch das sogenannte Verwaltungsvermögen, das im Gegensatz zum Betriebsvermögen nicht unmittelbar für die Produktion benötigt wird. Künftig könnten bis zu zehn Prozent des Verwaltungsvermögens als Betriebsvermögen behandelt und damit von der Erbschaftsteuer verschont werden. Zusammen mit anderen Änderungen könnte dies nach Ansicht von NRW zur Rückkehr sogenannter Cash GmbHs führen, in denen Unternehmer privates Vermögen horten. Auch müsse klargestellt werden, dass Luxusgegenstände wie Oldtimer-Sammlungen und Segeljachten in keinem Fall zum begünstigten Verwaltungsvermögen gehören können.
    Mit der Sorge, die Erbschaftsteuerreform könne die Privilegien von Unternehmern noch ausweiten, ist Walter-Borjans nicht alleine. Die Berliner Ökonomen Achim Truger und Birger Scholz haben für das Kampagnennetzwerk Campact eine ganze Reihe von Beispielen berechnet, in denen Unternehmer nach den neuen Regeln sogar weniger Erbschaftsteuer zahlen.
    Quelle: Spiegel Online

    Anmerkung unseres Lesers J.A.: Nach den von der CDU/CSU gewünschten Regeln sollen also u. a. Kunstwerke, Oldtimer und Jachten völlig steuerfrei vererbt werden können, mit ein paar Tricks auch die Firmen selbst, teilweise im Wert von 50 oder mehr Millionen Euro. Vor allem der CSU ist also nichts peinlich, solange sie nur ihre Klientel (oft identisch mit den Sponsoren der Partei) bedienen kann. Der Widerstand vor allem von der Landesregierung von NRW ist hoch berechtigt.

    —————————————————————————————

    dazu: Deutschlands Reiche packt Steuer-Panik: 90 Kinder erben 30 Milliarden Euro

    Das deutsche Erbschaftssteuerrecht erscheint vielen reichen Unternehmerfamilien kaum noch berechenbar. Auch deshalb haben zahlreiche Inhaber in den vergangenen Jahren immense Werte an ihre Kinder vererbt – auch wenn diese zum Teil noch nicht einmal 14 Jahre alt waren. Aus Furcht vor weniger großzügigen Steuerbegünstigungen haben zahlreiche Familienunternehmer ihre Firma schnell noch an Kinder verschenkt – oft an Minderjährige. Das ergibt sich aus am Donnerstag bekannt gewordenen Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, das die Erbschaft- und Schenkungssteuerstatistik ausgewertet hat.
    Danach gingen von den 144 Milliarden Euro an steuerfreien Firmenübertragungen in der Zeit zwischen 2011 und 2014, für die Altersangaben vorliegen, 37 Milliarden Euro an Minderjährige. 29,4 Milliarden Euro davon hätten 90 Kinder im Alter von unter 14 Jahren erhalten, denen jeweils Vermögen von mindestens 20 Millionen Euro übertragen worden sei – im Schnitt also 327 Millionen Euro.
    Quelle: Manager Magazin

    ———————————————————————————

    Der Umbau des deutschen Arbeitsmarktes: Schon fast 1 Million Leiharbeiter

    Neben Arbeitslosengeld II, besser bekannt als Hartz IV, gehört der Ausbau der sogenannten Arbeitnehmerüberlassung, im Volksmund auch als Leiharbeit bezeichnet, zu den umfangreichsten Eingriffen in den deutschen Arbeitsmarkt, den die Agenda 2010 mit sich brachte. Zwar reicht die Geschichte des modernen Arbeitskräfteverleihs bis in die 1960er Jahre zurück, 2003 fielen in Deutschland jedoch zahlreiche Regularien. Unter dem Stichwort „Flexibilisierung des Arbeitsmarktes“ wurde die Zahl der Leiharbeiter seitdem konstant in die Höhe getrieben.
    Wie die Bundesregierung nun auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag bekannt gab, betrug der Zuwachs allein seit 2014 rund 5 Prozent. Insgesamt 961.000 Menschen waren im vergangenen Jahr als Leiharbeiter beschäftigt, 50.000 mehr als im Vorjahr, 100.000 mehr als zwei Jahre zuvor. Dadurch wird deutlich: Der Ausbau der Leiharbeit ist systemisch und konstant.
    Während das Arbeitsmarktinstrument von seinen Fürsprechern als geniale Methode gepriesen wird, um Arbeitslose zurück in die Beschäftigung zu bringen, beklagen Kritiker einen sukzessiven Umbau des Arbeitsmarktes. Besonders wenn reguläre Festanstellungen mehr und mehr abgebaut werden, um diese durch „flexible“ Leihlösungen zu ersetzten, sind die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft negativ.
    An die Stelle langfristiger gegenseitiger Verpflichtungen tritt ein „Just in Time“-Modell, bei dem Arbeitnehmer nur noch dann im Betrieb sind, wenn das Unternehmen unmittelbaren Bedarf an ihnen hat. Kurzfristig mag das für Arbeitgeber aus finanziellen Gründen attraktiv sein, auf der Strecke bleiben allerdings die Unternehmenskultur und Innovationen aus der Belegschaft heraus, die sich mit ihrem Betrieb identifizieren. Die Leiharbeiter zahlen zudem mit dem Wegfall ihrer sozioökonomischen Sicherheit drauf. Langfristige Planungen sind kaum noch möglich, kein besonders gutes Fundament für eine florierende Gesamtwirtschaft. Die Linke warnt so auch nachdrücklich vor der Etablierung einer Zwei-Klassen-Belegschaft.
    Quelle: RT Deutsch

    Anmerkung Christian Reimann: Eigentlich müssten diese Entwicklung und die damit verbunden Zahlen Anlass für Frau Nahles sein, sich zu schämen. Zur Erinnerung: Im Grundsatzprogramm der SPD von 1989 hatte gestanden, dass Leiharbeit zu verbieten sei. Aber bereits die Schröder-Regierung hatte sich nicht um die programmatischen Inhalte gekümmert.

    ———————————————————————————-

    Hartz IV: Leben mit Schikanen

    Bewerbungstrainings, Computerkurse, Eignungsfeststellungen: Jobcenter verpflichten arbeitslose Hartz-IV-Empfänger zu zahlreichen Maßnahmen – auch wenn diese im Einzelfall nicht immer sinnvoll sind. Für die Betroffenen hat das oft schwerwiegende Folgen. (…) Im winzigen Bürozimmer zeigt Angelika Matzen die penibel beschrifteten Aktenordner in den Regalen, 600 Bewerbungen hat sie in den letzten fünf Jahren verschickt. „Das sind dann die Sachen, die man vom Jobcenter bekommt. Da muss ich mich drauf bewerben. Und mittlerweile sind es schon fünf, sechs Ordner voll!“ Natürlich sind die massenhaften Absagen frustrierend, erzählt Angelika Matzen. Und oft genug schreibt sie Bewerbungen, bei denen sie vorher schon weiß, dass sie keine Chance auf den ausgeschriebenen Job hat. Aber es gilt die Regel: auf alle vom Sachbearbeiter vorgeschlagenen Stellen muss sie sich bewerben. Sonst drohen Sanktionen, sprich: die Kürzung der monatlichen Bezüge. Gegen diese Sanktionen kämpft eine der prominentesten Kritikerinnen dieses Systems, die Hamburgerin Inge Hannemann. „Es hat wirklich zu mehr Entrechtungen geführt, zu – in Anführungszeichen – Zwangsarbeit. Aber wirklich in Anführungszeichen! Weil jede Tätigkeit muss angenommen werden. Und wenn ich jetzt zurückblicke auf die Zeit vor Hartz IV, vor die „Jobcenter-Zeit“, da hatten wir die Arbeitslosenhilfe, Arbeitslosengeld. Und es war nicht möglich, sozusagen die Menschen auf Null zu sanktionieren. Das ist ja dann in Stufen aufgeteilt. Also 30, 60, 90 Prozent Sanktion. Und dann bekomme ich gar nichts mehr. Das ist der große Knackpunkt.“ (…) Die dauernden Bewerbungstrainings und Computerkurse, die das Jobcenter ihrer Angestellten verordnet, hält Inge Hannemann für eine besonders absurde Schikane: „Man sollte sie in Ruhe lassen. Man sollte sagen: „Machen Sie ihren Verein erfolgreich weiter! Bauen Sie den aus! Da gucken wir, dass wir Sie unterstützen, vielleicht im Rahmen einer Selbständigkeit! Und dann sehen wir einfach weiter.“
    Quelle: Deutschlandfunk

    Gefällt mir

  5. Da hast Du Dich aber schön veralbern lassen – durch dies absurde Grafik.
    Ich bin in Vorpommern aufgewachsen und konnte täglich Westfernsehen oder Westradio hören.

    Aber träum ruhig weiter. ;-)

    Gefällt mir

    • Das ist ja interessant. Hast du im Polenrandgebiet gewohnt, im dunkel eingezeichneten Bereich? Gibt es da weitere Quellen? Habt ihr irgendetwas besonderes tun müssen (zB technisch), um die „Propaganda der anderen Seite“ empfangen zu können?

      Gefällt mir

      • 20 km von der polnischen Grenze entfernt.
        Man hatte lediglich eine „Westantenne“ – die war anders ausgerichtet, als die Antennen für den DDR-Fernehfunk.
        RTL oder SFB konnte man mit jedem Kofferradio empfangen.

        Ich habe z.B. nie den „Rockpalast“ verpaßt. Einige Serien wie „Dallas“ oder „Miami Vice“ sind mir auch erinnerlich.
        Und dann noch „Das Boot“ mit Grönemeyer und Prochnow.
        Diverse Boxkämpfe.

        Weitere Quellen? Sprich einfach mal mit Menschen, die dort in der DDR gelebt haben.

        Gefällt mir

        • Cool. Denkst du, das ganze „Tal der Ahnungslosen“ Mem ist aus der Luft gegriffen und alle DDR-Bürger hatten immer Zugang zu Westmedien? Und woher, wenn nicht aus einer traditionellen Uninformiertheit, kommt dann deiner Ansicht nach diese extreme Rechtslastigkeit der Polenrandgebiete?

          Gefällt mir

          • wie fühlt es sich an, wenn eine tiefe überzeugung sich als falsch heraustellt? fängt man dann auch an seine anderen überzeugungen zu hinterfragen? vermutlich nicht..

            Gefällt mir

          • Keine Ahnung, wer Zugang hatte. Ich kann und werde immer nur über das reden, was ich erlebt habe.

            Rechtslastigkeit? 40 Prozent der Wähler sind nicht zur Urne gekrochen.
            Es waren nur rechtslastige Parteien im Angebot. Drei davon ( NPD, FDP und Grüne ) sitzen nicht im Landtag.

            Die anderen Rechtslastigen schon: SPD, CDU, Linke, AfD.

            Gefällt mir

  6. @knurr: Ist die Welt wirklich so klein für dich?

    Gefällt mir

    • Ein heutiges Erlebnis mit den Grünen, auf denen sie auf einem Plakat die AfD als Rassisten und Nazis titulierte, sind für mich die größten Rassisten.

      Als ich darauf aufmerksam machte und sagte, dass ich diese Behauptung ungeheuerlich finde, flippte der Typ fast aus und meinte, jetzt zu wissen, aus welcher „Ecke “ ich käme.

      Von keiner Partei – auch wenn ich provozierte – wurde ich in dieser Form angegriffen.

      Petra Kelly, die Begründerin der Grünen würde sich im Grabe umdrehen, wenn sie das Gesabbere dieser Leute mitbekäme.

      Das sind unsere sogenannten Gutmenschen! Glückwunsch, das wir so was haben.

      Übrigens ist Provokation ein sehr gutes Mittel, um sein Gegenüber aus der Reserve zu locken .

      Gefällt mir

      • Das ist ja das schlimme, diese Menschen sind zur Diskussion garnicht mehr fähig!

        Gefällt mir

        • Ich werde morgen auf jeden Fall einen aus der „Grünen Fraktion“ anrufen, um ihn oder sie von diesem Vorkommnis zu unterrichten.
          So ein Verhalten ist wirklich rassistisch und das kann man nicht so stehen lassen.
          Es ist bekannt, dass viele aus der CDU und auch einige aus der SPD zur AfD gewechselt sind.
          Wahrscheinlich auch einige Grüne und sogar Linke.
          Wir wissen es nicht. Sind das nun alles Rassisten?

          Diese „Grünen“ haben einen großen Topf, wo sie alles hineinwerfen, sobald es nicht mehr ihrer Meinung entspricht.

          Das finde ich sehr beängstigend.

          Gefällt mir

  7. Nein, ich finde es auch übertrieben, AfD-Wähler pauschal als Nazis oder Rassisten zu bezeichnen, auch wenn das auf einen erstaunlich grossen Prozentsatz der AfD zutrifft. Die anderen sind selber keine Nazis oder Rassisten, dulden und unterstützen damit aber solche verfassungsfeindlichen Umtriebe. Was es nicht wesentlich besser macht. Die Grünen sind übrigens nicht alles Spiesser, da gibt es echt gute Leute. Naja.

    Gefällt mir

    • Mit einer Frau, die ebenfalls an dem Stand war,habe ich mich gut unterhalten können. Sie wusste auch, dass bereits jetzt CDU Politiker daran denken, in einigen Jahren eventuell mit der AfD zusammenzugehen.
      Fritz, wie Du schon sagst, ich gibt überall Leute die mit dem Kopf denken – andere wiederum nur mit dem Arsch.
      Das ist in allen Bereichen so.
      Lewinsky macht die Unterscheidung in IQ und AQ.
      Also warten wir es erst einmal ab und trinken eine Tasse Tee.

      Gefällt mir

      • Das wundert mich nicht, wenn CDU-Mitglieder mit der AfD sympathisieren. In der Union gibts schon lange einen dicken braunen Rand. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er oder sie Steigbügerhalter für Nazis sein möchte, oder nur für eine sozialere Politik.

        Gefällt mir

    • Was für Gesindel sich in der PP rumtrieb hat dir keine angst bereitet sondern du hast es gerne unterstützt *augenroll*

      Gefällt mir

      • Falls Du mich meinen solltest. Unterstützt habe ich gar nichts. Das heißt aber nicht, dass ich ein Plakat nicht kritisieren darf.

        Gefällt mir

        • Nicht das Plakat sondern diejenigen, die so ein Plakat und in die Öffentlichkeit stellen.

          Gefällt mir


Comments RSS TrackBack Identifier URI

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s