Piratenpartei 14,5 %

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Gestern waren Parlamentswahlen in Island und die dortige Piratenpartei erhielt 14,5 Prozent der Stimmen, knapp drei mal soviel wie bei der letzten Wahl. Wie geht das, wo die junge Partei in anderen Ländern eine teilweise ganz andere Entwicklung nimmt? Grosses Thema bei der Wahl in Island waren die Panama-Papiere und der bisherige Regierungsschef, den man mit solchen erwischt hatte. Steuer­hinter­ziehung in buchstäblich höchsten Kreisen. Sowas wird natürlich von den Wählern bestraft; zumindest in Island. Waren die Piraten direkt beim Auffliegend des Skandals noch in Umfragen stärkste politische Kraft, so war die Erregung über ein halbes Jahr hinweg so weit abgeflacht, dass es immer noch zum Sturz der konservativen Regierungskoalition reichte. Und warum genau wählten soviele Isländer die junge Partei mit dem pittoresken Namen? Ein kurzer Blick ins 5-Punkte-Wahlprogramm erklärt das: „Piratenpartei 14,5 %“ weiterlesen

Vigilante: Strassenjustiz als App

Stell dir vor, der Polizeinotruf 110 (in den USA 911) geht nicht nur zur Einsatz­zentrale, sondern auch ins Internet und von dort aus per App an alle Smartphones (die es installiert haben). So dass alle mehr oder weniger besorgten Bürger sofort an den Ort eines mutmasslichen Verbrechens, oder wenigstens Notrufs, eilen können, um dort für Anwesenheit, Transparenz, Beistand sorgen zu können. „Vigilante: Strassenjustiz als App“ weiterlesen

CETA: Warum Wallonien gewonnen hat

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Die wallonische Regionalregierung um Paul Magnette (pic) hat, anders als in den Durchschnittsmedien zu hören oder zu lesen, nicht etwa höhere Subventionen herausgehandelt, sondern massive Änderungen am Vertragstext. Die letztendlich dazu führen werden, dass CETA… oder eigentlich dass TTIP scheitern wird. Wie funktioniert das? Lest selbst: „CETA: Warum Wallonien gewonnen hat“ weiterlesen

Politik, Korruption und Stabilität: Eine Erklärung

Es gibt ein neues (von vorgestern) Erklärbärvideo von CPG Grey, in dem er uns veranschaulicht, wie Staaten funktionieren, jeweils als Diktatur oder als Demokratie: Es geht immer um die „Stützen der Gesellschaft“ (wichtige Personen, Leute mit Geld oder Medien oder anderen Machtfaktoren), und wieviel sie vom grossen Kuchen abkriegen. Stabilität entsteht, wenn die Stützen zufrieden sind. Ob die Bevölkerung zufrieden ist, hat auf die Gesamtstabilität einen geringeren Einfluss. Das erleben wir selbst: Es ist mit einer prozentual kleinen Gruppe möglich, Verhältnisse zu ändern, wenn diese auf die Zufriedenheit der Gesellschaftsstützen Einfluss nehmen kann. Korruption ist in diesem Modell also nur der hässliche Name für Stabilität. Richtig. So funktioniert das. Und deswegen müssen wir alle übrigens wählen und uns darüber hinaus artikulieren. Auch und gerade weil diese Mittelsmänner wichtiger sind als die Anführer. Wirklich, das hat CGP grossartig gemacht.

Tiervideo der Woche aus der Zeit nach der Robokalypse

Das Vid zeigt Maschinen, die Federn und Klammern aus Draht biegen, in feiner japanischer Minimal/Industrialästhetik. Oder Robotertierkinder, die an einem komplexen, für uns Humanoide unverständlichen Drahtspiel Vergnügen finden. Wenn die Robokalypse uns Humanoide überflüssig gemacht hat. So dass wir uns über den möglichen Sinn des Drahtbiegespiels auch keinen Kopf mehr machen müssen. idstr.jp via kottke

Zusammenbruch der Energiewirtschaft nur knapp vereitelt

Wir wollen nicht unerwähnt lassen, dass der 23 Jahre alte M.I.T. Alcator C-Mod Toka­mak Fusionsreaktor in Cambridge, Massachusetts am 30. September ganze zwei Sekunden lang gelaufen ist. Von einer solchen Betriebsdauer kann der Wendel­stein 7-X Stellarator des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Greifswald nur träumen, obwohl letzterer für einen Dauerlauf von bis zu 30 Minuten geplant ist. Der Alcator hat bisher noch keinen stabilen Betrieb erreicht, also zuverlässig Strom erzeugt. Soll er auch nicht, sondern forschen. Am nächsten Tag wurde er übrigens abgeschaltet, weil, ähm, kein Geld mehr da ist. Für die letzte Experimentierrunde gabs noch mal 22 Mio USD ausser der Reihe, jetzt wird das Gerät demontiert. Ein Lockheed Martin F-35 Joint Strike Fighter kostet ungefähr das Sechsfache dieser Summe. Und billiger Strom aus Wasserstoff-Fusion würde alle anderen Grosskraftwerke mit ihren bekannten Nachteilen über Nacht veralten lassen. Nicht auszudenken…

HyperNormalisation: Wie unsere Realität hergestellt wird

Wie kommt unsere Realität zustande? Der Dokumentarfilmer Adam Curtis hat uns bereits in seiner BBC-Doku Bitter Lake über Saudi-Arabien und die US-Einmischung im Nahen Osten die Augen geöffnet. Jetzt zeigt er in insgesamt 2 3/4 Stunden, wie das Internet, Ronald Reagan, Syrien, Donald Trump, Occupy, Putin und Facebook zusammenhängen: Die Finanzkonzerne und ihr Griff nach der Kontrolle über alles. Wie kommen wir da wieder raus? Das müssen wir erst noch herausfinden. Oben der Trailer, hier ist die gesamte HyperNormalisation-Doku auf der Thoughtmaybe-Website zu sehen. Wenn ihr euch in den nächsten Wochen und Monaten eine Doku anseht, dann diese.

Sex mit Robotern wird unsere Zivilisation retten

Wer die ersten Folgen der HBO-Serie Westworld gesehen hat, weiss, dass wir in Zukunft unseren Urlaub mit niederschiessen und/oder vergewaltigen von Robotern verbringen werden. Ähnliches wurde in Filmen der jüngsten Vergangenheit ange­deutet, etwa in Ex Machina. Und immer geht es dabei um männliche Fantasien von vereinfachter zwischenmenschlicher Interaktion, handlich reduziert auf nieder­schiessen und/oder vergewaltigen, beides auf Kreditkarte und moralisch einwand­frei, weil es sich bei den Objekten dieser Handlungen um Roboter und nicht um Menschen handelt. Kein Wunder, dass es manchen FeministInnen hier kalt den Rücken runterläuft, im Angesicht solcher zurückgekehrter Handlungsmaximen der Vorsteinzeit. Was, wenn Männer diese Einstellung gegenüber echten und digitalen Frauen verinnerlichen, und dann immer so sind, und nicht nur, wenn sie sich unbeobachtet und/oder von moralischen Zwängen befreit fühlen? „Sex mit Robotern wird unsere Zivilisation retten“ weiterlesen

Das Ende der freien Presse (wie wir sie kennen)

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Wir hören unablässig, dass die freie Presse durch das Internet zerstört würde. Wes­wegen man Abscheulichkeiten wie das Leistungsschutzrecht einführen müsse, das auch den blossen Händlern von geistiger Leistung, also Verlagen und Medien­konzernen, ein neues, frisch ausgedachtes Recht am Weiterverbreiten von Über­schriften und Zusammenfassungen geben müsse. Was ja nichts mit dem Recht des Urhebers am eigenen Werk zu tun hat, schon weil Über­schriften im einfach ver­ständ­lichen Gegensatz zu Romanen, Filmen oder Opern keine urheberrechtlich schütz­baren Werke sind, sondern nur Teile von simplen Sätzen. Bizarr, ja, aber doch ein klarer und direkter Ausdruck der Verwirrung, die von der aktuellen technischen Veränderung unserer Lebensgrundlagen ausgelöst wird. „Das Ende der freien Presse (wie wir sie kennen)“ weiterlesen

Ab wann ist es Kunst?

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Ja, wirklich: Kunst? Die US-Firma Electric Objects mit Sitz in New York stellte ihren EO2 vor, einen HD-Bildschirm für 299 USD mit dazu gehöriger Infrastruktur (Smart­phone-App etc), zum Anzeigen von Kunst. Nicht für Familienfotos oder Texte, Filme oder Games, sondern Kunst. Inclusive einem Bilder-Abo mit den kreativen Höchst­leistungen unserer Zivilisation drin. Van Gogh, Manet, Vermeer, you name it. Alternativ Wasserfälle, Blumenwiesen, Sonnenuntergänge, fotografiert von weniger bekannten schöpferisch Tätigen. In jedem Fall hübsch anzusehen, mitunter geradezu erhebend, wenn ein Werk der Weltklasse ganz bescheiden an der eigenen Wohnzimmerwand wartet. In jedem Fall reine Dekoration, wenn nicht gar Kitsch, und damit bereits weit entfernt vom eigentlichen inneren Auftrag des Kunstschaffens, nämlich bis dahin Unbeschreibbares erfahrbar zu machen. „Ab wann ist es Kunst?“ weiterlesen

Die Wahrheit über die US-Regierung und die Dakota Pipeline

Wir haben ausführlich über die „Honest Trailers“ gelacht, die uns Wahrheiten über Filme und Games nahebrachten, auch ohne Einverständnis der grossen Studios. Jetzt haben wir mindestens so viel Spass mit „Honest Government Adverts“, produziert von den australischen Media-Guerillas bei The Juice Media, welchen die Welt bereits die ausführliche „Rap News“ Reihe zu verdanken hat. Diesmal sehen wir die Wahrheit über die Dakota Pipeline, den Widerstand der Ureinwohner und den augenblicklichen Bruch aller Rechte und Verträge, wenn es um’s grosse Geschäft geht. In diesem Fall: „Die Wahrheit über die US-Regierung und die Dakota Pipeline“ weiterlesen

Der BND ist die neue Stasi

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Spätestens, wenn das eben beschlossene neue BND-Gesetz in Kraft tritt. Dann darf der Geheimdienst völlig legal alle Telefonate im Inland abhören (also alles, was wir am Telefon sagen), alle Internetbewegungen (was wir uns ansehen und anklicken), alles ohne Begründung tun (kein Gerichtsbeschluss etc), alles legal an Auslands­geheimdienste wie die NSA weitergeben (damit auch die anderen Geheimdienste wissen, was wir sagen und tun), und das alles mit verringerter Kontrolle: Es soll ein viertes, „unabhängiges“ und von der Bundesregierung ernanntes Gremium geben, das ebenfalls keinen vollständigen Einblick in die Aktivitäten der Geheimdienste hat. Aber bitte, wir können uns statt dessen auch wegen der „drohenden Islamisierung“ in die Hosen machen. Kein Problem. Infos: netzpolitik, beispielbild: cloned milkmen cc by sa

Der Terror geht weiter: Reichbürger schiesst vier Polizisten nieder

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Im fränkischen Georgensgmünd sollten einem 49jährigen legale Waffen wegen Un­zuverlässigkeit weggenommen werden; der Mann war als „Reichsbürger“ bekannt, gilt also als verfassungsfremd. Bei Ankünft der Polizei eröffnete der Rechtsradikale das Feuer und verletzte vier Polizeibeamte, einen davon schwer. Er konnte anschliessend leicht verletzt festgenommen werden. Pikant ist dagegen, dass bei einer anschliessenden Pressekonferenz der ebenfalls als Rechtspopulist bekannte bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sich als „entsetzt“ darstellte. „Der Terror geht weiter: Reichbürger schiesst vier Polizisten nieder“ weiterlesen

Ein Tweet von Bernie Sanders kostet 387 Millionen

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„Die Gier der Pharmafirmen ist unglaublich. Ariad trieb den Preis einer Leukämie­medikation auf 199.000 $ pro Jahr.“ Nach diesem Bernie-Sanders-Tweet fiel der Aktienkurs des Unternehmens um 12 Prozent, ein Gesamt-Kursverlust von 387 Millionen US-Dollar. Erstens, Danke Bernie, und zweitens, richtig, so geht Politik. Wenn ein Arznei-Monopol so ausgebeutet wird, dass die Behandlungskosten innerhalb eines Jahres vier mal steigen, kündigt ein verantwortungsbewusster Politiker schon mal erhöhte Aufmerksamkeit an. Ach, wenn wir doch auch solche Politiker wie diesen Sanders hätten! Kein Problem: Haben wir. Personen des öffentlichen Lebens, die sich auch mal gegen neoliberale Profitorgien stellen. Kann man in den Sozialen Medien immer wieder nachlesen. Nur unsere „bürgerliche Presse“ findet das weitgehend doof. Klar, die gehört ja mehrheitlich auch irgendwelchen profitmaximierten Unternehmen. Egal. Ich will mehr solche Politiker und mehr Einfluss für solche Politik. Auch kein Problem. Wir müssen die nur wählen. Zumindest, wenn mal alle begriffen haben, dass es in unserem Land weder Burkaträgerinnen noch eine juristisch relevante Abstammungslinie gibt (z.B. „deutsch“, was auch immer das sein soll). Kann nicht mehr lange dauern.
bloomberg, pic donkeyhotey cc by

Uprising

Wir leben in einer aufregenden Zeit, mitten in der beginnenden Informations­revo­lu­tion und an der Türschwelle der Robokalypse. Diese Entwicklung könnte ja durch die expo­nentiell zunehmende Produktivität Arbeiten für fast alle Menschen über­flüssig machen und uns in eine neue Epoche der Kreativität und sozialen Orien­tierung heben. Wenn wir es rechtzeitig schaffen, die Konzentration von Kapital auf­zuheben, damit diese gewaltige Produktivitätssteigerung nicht nur einzelnen, sondern wirklich allen zugute kommt. Die lustige Version der Robokalypse mit durch­geknallten Blechbösewichtern kickstartete grade der US-Filmemacher Ben Hansford: Uprising – A Post Apocalyptic Robot Comedy, in der die Robots finstere Pläne zum Erringen der Weltherrschaft schmieden und inzwischen mit knarziger Stimme patzige Antworten geben, weil sie die Zeit bis zur weltweiten Roborevolte mit Alltagsjobs überbrücken müssen. Der kommende Film besteht überwiegend aus CGI und sollte in absehbarer Zeit auf unsere Bildschirme kommen. Die kapitalistische Singularität der posthumanen Ökonomie kommt dann kurz darauf zu uns nach Hause (ausser, wir tun was dagegen, aber das sagte ich schon).

Wie man ohne Mühe weniger Radfahrer umbringt

Die Niederländer haben einen Trick entwickelt, wie man als Autofahrer mit einem Griff seine Radfahrer-Mordrate drastisch senken kann: Wenn man zum Aussteigen die Fahrertür statt mit der linken Hand eben mit der rechten öffnet, dreht man sich automatisch um und sieht fast von alleine, ob da ein Radfahrer kommt, den man mit seiner abrupt aufgerissenen Tür sonst abschiessen und in den Kraftfahrtverkehr schleudern würde. Entsprechend, wenn man auf der Beifahrerseite Richtung Gehweg aussteigen will, der aber auch einen Radweg enthält. Immer die andere Hand. In den Niederlanden lernen sie das in der Fahrschule. Warum hier noch nicht? 99percentinvisible

Sic transit Britannia

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Das wars dann wohl. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat ange­kündigt, noch vor dem endgültigen Brexit, also Ausstieg Britanniens aus der EU, eine zweite Volksabstimmung (Referendum) zur Unabhängigkeit Schottlands vom Rest des Vereinigten Königreichs durchzuführen. Ausser, die Regierung in London über­gibt quasi-autonome Rechte an die Schotten (eigene Immigrations- und Aussen­politik). Um die schottischen Interessen zu schützen. So oder so. Wir wussten zwar, dass es so kommen wird, aber jetzt ist er eben da, der Salat. Rule Britannia (auf dem pic oben ist eben diese zu sehen, nicht Mrs. Sturgeon) ist damit Vergangenheit. Und, ich sag’s nur ungern: Die Deutschen haben gewonnen. Nicht aus eigener Kraft, sondern wegen der Realitätsverzerrung kleinerer europäischer Randnationen. guardian, pic pd

Was das Bundesverfassungsgericht wirklich zu CETA entschieden hat

Am 17.1.1989 verhandelte der II. Senat des Bundesverfassungsgerichtes über die Verfassungsmäßigkeit des Bundeshaushaltsgesetzes für 1981. Damals hatte die SPD/FDP-Koalition die Kreditermächtigung für den Haushalt um 1,9 Millarden DM höher angesetzt als die für Investitionen vorgesehenen Ausgaben. Da nach Meinung der damaligen Opposition, der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hiermit gegen Artikel 115 des Grundgesetzes verstoßen wurde, hatten 231 Abgeordete der CDU/CSU-Fraktion am 6.9.1982 den Antrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt, die Bestimmung über die damalige Kreditermächtigung für verfassungwidrig zu erklären. Artikel 115 verpflichtet, die Verschuldung unterhalb der für Investitionen vorgesehenen Ausgaben zu halten. Die Entscheidung in diesem "Abstrakten Normenkontrollverfahren" soll am 18. April 1989 verkündet werden.

Die Eilanträge seien erfolglos, titelt das Blog des obersten juristischen Organs unseres Landes. Die, sagen wir mal, bürgerliche Presse stösst ins gleiche Blech­blasinstrument. Nur: Was genau ist da höchstrichterlich geurteilt worden? Wie eigentlich immer im Dunstkreis der rotrobigen Richter etwas, das man so nicht erwartet hätte. Tatsächlich fanden die Guardians of the Deutsche Grundgesetz, dass die Eilanträge so nicht sein müssen, beziehungsweise, dass man das alles auch in der kommenden Hauptverhandlung besprechen könne. Und dass diese Ablehnung an Bedingungen geknüpft ist. Nur so ein paar. Ganz wenige. Die aber letztendlich alles kaputt machen (was der CETA-Vertrag wollte). Zum Beispiel: „Was das Bundesverfassungsgericht wirklich zu CETA entschieden hat“ weiterlesen

Wir werden bestohlen, während wir zusehen: Neue Internetgesetze

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Während sich die Leute hier noch den Kopf darüber zerbrechen, ob irgendwelche Syrer oder Eritreer irgendeinen Einfluss auf dieses Land hätten oder ob man Sachsen unter psychiatrische Aufsicht stellen muss, werden in Brüssel neue Gesetze erfunden, damit sehr grosse Unternehmen mehr Geld von uns allen bekommen, ohne dafür auch mehr leisten zu müssen. Ich erklär das mal genauer. Zunächst ist es wichtig, zu erwähnen, dass nicht irgendeine gesichtlose EU-Bürokratie schlimme Dinge erfindet, sondern dass ein abgehalfterter deutscher Politiker dahinter steckt. Der seinen Landesministerpräsidentenjob damals aufgeben musste, weil er mehr­fach einen NSDAP-Richter aus seiner Heimatgegend gelobt und in Schutz genommen hatte. Der dann nach Brüssel in die EU-Kommission abgeschoben wurde, weil er ja nur im Inland peinlich geworden war, ansonsten aber erstklassige Kevlarqualitäten aufweist: Seit er zuerst EU-Kommissar für Energie, dann für Digitale Wirtschaft wurde (jeweils auf Betreiben unserer Bundesregierung), setzt er sich massiv für die Interessen der grossen Unternehmen ein und zeigt dabei kein Peinlichkeitsempfinden. Ein Mann ohne Gewissen: Günther Oettinger. „Wir werden bestohlen, während wir zusehen: Neue Internetgesetze“ weiterlesen

Depression und Politik

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Über fünf Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter sind in Deutschland depressiv, acht Millionen insgesamt. Frauen unter 30 drei bis vier mal so häufig wie Männer über 65. Mehr Wahlberechtigte also, als sich bei der letzten Bundestagswahl aktiv für die Linke, Grünen oder CSU entschieden hatten. Was hat das für Folgen für den gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozess, wenn acht Millionen Wahlberechtigte (also mehr als Linke, Grüne und Piraten zusammen Stimmen erhalten haben, oder halb soviel wie CDU-Wähler) grundsätzlich davon ausgehen müssen, dass am Ende sowieso alles egal ist? Das ist jetzt nur ein Beispiel. Die gesellschaftliche Realität hat eben manchmal keinen Platz für politisches Interesse. Und das ist fatal, weil es immer jemanden gibt, der bei der Wahl seine Stimme abgibt, und immer jemanden, der im wackligen demokratischen System für seine eigenen Interessen arbeitet. Das muss verbessert werden, denke ich. Die Lösung dafür müssen wir allerdings noch erarbeiten. pic Ryan McGuire cc 0

Stranger Things, Atari Version

Die Retro-Enthusiasten 8 Bit Cinema haben nach anderen Pixelausgaben bekannter Filme auch eine Bearbeitung der Netflix-Serie Stranger Things vorgelegt. Alle zentralen Elemente des 8-Teilers sind vorhanden, aber so richtig lustig ist das Vid hier erst, wenn man die acht Retro-Mystery-Folgen gesehen hat. Also schaut sie euch an, auf Netflix oder sonstwo im Internet. Synopsis: Kids wachsen in den 80er auf, werden mit schrecklichen CIA-Experimenten konfrontiert, besiegen ein ausser­weltliches Monster. Winona Ryder spielt die verständlicherweise hysterische Mutter, die ganze Erzählung in acht Teilen ist grossartig. via mefi