Mehr globale Erwärmung durch Stauseen

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Wasserkraftwerke gelten derzeit als ökologische Hoffnungsträger: Sauberer Strom, CO2-neutral und sanft. Allerdings hat ein internationales Forscherteam gerade eine Arbeit veröffentlicht, die uns das Gegenteil zeigt. Stauseen – und fast alle Wasser­kraft wird durch angestaute Flüsse erzeugt – sind überschwemmte Täler, auf deren Grund pflanzliches Material über Jahre hinweg verrottet. Zusätzlich wird Biomasse durch den Zufluss eingeschwemmt; in landwirtschaftlich genutzten Gebieten kommt Dünger als Wachstumsbeschleuniger für Algen und Mikroben mit dazu. Das alles erzeugt Methan, ein Gas, das 25mal so stark zur globalen Erwärmung beiträgt wie Kohlendioxid (CO2).

Rechnet man den gemessenen Methanausstoss aller Stauseen zusammen, so liegen diese als Klimawandelverursacher weltweit an achter Stelle, gleich hinter Brasilien. Das entspricht etwa einem Sechstel der Klimagasproduktion der USA. Das Problem wird derzeit stärker, weil auf der ganzen Welt immer neue Stauseen gebaut werden, um dem wachsenden Energiehunger zu begegnen. Wie lässt sich dieses Problem lösen? Wie können wir auf Stromerzeugung durch Uran, Öl, Gas und Wasser verzichten? Ganz einfach: In Deutschland, einem eher verregneten, nur mässig sonnenüberfluteten Land, kommt an guten Tagen heute bereits zwei Drittel der benötigten Elektrizität aus Solarzellen. Je weiter südlich oder Richtung Äquator (das gilt bereits für Deutschland), desto effizienter. Das bedeutet, dass sich innerhalb weniger Jahre die gesamte globale Stromerzeugung auf Solarenergie (plus ein wenig Wind und Wellen) umrüsten liesse. Wenn wir das wollen.

popsci via slashdot, pic jcookfisher cc by

6 Kommentare

  1. und in der nacht und im winter bloggen wir dann halt nicht ;)

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    • Ach wenn doch nur endlich jemand etwas erfinden würde, womit man Strom speichern könnte! Wir könnten es ja „Batterie“ oder „Akku“ oder so nennen…

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      • das funktioniert vlt in einem „smart grid“ für privatverbraucher.
        aber die industrie kann sich auf sowas glaube ich nicht verlassen.

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  2. warum machen viele der grossen umweltorganisationen in ihren kampagnen nicht deutlicher, dass unsere zukunft und das überleben der menschheit nur vegan sein kann? warum ignorieren sie alle die umweltzerstörende fleisch- und milchindustrie in ihren kampagnen? was bringt ein weltklimagipfel? unsere massentierhaltung ist für mehr als die hälfte aller globalen co2 emissionen verantwortlich, somit ist unser fleischkonsum hauptverursacher des durch den menschen verursachten klimawandels. die industrielle tierhaltung schadet der erde mehr als jede andere industrie. erstaunlich, dass viele umweltschutzorganisationen diese tatsache in ihren kampagnen völlig ausser acht lassen.

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    • Weil das ziemlich unsexy ist und die Organisationen zahlende Mitglieder brauchen. Und selbst wenn sie die in Veganern, oder solchen die sich einen veganen Lebensstil vorstellen können fänden, müsste man konsequenterweise vor der Nutztierindustrie noch die „Haustierindustrie“ abschaffen. Und bei allein ca. 10 Millionen Hunden in Deutschland fände sich dafür bestimmt keine Mehrheit…

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  3. Die Untersuchung ist mal ziemlicher Quatsch,

    Ja, beim Anstauen wird Landfläche überschwemmt und deren Biomasse kann dann partiell in Methan umgesetzt werden. Aber das ist ein einmaliger Vorgang.
    Aber schon solche Dinge wie Düngereintrag einem Stausee anzulasten ist doch hirnrissig. Wenn da kein Stausee wäre würde der Eintrag halt in einen Fluss stattfinden und dort würden Algen etc. gedeihen.

    Dann das Zusammenrechnen: Dabei sollte man vielleicht auch mal die Fläche in Betracht ziehen, vor allem aber mal Vergleiche heranziehen. Nach dieser Untersuchungsmethodik wäre jeder Wald eine unverantwortliche Methan-Schleuder. Also verbetonisieren wir doch die Landschaft.

    Und bis zur photovoltaischen Vollversorgung ist es noch ein weiter, weiter Weg, den zu gehen es sich zwar lohnt, den man mit dem Verweis auf Akkumulatoren als Energiespeicher derzeit aber als Realitätsfremd abtun muss. Und gerade im so wichtigen Bereich wie den erneuerbaren Energien auf DIE verlässlichen Grundlastkraftwerke zu verzichten (neben Biogasanlagen deren derzeitiges Potenzial aber schon bald erschöpft ist wenn man nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln treten möchte) ist grob fahrlässig und naiv.

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