Das Ende der freien Presse (wie wir sie kennen)

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Wir hören unablässig, dass die freie Presse durch das Internet zerstört würde. Wes­wegen man Abscheulichkeiten wie das Leistungsschutzrecht einführen müsse, das auch den blossen Händlern von geistiger Leistung, also Verlagen und Medien­konzernen, ein neues, frisch ausgedachtes Recht am Weiterverbreiten von Über­schriften und Zusammenfassungen geben müsse. Was ja nichts mit dem Recht des Urhebers am eigenen Werk zu tun hat, schon weil Über­schriften im einfach ver­ständ­lichen Gegensatz zu Romanen, Filmen oder Opern keine urheberrechtlich schütz­baren Werke sind, sondern nur Teile von simplen Sätzen. Bizarr, ja, aber doch ein klarer und direkter Ausdruck der Verwirrung, die von der aktuellen technischen Veränderung unserer Lebensgrundlagen ausgelöst wird.

Dieselbe Verwirrung ist es, die solche oben erwähnten Händler geistiger Werke dazu bringt, die gewinnbringende Weiterverbreitung ihrer geistigen Handelsgüter auf Facebook, dem für geistige Teenager vorbehaltenen Teil des Internets, zu verlagern. Allerdings will die Soziale Profitplattform für solche kommerziellen Unternehmungen Geld haben. Also entwickelten die Händler des Geistigen den Plan, bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens (mit geringeren Summen) dafür zu bezahlen, ihre Handelsware auf Facebook zu verlinken, um damit mehr Leser, Zuseher, Werbezielpersonen zu gewinnen. Geniale Idee oder aus dem Fenster geschaufeltes Geld – in jedem Fall zeigt die Vorgehensweise deutlich, dass keiner Beteiligten den Plan einstecken hat, wie man mit Publishing, Copyright oder Geld machen im Angesicht der Cyberkalypse umgehen soll. Da müssen wir jetzt wohl ganz ruhig bleiben und abwarten, wie sich das alles entwickelt. via gizmodo

2 Kommentare

  1. Die ist doch shon lange vorbei – spaetestens seit dem „embedding“ in Kriegsberichterstattung; das ist wie weiland bei der Wehrmacht.
    Es ist aber zivil noch weitaus schlimmer: Da gibt es „Embargos“ fuer bestimmte Reporter und Zeitungen (und wohl auch Funkstellen), speziell fuer die neuesten Berichte, die nur mit Erlaubnis zugaengig sind. Wer ausgeschlossen ist, bekommt das also alles nicht – und zweite Berichte liest keiner mehr – der Kuchen ist schon gegessen.
    Somit -und mit Internet- und Privatlebens-Kontrolle ist „1984“ schon lange Alltag geworden: Denkt doch mal an die ganzen Kameras, die da auf PCs, Laptops, und Handies draufsitzen – was da alles sichtbar gemmacht werden kann!

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  2. Korrektur: … ein frisch ausgedachtes *Privileg*.
    Rechte sind nichts was man bekommen oder einem weggenommen werden kann.

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