Vigilante: Strassenjustiz als App

Stell dir vor, der Polizeinotruf 110 (in den USA 911) geht nicht nur zur Einsatz­zentrale, sondern auch ins Internet und von dort aus per App an alle Smartphones (die es installiert haben). So dass alle mehr oder weniger besorgten Bürger sofort an den Ort eines mutmasslichen Verbrechens, oder wenigstens Notrufs, eilen können, um dort für Anwesenheit, Transparenz, Beistand sorgen zu können.

Oder für Selbst­justiz, Behinderung von Einsatz- und Rettungskräften, unerfreuliche, moderne Formen der Anarchie? Letztere bedeutet ja eigentlich „Abwesenheit von Herrschaft“, wird aber gerne als „Abwesenheit von Ordnung“ missverstanden, was hier eindeutig zuträfe. Zumal die Missbrauchsmöglichkeiten massiv sind: Privates Swatting ohne echte Sanktionen wäre vom Tag eins an der neue Volkssport. So sehr ich den jungen App-Entwicklern einen Erfolg gönnen würde, so bescheuert finde ich die Idee von Vigilante. Das ist nicht die Gesellschaft, in der ich leben möchte. Können wir das Konzept nicht umdrehen, von Vigilantentum auf Nachbarschaft? So dass man einen Hilferuf per Smartphone-App („The hood“) an die nächsten Phones schicken kann? Nein, nicht mal dann. vigilante

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