Der Schlaf der CSU gebiert Ungeheuer

goya

Das Bild und Mem vom Schlaf der Vernunft ist von Francisco de Goya und von 1799: El sueño de la razón produce monstruos. Die CSU dagegen hat sich gerade wieder einmal fürs Weiterschlafen entschieden: Während Millionen von Bewohnern dieses Landes, einschliesslich der 1,5 Millionen CSU-Wähler (40,5%, Europawahl 2014) vor allem ihre Ruhe haben wollen, genug zu Essen, eine schöne Zeit, keinen Stress mit anderen und eine Zukunft für ihre Kinder, gibt sich die bayrische Folklorepartei ohne Gegenstimmen der Parteitagsdelegierten ein inzwischen siebtes Grundsatz­programm mit der Überschrift „Die Ordnung“. Grundpfeiler dieser „Ordnung“:

Leitkultur, also der Anspruch auf Kulturhoheit der Bajuwaren, Obergrenzen für Refugees, also offener Bruch des Grundgesetzes, „starker Staat“ vertreten durch die korruptesten Politikdarsteller der Bundesrepublik und überhaupt „Ordnung“ in einer „Welt von Unordnung“, dem ältesten Taschenspielertrick öffentlicher Beeinflussung, bei dem zunächst behauptet wird, wir alle seien von aussen bedroht, um dann zu versprechen, nur die eigene Partei können hier abhelfen.

Als Bedrohung der eigenen Pfründen (Spitzenpolitiker werden extrem gut bezahlt) hat man die „Linksfront“ aus SPD, Grünen und Linkspartei ausgemacht – die ja tatsächlich für eine politische Wende in Deutschland sorgen könnte, zugunsten des Prekariats (das wirtschaftlich untere Viertel der Bundesbevölkerung) und der Mittelschicht (ca 60 % unserer Bevölkerung), und damit zuungunsten der bisher blühenden verbleibenden 15 %igen Oberschicht. Eigentlich geht es nur und ausschliesslich darum: Soll die Spaltung unserer Gesellschaft so rasant weitergehen wie bisher, was die CSU als „Ordnung“ bezeichnet, oder soll sie gebremst, wenn nicht gar bestenfalls vermindert werden, was die CSU als „Unordnung“ und „Linksfront“ disst. Zur Aufrechterhaltung ihrer Bereicherung scheut die CSU vor keinem Mittel zurück: Hasspredigten der Parteispitzen am äussersten rechten Rand liefern die Rechtfertigung für Gewalt gegen angebliche „Ausländer“, Brandanschläge gegen angebliche „Ausländerwohnungen“ und einen mühevoll erzeugten Rechtsrutsch in Teilen des Prekariats, das man währenddessen weiter bestiehlt.

Ginge es nach der CSU, dann würde selbst der kaum über Hartz4 liegende Mindestlohn abgeschafft, damit die Ausbeutung in unserem Land endlich wieder frühindustrielle Ausmasse erreicht. Wir werden sehen, wie das weitergeht. Teile der Medien sind ja fest in der Hand von CSU-Hauptsponsoren, dennoch ist der Stern der ehemaligen Volkspartei mit Sinken beschäftigt. Gut so. Saurier gehören ins Museum, nicht in die Regierungen.

Die Presse so: tagesschau, spon, deutschlandfunk. pic pd

2 Kommentare

  1. Wenn sich der Deutsche zwischen Unordnung und Unfreiheit entscheiden soll, dann wählt er die Ordnung.

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    • =) also auf die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unfreiheit wähle ich Pizza

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