USA: Wie man die Wahlmänner los wird

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Nach der US-Präsidenten-Wahl ist die Empörung gross, dass Trump Nationalchef wurde, obwohl er in Prozent weniger Stimmen hatte als Clinton. Dafür aber mehr Wahlmänner. Bisher gilt nämlich, dass die US-Bundesstaaten unterschiedlich viele Wahlmänner je nach Einwohnerzahl stellen, diese aber dann ihre Stimme immer gemeinsam abgeben. So dass die Wahl immer in den selben 6 Bundesstaaten ent­schieden wird. Besser wäre, wenn entweder gar keine Wahlmänner mehr benötigt würden, oder diese an das Verhältnis der gültigen Wählerstimmen gebunden wären. Wenn etwa im Bundesstaat Apache 60 % für Müller und 40% für Meier stimmmen, dann hätte heute Müller 100% der Wahlmänner, und nicht nur 60%. Das muss aber nicht immer so bleiben: Bisher haben bereits 11 Bundesstaaten das National Popular Vote Gesetz angenommen, das für die von uns alle als gerechter empfun­dene Verteilung sorgen würde. Wenn noch weitere sechs Bundesstaaten (und bereits 12 weitere haben das Gesetz zumindest in einer von beiden Kammern des Parlaments verabschiedet) so entscheiden, wird es in Zukunft keine Über­rasch­ungen beim Auszählen mehr geben. Zum Vergleich: In Deutschland einigen sich die Koalitionen der Länderregierungen darauf, ob sie im Bundesrat gemeinsam oder geteilt abstimmen, das ist bereits ein wenig näher am Wählerauftrag. Pic oben: Anzahl der Wahveranstaltungen je Bundesstaat 2016 nationalpopularvote via mefi

4 Kommentare

  1. Ich wusste nicht, dass Trump absolut weniger Stimmen erhalten hat, danke Fritz.

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  2. Man muss natürlich auch sagen Trump hat seinen Wahlkampf darauf zugeschnitten zu gewinnen und sich wie ein Geschäftsmann verhalten. Er (oder sein Team) hat geschaut wie man mit möglichst geringen Ausgaben (da er ja wesentlich weniger Geld als Clinton zur Verfügung hatte) trotzdem gewinnen kann.
    Gäbe es ein einfaches Mehrheitswahlsystem hätten beide Kanditen natürlich einen völlig anderen Wahlkampf geführt, mit einem völlig unbekannten Ausgang.
    Ich will damit sagen, das man nicht einfach sagen kann mit einem anderen Wahlsystem hätte X oder Y gewonnen. Man darf Ergebnisse nicht einfach als singuläres Ereignisse betrachten sondern muss schauen wie sie zustande kamen.
    Gerade in den USA ist das Ergebnis sehr stark von der Strategie abhängig, die Clinton Leute haben sich total verzockt und deswegen verloren. Wie der Ausgang bei einem anderen Wahlsystem wäre ist völlig offen.

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  3. Wie groß ist wohl jetzt die Chance, dass dieses System geändert wird? Schließlich hat es den zukünftigen Amtsinhaber ganz gut auf den Thron gebracht. Ich denke mal nicht, dass die Lust auf Veränderung da besonders groß ist.

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