US-Wahlen: Die Heulsusen haben gewonnen

uselections2016voterturnout

Bei den Wahlen in den USA am letzten Dienstag ging es um viel mehr als den oder die nationale(n) Politikhauptdarsteller(in), sondern um eine Weichenstellung zwischen konservativer oder sozialdemokratischer Mehrheitspolitik. In harten Zahlen, nämlich Millionen von Wahlberechtigen, dargestellt, ist klar zu erkennen, dass 40 % bereits aufgegeben haben, überhaupt auch nur zur Wahl zu gehen. Was allein ja nicht ausreichen würde, um seine eigenen Interessen zu vertreten. Dabei wären Themen wie Mindestlohn, soziale Absicherung, Recht auf Rente, Bildung und Gesundheit oder ein Ende der Zweiklassenjustiz durchaus im Interesse der 100 Millionen. Hierzulande haben wir Bundeswahlbeteiligungen von über 70 statt den US-amerikanischen 60%. Ich wage zu behaupten, dass ein bedeutender Teil davon einfach irgendwas wählt. Ohne nachzudenken, was das für einen selber bedeutet. Trotzdem gewinnen auch hierzulande die Heulsusen locker jede Wahl. Und beschweren sich nachher, dass die Gewählten machen, was sie wollen. Klar ist Politik unverschämt kompliziert – aber das Problem liesse sich leicht für jeden Einzelnen lösen, wenn jede(r) sich überlegt, was (zum Beispiel) die drei wichtigsten Punkte wären. Und diese dann vergleicht mit den tatsächlichen, nachprüfbaren Entscheidungen von Parteien und Politikern. Der Nachteil: Man muss sich ab und zu ne Stunde hinsetzen und nachschaun, und man ist damit konfrontiert, dass man ja offenbar die Verantwortung für sein Leben übernommen hat. Oder man bleibt eine Heulsuse. Das ist einfacher. pic: us election project via wapo

13 Kommentare

  1. Mindestlohn – 8,50 oder inzwischen 8,85€ Tolle Errungenschaft von denn Sozialen natürlich.

    Recht auf Rente!! Ha,haha, wie lange noch? Du bekommst keine mehr.
    Zweiklassenjustiz
    Hm, haben wir die hier nicht?Unterhalte Dich einmal mit einem Strafverteidiger.

    Warte mal ab, was 2017 mit diesen „Sozialen Parteien“ geschieht.

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    • Deswegen brauchen wir ja dort wie hier eine sozialere Politik. Mit Mindestlöhnen und -Renten im existenzsichernden Niveau. Und das sind über 1000 netto. Und keine neoliberalen Spacken wie Trump oder unsere AfD hier. Die SPD ist, wie auch dort die mainstream Democrats, keine grosse Hilfe. Da müssen wir noch nachlegen.

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  2. hillary als „sozialdemokratische mehrheitspolitik“ zu titulieren ist peinlich.

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    • Da stimm‘ ich Dir mal ganz fest zu!

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    • Nee: „konservative oder sozialdemokratische Mehrheitspolitik“ ist Peinlich. Beide. Nur mit Wutbürgertum alleine kriegen wir das nicht gelöst.

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  3. man mag das als ideologisch oder unpragmatisch bezeichnen, aber vielen menschen ist der massenmörderische imperialismus der clintons und ihre nähe zum großkapital (siehe podesta-„leaks“) ein so derart zuwider, dass sie es nicht geschafft haben, ihr als dem kleineren übel ihre stimme zu geben.

    und wenn ich mir die wahlergebnisse in den einzelenen bundesstaaten so anschaue, wüsste ich auch nicht, wo ein paar mehr blaue votes aus der intelligenzia einen anderen wahlmann hätten hervorbringen können.

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    • Das ist es warum ich von Sanders so enttaeuscht bin.
      Das war kein kleines Grueppchen – das waren Leute aus der gleichen Partei – aber ebenfalls nicht mit Parteipolitik zufrieden.
      Dann muss man eben mal in den sauren Apfel beissen – und entweder „NEIN!“ sagen – oder gar das Haus verlassen.

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      • Da ist Bernie wohl realistischer als du. Er ist ja auch schon sein ganzes Leben Politiker. In dem Sinn, dass er Schwarzweissbilder von ihm gibt, wie er auf ner Demo gegen Ungleichheit verhaftet wird. Wenn man das grosse Ziel nicht erreich, muss man eben etwas niedriger zielen. Das macht Bernie ganz gut. Wir brauchen Leute wie ihn und Jeremy Corbyn.

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      • @JoB Wie sagt Kästner doch :

        „Ich setze mich sehr gerne zwischen Stühle….“

        Damit sagt er genau das, was der kleine Mann tut.
        Nicht „Ja und auch nicht Nein “ sagen.

        Wie sagt der Normalbürger auch jetzt wieder. „Man wird sehen…“
        Wir haben inzwischen doch genug gesehen.
        oder „Man kann’s nicht ändern.“

        Hätte man auch vorher seinen Arsch erheben müssen.

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  4. Politik ist nicht kompliziert. Sie dient dazu einen Betrug nach dem anderen per schriftlichen Gesetz zu legalisieren…

    …irgentwann wird die Gesellschaft dadurch dermaßen geschädigt, das sie zusammenbricht. Kurz vor diesem Punkt stehen wir gerade. Es ist nur noch eine Frage der Zeit…

    Nihilus

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    • Ach, diese Endzeitromantik. Nein, Politik ist sowohl das, was du sagst, als auch unser gemeinsamer Meinungsbildungsprozess, in dem wir alle uns darauf einigen, was weiter passieren soll. Da müssen wir also differenzieren.

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    • @Nihilius Und die Zeit bis dahin ist nicht mehr lang.

      Das wird dann der 4. Brexit sein, vielleicht auch der 5. oder 6. -aber die meisten gucken weg und bauen sich weiterhin ihre Traumwelt auf wie Hans Guck in die Luft und wie unser lieber alter Fritz.

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  5. „….,in dem wir alle uns darauf einigen, was weiter passieren soll.“

    Lieber Fritz, wie soll denn das gehen. Hast Du Familie ?
    Ich schätze nein.
    Versuche mal eine Familie unter EINEN HUT zu bringen.

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