Der Chrome Browser gehört jetzt der Unterhaltungsindustrie

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Seit dem letzten Update für Chrome und Chromium (ja, auch die „freie“ Version ist betroffen) ist das eingebaute DRM („Kopierschutz) Widevine nicht mehr abschaltbar. Das bedeutet, dass der Chrome Browser zu einem Internet-TV-Gerät geworden ist, bei welchem die Anbieter bestimmen, was du sehen darfst und was nicht. Zusätzlich stellt das fest integrierte DRM ein juristisches Problem für Security Fachleute dar: Diese können nun nicht mehr uneingeschränkt über Probleme des Browsers be­rich­ten, ohne deswegen in Gefahr zu kommen. Glücklicherweise gibt es Alternativen wie den von einem unabhängigen Team produzierten und weiterentwickelten Firefox. Disclaimer: Auch dieses Blog wird unter Verwendung von Firefox recherchiert und publiziert. slashdot, boingboing

Calexit: Wird Kalifornien 2018 unabhängig?

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Im wirtschaftlich stärksten Bundesstaat der USA (weltweit die Nummer 6, hinter Deutschland und Britannien, vor Frankreich) wächst das Bedürfnis, sich von den ins Agrarzeitalter zurücksinkenden USA abzuspalten. Die Yes California-Bewegung mit derzeit 7000 Volunteers will in wenigen Wochen mit dem Sammeln von Unter­schriften beginnen, um dann 2018 eine Volksabstimmung durchzuführen. Diese wäre nicht aussichtslos – bei der zurückliegenden Präsidentenwahl im November 16 erhielt die Kandidatin der Democrats 61,5% der Stimmen, während sich der orange­gesichtige Vertreter der Republicans mit 31,5% begnügen musste. Wenn die Volks­ab­stimmung im nächsten Jahr durchgeführt wird und das Ergebnis „Unabhängigkeit“ lautet, ist allerdings noch einen Vielzahl an politischen Hürden zu überwinden. Das demokratische Votum bleibt in jedem Fall eindeutig. Inzwischen hat die Regierung des Bundesstaats energischen Widerstand gegen die neuen Regelungen aus Washington, D.C., angekündigt. Man wolle Steuern, die bisher an die US-Bundes­regierung gehen, künftig einbehalten und für humanitäre Zwecke nutzen – das wäre bitter für die politisch weiter rechts stehenden, ärmeren „Red States“. Die Karte oben stellt eine weitere, allerdings noch weniger wahrscheinliche Variante dar: Die Union der US-Pazifikstaaten Kalifornien, Oregon und Washington mit dem weit liberaleren Kanada. In jedem Fall nimmt die Unruhe in den US of A exponentiell zu. mercury, fox, cbs, pic: thinkpol

USA: Der Staatsstreich entfaltet sich

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Noch wissen wir nicht, ob es ein Staatsstreich ist, oder wenn, ob er gelingt. Aber das anglophone Sprichwort von der Ente, die man für eine solche halten darf, wenn sie artgemäss läuft, schwimmt und quakt, weist uns deutlich auf die Möglichkeit hin. Im Augenblick werden Reisende aus angeblichen Terrornationen (definiert durch präsidentialen Erlass, ohne Reaktion des Parlaments) an US-Flughäfen vom Grenzschutz festgehalten, selbst wenn sie die US-Staatsbürgerschaft besitzen, und obwohl inzwischen vier Gerichtsurteile das verbieten. Die Anwälte der Internierten werden davon abgehalten, mit ihren Klienten zu sprechen und die Verantwortlichen der Grenzbehörden weigern sich, mit Mitgliedern des Parlaments zu sprechen. Währenddessen gibt der rechtsradikale ehemalige Goldman-Sachs-Mitarbeiter und Breitbart-Chef Steve Bannon im National Security Council die Befehle, obwohl er diesen Posten ohne vorgeschriebene Zustimmung des Senats eingenommen hat, während die Chefs der bisherigen Sicherheitsbehörden aus den Sitzungen des Council ausgeladen wurden. Warum wehrt sich das Parlament nicht gegen seine Entmachtung und die Auflösung von verfassungsgemässen Rechten? Weil es, egal ob Trump Präsident bleibt oder nach kommenden, unausweichlichen, irrationalen Anfällen durch Pence ersetzt wird, einen Machtgewinn für die antidemokratischen Kräfte im Land bedeutet. Die Patrizierklasse der USA gewinnt dabei auf jeden Fall. Ich wünsche den Bewohnern der USA viel Glück. Das Bild ist aus der Amazon-Serie „The Man In The High Castle“ nach einem Roman von Phil K. Dick.

US-Einreiseverbot vs Terroristenherkunft

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Horst Seehofer, der bayerische Möchtegern-Trump, erklärte zum grossen orangen US-Diktator gegenüber der hiesigen Presse: „Er setzt mit Konsequenz und Geschwindigkeit seine Wahlversprechen Punkt für Punkt um.“ Wie das aus nach­prüfbaren Zahlen erstellte Diagramm anschaulich zeigt, kam kein US-Terror­verdächtiger in den letzten Jahren aus Ländern, die heute mit einem Einreiseverbot belegt sind. Das Verbot selbst beruht auf einer „executive order“ des obersten US-Kürbis; diese Erlasse haben tatsächlich keine Verfassungsgrundlage und können vom Parlament einfach überstimmt werden (so wie das im Fall von Obamas Schliessung des Guantanamo-Gefängnisses geschah). „US-Einreiseverbot vs Terroristenherkunft“ weiterlesen

Weltverschwörung der jüdischen Grossbanken aufgedeckt

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In letzter Zeit fällt mir verstärkt auf, dass auch ausgesprochen aluhutlastige Rechts­randblogs gerne mal auf meine kritischen Beiträge verlinken. Was mich ebenso ausge­sprochen amüsiert, weil dieses kleine Blog (knapp 5 Mio Aufrufe in 8,5 Jahren) ja eher der Popkultur, der Raumfahrt, der Autoritätskritik und der sexuellen Befreiung nahesteht. Ebenso amüsiert war ich, als bei einem völlig überfüllten Stammtisch meiner kleinen Piratenpartei nach dem Berlinhype von 2011 ein Besucher mit ernster Miene darauf beharrte, dass das Hauptproblem unserer Zeit ja die „Weltverschwörung der jüdischen Grossbanken“ sei, worum man sich auch an erster Stelle kümmern müsse. „Weltverschwörung der jüdischen Grossbanken aufgedeckt“ weiterlesen

Das Ende der Kinderarbeit (und der Globalisierung)

Aber noch nicht dieses Jahr. Sewbo ist ein Startup aus dem US-Silicon-Belt an der Westküste, das Roboter entwickelt (bzw die passende Software für kommerziell erhältliche Industrieroboter, der hier verwendete Typ kostet derzeit um 30.000 Euro), die nach der Auto-Industrie auch die Textil-Industrie automatisieren sollen. Bisher führt da kein Weg hin, weil Stoffe eben nicht steif und starr sind wie Stahl und Plastik, sondern weich und knittrig, und eine Menge an Echtzeit-Prozessorleistung benötigen, und dazu ziemlich viele geschickte Finger. Der Trick, den Jonathan Zornow und seine Mit-Programmierer bei Sewbo ausgedacht haben, ist simpel: „Das Ende der Kinderarbeit (und der Globalisierung)“ weiterlesen

Die Wahrheit über Haie

Surfer und Haie, die Kombination kennen wir aus unzähligen Horrormovies. Die meistens damit enden, dass vom Surfer wenig übrig bleibt. Andererseits wissen wir, dass weltweit weit mehr Leute an Bienenstichen oder Aus-Dem-Bett-Fallen sterben als durch Haiangriffe. Jason Griffeth hat mit seiner Kameradrohne (DJI Mavic Pro) einen bei Surfern beliebten Strand in Florida gefilmt – einschliesslich der riesigen Haie im Wasser, direkt unter den Brettern. Die Haie sieht man durch das sonnenglitzernde Wasser nicht, solange man nahe der Oberfläche ist. Nur aus grosser Höhe. Was lernen wir aus diesem Amateurfilm? Dass Haie auch nur ihre Ruhe haben wollen? Ja, wahrscheinlich das. upi via mefi

Johansson stellt Möbel richtig (weg aus der Realität)

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Der schwedische Bildhauer/Objektkünstler Michael Johansson hat eine Gabe, wie man sie in der Kunst eben so selten antrifft wie maximal noch in Computergames: Alltägliche Dinge, hier Möbel und Accessoires, werden zu Wänden, zu Texturen, zu irrtümlich ausgelesenen Grafikspeichern, nur eben in deiner Strasse (oder der Galerie im Nachbarviertel) statt auf dem Bildschirm. Er nimmt Vertrautes und malt damit. Ein Genie, dieser Johansson. „Johansson stellt Möbel richtig (weg aus der Realität)“ weiterlesen

Sowjetunion von Amerika: 10 Jahre Haft für Journalisten

“For the nation’s happiness.”

 

Insgesamt sechs Journalisten sind nach den „Inaugurationsfeierlichkeiten“ in Washington, D.C. in Haft und sollen nach dem erklärten Willen der Staatsanwälte wegen Unterstützung von Aufständen in besonders schweren Fällen mit 10 Jahren Haft plus 25.000 US-Dollar Geldstrafe belegt werden. Ihr Verbrechen: Sie berichteten über die Ausschreitungen am Rand der Proteste, wo Glasscheiben zu Bruch gingen und die Anordnungen der Polizei auf Widerstand trafen. Eine solches Vorgehen gegen die Presse ist ansonsten ein klares Anzeichen einer Diktatur – und Teile der USA (oder S-USA) befinden sich nicht erst seit diesen Vorfällen bereits ausserhalb einer Demokratie. Wir müssen allerdings noch abwarten, ob die zuständigen Gerichte bei den inhaftierten Medienvertretern dieselbe Schuld erkennen wie die Herren Staatsanwälte, bevor wir eine allgemeine Reisewarnung für dieses Land aussprechen müssen. Ich selbst werde jedenfalls erst wieder dort hinfliegen (obwohl viele Amerikaner nett sind und es dort immer wieder lustig war), wenn demokratische und rechtsstaatliche Verhältnisse zurückgekehrt sind. guardian via alternet, das pic zeigt Josef Stalin beim Wählen, drunter steht „Zum Wohl der Nation“.

Der britische Atomraketenangriff auf die USA

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Im Juni letzten Jahres, das kommt derzeit zögerlich ans Licht der Öffentlichkeit, feuerte ein britisches Atom-U-Boot der Vanguard-Klasse (siehe pic, Ihre Majestät hat vier davon) vor der Küste von Florida eine Trident-II-Rakete auf ein Testziel auf der anderen, afrikanischen Seite des Atlantik. Die ballistische Interkontinentalrakete nahm allerdings die entgegengesetzte Richtung und stürzte irgendwo in die USA. Jetzt die gute Nachricht: „Der britische Atomraketenangriff auf die USA“ weiterlesen

Darf man Nazis schlagen?

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Oder muss man das sogar? Die US-Journalistin Natasha Lennard diskutiert diese Frage in einem aktuellen Beitrag in der ältesten US-amerikanischen Wochenzeitung „The Nation“ anhand des beliebten Videos vom Rand der jüngsten Inaugurations­feiern, a.k.a. J20. Hier ist zu sehen (Video unten), wie US-Neonazi Richard Spencer, einer der Mitbegründer der „Alt-Right“-Bewegung und selbsterklärter Nachwuchs­rassist, während eines Interviews vor laufender Kamera von einem schwarz­ver­mummten Mann mit einem energischen Fausthieb niedergestreckt wird. Das Internet feiert diesen Moment bereits mit unzähligen Remixes, unterlegt von knackigen Beats aus New Order‘s Blue Monday oder rumpelnden Slayer-Gitarren. „Darf man Nazis schlagen?“ weiterlesen

Politik, Erfolg und die optimale Korruption

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Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen Korruption und dem Erfolg als Politiker? Und wenn ja, was können wir dagegen tun? Glücklicherweise gibt es hier harte Zahlen, und Wissenschaftler, die keine Angst haben, diese zu nennen. Die Lösung für das Problem steht weiter unter in diesem Beitrag. „Politik, Erfolg und die optimale Korruption“ weiterlesen

Nebengeräusche für den digitalen Kaminfeuerabend

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Die Webseite A Soft Murmur enthält einen individuell nutzbarem Neben­geräusch­generator mit regelbaren Sounds wie Regen, Wind, Wellen, Feuer, aber auch Klang­schalen, Grillen oder Kaffehäuser. Extrem entspannend, ich musste alle Einstell­ungs­versuche wegen spontan einsetzender Schläfrigkeit nach jeweils kurzer Zeit abbrechen. Die passenden stundenlangen Videos gibts in Mengen auf Youtube, auch ohne lästiges New-Age-Geflöte dabei. via drb

Hübscheste Tastatur seit langem: Lofree

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Warum sieht die gerade angekündigte Lofree-Tastatur so kuschlig aus? Weil sie runde Tasten hat, wie eine antike Schreibmaschine. Die späteren, mittelalterlichen Schreibmaschinen hatten nämlich bereits eckige Tasten, im vergeblichen Versuch, irgendwie moderner zu wirken. Das Tastenlayout ist von Apple abgekuckt, das legofarbene, hintergrundbeleuchtete Keyboard hat also leider keinen Nummern­block. Und wird für alle möglichen Betriebssysteme angekündigt, nur nicht für Linux. Also ist es nix für mich. Eher so fürs iPhone Office. Preise und Liefertermin stehen noch nicht fest, dass sollte sich aber im Lauf der nächsten Wochen und Monate klären. Bis dahin ist das Teilchen aber trotzdem hübsch. „Hübscheste Tastatur seit langem: Lofree“ weiterlesen

Afghanistan: Bereits über 600.000 Flüchtlinge im Inland

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Die UN schätzt, dass zu den bereits über 620.000 Inlandsflüchtlingen in Afghanistan in diesem Jahr mindestens weitere 450.000 dazu kommen werden, so dass es innerhalb des Landes mehr als eine Million vom Krieg vertriebene Afghanen geben wird. Zu diesen kommen noch ein bis zwei Millionen bereits in Nachbarländer wie Pakistan und Iran Geflüchtete dazu, die demnächst zurückgeschickt werden sollen. Währenddessen besetzen die militanten Islamisten der Taliban und des Daesh immer neue Regionen und vertreiben oder ermorden alle, die nicht in ihre Reihen eintreten wollen. Diese zentralasiatische Drehscheibe der Gewalt und der äusseren Einmischung als „sicheres Herkunftsland“ zu bezeichnen und das Deportieren erfolgreich nach Europa geflohener Afghanen zu fordern, wie das in Deutschland zur Zeit passiert, sollte für europäische Politiker ein Karriereende bedeuten. via irin

So schlecht wird Donald Trump von der Presse behandelt

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Der britische Künstler und Musiker Billy Childish hat diese Erinnerungsplakate geschaffen, die auf dunkle Momente im Leben des Donald Trump hinweisen, zu welchen dieser völlig zu Unrecht und auf verabscheuungswürdige und gemeine Weise von der US-Presse mit Schmutz beworfen wird. Alles nur wegen seiner gelegentlichen Moskau-Besuche mit ortsüblichem Unterhaltungsprogramm. Folklore geradezu. Und wegen seiner aus dem Zusammenhang gerissenen kraftvoll-farbigen Formulierungen. Aber wir sollten uns keine Sorgen machen, in Zukunft wird Ordnung herrschen in den Vereinigten Sowjetrepubliken von Amerika. Die Plakate sind als 52,5 mal 35 cm Prints zu je 25 USD erhältlich. „So schlecht wird Donald Trump von der Presse behandelt“ weiterlesen

Dunkle Materie: Veraltet, bevor sie entdeckt wurde?

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Das Problem mit der Dunklen Materie, die seit Jahren sowohl durch die Astrophysik als auch den SciFi geistert, ist womöglich gelöst. Nur leider im Moment noch genau­so womöglich und nicht sicher wie die Existenz der Dunklen Materie selbst – die ja bereits selbst eine Hilfskonstruktion oder Hypothese darstellt, weil mit den vor­handenen Theorien (also in sich geschlossenen, beweisbaren mathematischen Systemen) von Newton und Einstein das beobachtbare Verhalten von Sternen und Galaxien in grösserer Entfernung nicht erklärt werden kann. In einfachen Worten: „Dunkle Materie: Veraltet, bevor sie entdeckt wurde?“ weiterlesen

Robokalypse Now: Als nächstes werden Bürojobs weg-automatisiert

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Der japanische Versicherungskonzern Fukoku Mutual Life Insurance hat das IBM Watson Explorer System für künstliche Intelligenz und Analysen in seinen Büros installiert, um die „Produktivität“ um 30 % zu erhöhen. Dabei soll die Software Krankenberichte lesen, um einzuschätzen, welche Behandlungen als wirtschaftlich oder sinnvoll emfohlen werden sollen. Im Klartext: Fukoku kann 30 % seiner Mitarbeiter feuern, und medizinische Entscheidungen werden künftig von einem Computer getroffen. Die Installationskosten von circa 1,6 Millionen Euro werden sich schon im zweiten Jahr amortisiert haben. Gut, danach kann man ja die nächsten 30% Jobs automatisieren. via techdirt, pic montage aus terminator + „Office cubicles in Gulf Worldwide Sales & Marketing Team“ MarkJaysonAranda cc by sa

Wie unsere Medien das 21ste Jahrhundert überleben können

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Die Zukunft der Publizistik hat zwar nicht in der Schweiz begonnen, kann dort aber besichtigt werden. Es gibt eine Zukunft? Ja, aber dass ausgerechnet im Zeitalter der immer und überall verfügbaren Information die bisherigen Medien, sowohl auf Papier als auch auf dem Bildschirm, sinkende Nutzerzahlen erleiden, hat einen Grund: Sie sind nach wie vor eine Einbahnstrasse der Kommunikation, während Soziale Plattformen Austausch und Teilnahme durch die Nachrichtenkonsumenten ermöglichen. Der simple Trick, einfach News nicht nur in TV und Tageszeitung, sondern auch auf Facebook zu zeigen, hat hier keine Lösung gebracht; auf jeden Fall nicht für Verlage und Sender, die eine Diskussion scheuen. „Wie unsere Medien das 21ste Jahrhundert überleben können“ weiterlesen