Über den Tod des Downloads

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Ja, richtig, Download ist eine Kulturverbreitungsform, die ebenso wie Vinyl, CD, VHS, DVD, Compactcassette ihrem Ende entgegen geht. Die grossen Labels (kleine Labels sind eigene Nischen) machen inzwischen weniger Geld mit Downloads als mit dem neuen heissen Scheiss: Streaming. Kids von heute kaufen keine CDs mehr, keine MP3s, sondern machen nur noch ihr Smartphone an und hören was. Warum soll das seltsam sein? Mal so aus meiner Sicht:

Ich hab ein eigenes Zimmer in meiner Wohnung mit mehreren Metern Vinyl, CDs, Büchern, Filmen, Comics, Magazinen drin. Und ich benutz das alles seit Jahren nicht mehr. Eigentlich hab ich die verschiedenen Kulturdatenträger vor 12 Jahren beim letzten Umzug dort einsortiert und dann stehen lassen. Zwischendurch gabs mal ne VinylDJ-Phase, und die Bücher sind inzwischen zweireihig gestapelt (richtig, kein Billy). Aber sonst ist bei mir jeden Tag Musik an, ich sehe abends Filme und lese dauern irgendwas. Und alles ist gestreamt. Wozu noch irgendwas runterladen, wenn alles immer auf Klick sofort da ist? Ja, tschüss MP3, war ne tolle Zeit mit dir, in den Neunzigern, und tschüss Tauschbörsen, ich mochte euch gern und hab mit euch Geld verdient (hab mal’n Buch drüber geschrieben, und eins über Kopiersoftware), alles super, aber Always-On-Kultur ist eben das, was ich will. Was wir alle wollen. Mehr darüber in An Ode to the Digital Download, and Its Impending Death von Angus Harrison auf Noisey, pic: Tshirt von Matt Simner, 22€65 bei redbubble.

4 Kommentare

  1. Problem: Ist man (zwangs-)offline, wars das. Darum sicherheitshalber trotzdem die Sammlung als MP3 hinterlegen… Aber hast recht, Eingeräumt und stehen gelassen, so ist das leider…

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  2. Tja und dann nimmt der Streamingdienst genau die Music/Serie/Filme aus dem Programm die man gerne sehen/hören will. Pech…

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  3. Vielleicht könnte es jemanden stören das große Unternehmen damit immer genau wissen wer wann und wo welche Musik hört. Bin mir sicher damit liesen sich bestimmt ähnlich interessante Informationen über Personen sammeln, wie z.B. über intelligente Stromzähler. Vinyl brauch ich nicht, aber ich habe gerne meine mp3s auf dem eigenen raspi/telefon.

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  4. Auch beim Streaming gibt es immer eine nicht so übermässig stark lizensierte Möglichkeit der kulturellen Partizipation. Mit oder ohne Popcorntime.

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