Muss man Dieselmotoren verbieten?

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Nach dem VW-#dieselgate, dem Skandal um Motorsteuerungssoftware, die dem TÜV saubere Verbrennung vorgaukelt, während die Motoren im Alltag weit mehr krebserregenden Dreck in die Luft schleudern (btw: Krebs geht uns alle an. Vor allem Kinder), wurde klar, dass auch andere Hersteller (Renault, Opel/GM) solchen systematischen Abgasbetrug begehen. Bisher waren aber eher europäische Marken betroffen, nun ist auch bei Modellen wie Jeep Grand Cherokee oder Dodge Ram 1500 in mehr als 100.000 Fällen von US-Behörden eine solche Software festgestellt worden. Der Hersteller Fiat-Chrysler USA äusserte sich in einer Pressemitteilung enttäuscht über die Entscheidung der US-Umweltbehörde EPA, diesen neuerlichen Dieselbetrug zu veröffentlichen und kündigte an, mit der nächsten Regierung an einer Lösung arbeiten zu wollen. Im Klartext:

Trump soll gemeinsam mit den anderen Republicans endlich die lästigen Umwelt­gesetze entschärfen. Eigenartigerweise gibt es solche Probleme bei Diesel-LKWs nicht, was aber dadurch zu erkären ist, dass letztere weit stärker kontrolliert werden. Im Gegensatz zu Schiffs-Dieselmotoren, die derartig ungeprüft verbrennen, dass entlang vielbefahrerer Schifffahrtsstrassen Lungenkrankheiten häufiger sind als in inländischen Ballungszentren. Was also tun? Alle Dieselmotoren einer rigiden, regelmässigen Prüfung unterziehen und notfalls die Betriebserlaubnis einziehen, wenn Grenzwerte überschritten werden, statt diese Form der Kraftmaschinen ganz zu verbieten? Womöglich sind das zwei aufeinander folgende, notwendige Schritte. Trump oder in unserem Fall die AfD zu wählen, damit diese wie angekündigt der Wirtschaft freie Hand gegen wollen, indem sie Umweltgesetze aufheben, und gleich­zeitig Versicherungen privatisieren, damit sich nur noch Reiche (Ex-VW-Chef Winter­korn hat 3100 € Rente pro Tag) eine Lungen- oder Krebsbehandlung leisten können, führt jedenfalls für die Mehrheit der Bevölkerung am Ziel vorbei. pic press tv, iran

9 Kommentare

  1. Ist kein Problem der „Rechten“. Ich erinnere mich an 1996, Testbericht der ersten Einspritzerversion der BMW F650 in der Zeitschrift „Motorrad“: auf dem Prüfstand wurden die Grenzwerte zum Teil um mehr als das Zehnfache überschritten. Grund: der exakte Ablauf der Abgasmeßprozedur wurde nicht akribisch eingehalten. Das Motorrad hat den Meßzyklus nicht erkannt und den Motor im „Straßenbetrieb“ befeuert. Eine Wiederholung des Meßzyklus unter akribischer Einhaltung der vorgeschriebenen Prozedur brachte dann die „sauberen“ Ergebnisse, erkauft mit einem unrunden, leistungsschwachen Motorlauf. Die Software hat den Meßzyklus erkannt und den Motor passend umparametriert.

    Seltsam, daß das damals keinen gejuckt hat. Ich halte es für gewagt, das Problem mit „Nazis“ in Verbindung zu bringen. Demnach, was heute alles als „Nazi“ bezeichnet wird, sind 80% aller Deutschen Nazis, der Durchmarsch der AfD wäre bereits sicher.

    Bitte mal drüber nachdenken.

    Gruß

    Thomas

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    • Nazis steht nicht im Text, oder habe ich etwas verpasst?

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      • Trump und AfD. Verschlimmern das Problem. Was sie zweifellos täten.

        Ich wollte nur aufzeigen, daß es das Problem auch ohne die gibt, und daß man es nicht auf Diesel reduzieren sollte.

        Gruß

        Thomas

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  2. Dieselmotoren sind weitaus umweltfreundlicher als vor 30 Jahren (Partikelfilter und solchen Kram). Und wenn wir ehrlich sind, es geht nicht um das Auto von Karl-Otto, der damit 1000Km im Monat fährt. Daher verstehe ich den ganzen Bohai nicht. Die Grenzwerte in Städten werden ja nur erreicht, weil plötzlich überall gemessen wird wie verrückt. Früher gabs das jedenfalls nicht und wir leben immer noch. Wenn die jetzt mit Strafen daherkommen, dann fehlt das Geld halt in einem anderen Topf. Und der sieht dann wie folgt aus: Gewerbe in der Innenstadt, weils da teurer ist als im Internet.

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    • Na, Bagatellisieren ist auch keine Lösung. Man sollte nicht warten, bis es zu spät ist.

      Ich meine, die Motorisierung ist ja nur ein Teil eines viel größeren Problems, ich meine hiermit den Klimawandel. Ziel sollte nicht sein, die Dinger sauberer zu machen. Nicht falsch verstehen: natürlich macht es Sinn, die Dinger sauberer zu machen. Viel effektiver wäre aus meiner Sicht, ein Problembewußtsein zu schaffen, mit Lösungen, an denen wirklich alle mitarbeiten können.

      Beispiel Äbbel aus Neuseeland. Aldi verkauft sowas, als Beispiel. Mir habbe in Hesse die beste Äbbel. Die brauche’mer net aus Neuseeland importiere‘. Die habbe mer hier! Damit fällt schonmal der Dieselausstoßintensive Fernverkehr flach, der die Dinger aus Neuseeland rüberschippert. Was ein Unsinn.

      Gruß

      Thomas

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      • A‘ was. Dafür werde dann deine Äbbel aus Hesse (in irgendeiner Form) in Neuseeland oder China verkauft.

        Gleischt sisch alscho allesch irschendwie ausch, nischt? ;-D

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  3. Die LKW sind nicht sauberer, weil sie stärker kontrolliert werden, sondern weil in diesen die vorhandene Technik eingesetzt wird. PKW Motoren kann man recht problemlos genauso sauber machen. Das kostet halt was. Im Falle von VW wären das pro Auto ca. 300 Euro gewesen, wenn ich mich recht erinnere.
    Ein weiterer Grund ist die Menge der Harnstoffeinspritzung. Damit der arme, überforderte Aufofahrer nicht alle 10000 km nachfüllen muss, sondern das bei den Inspektionen zu erledigen ist, beschränkt man die Technik.

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    • Ja, kommt aufs selbe raus. Müsste man machen. Und die Verstösse ahnen. Geht Winterkorn in den Bau? Nein? Hm.

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      • Hach, das wäre schön, wenn es einen von den wirklich verantwortlichen mal erwischen würde. Klar, mein Leben wird dadurch nicht grundlegend besser, und eine abschreckende Wirkung hätte es wohl auch nicht. Aber mir den Tag versüßen? Ja, das würde wohl hinhauen.

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