Russland: Frau und Kinder verprügeln ist kein Verbrechen (mehr)

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Das russische Parlament (Duma) hat in der vergangenen Woche mit einer Gegen­stimme und einer Enthaltung beschlossen, dass häusliche Gewalt gegen Ehefrauen und Kinder keine Straftat mehr darstellt, wenn die Opfer nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen oder nicht mehr in der Lage sind, zur Arbeit zu gehen. Schon heute ist häusliche Gewalt in der eurasischen Grossmacht in einem Viertel aller Familien üblich und stellt den Rahmen für zwei Drittel aller Tötungsdelikte, wie uns mit dem Thema befasste Organisationen mitteilen.

Das neue Gesetz soll nach offizieller Lesart der traditionellen Familienkultur Russ­lands Rechnung tragen, wo Autorität eben eine tragende Rolle spiele. Das ist zwar bitter für Frauen und Kinder in der neuen russischen Diktatur ohne kommunistischen Anstrich, gibt uns dekadenten und verweichlichten Bewohnern des Westens aber die Möglichkeit, Rückschrittsfanatikern in der AfD und anderswo mit der bewährten Empfehlung „dann geh doch nach drüben“ zu antworten. Ein schwacher Trost, allerdings, wenn man zeitgleich zusehen muss, wie andernorts ganze Supermächte in den selben Rechtsaussen-Strudel abgleiten. Oder wächst hier nur zusammen, was zusammen gehört? Das werden wir wahrscheinlich bald herausfinden.

bbc via bust via claudia-marie, pic pd

3 Kommentare

  1. Tja, und wir haben die Gesetze, nur angewandt werden sie nur selten.
    Im Gegenteil werden noch Gelder haufenweise zusammengestrichen weswegen immer mehr Schutzhäuser geschlossen werden müssen.

    Hunderttausende vergewaltigte Kinder und Frauen (und auch schuldlos misshandelte Männer) können ein Lied davon singen.

    Und ich kann auch aus der eigenen Familie berichten was von Staatsseite so los ist in diesem Land.

    Vor etlichen Jahren hat mein Großonkel meine Großtante mal übelst windelweich zusammengeschlagen. Als wir (unsere Fam.) sie endlich überreden konnten die Polizei anzurufen um Anzeige zu erstatten sagte diese ihr das sei eine Häusliche/Familienangelegenheit in die sie sich nicht einmischen würden solange sie nicht im Krankenhaus landen würde.

    Auch eine Beschwerde im nächstgrößeren Revier und auf dem Gericht brachte nichts (keiner fällt dem anderen in den Rücken).

    Wir haben meine Großtante dann bei uns aufgenommen und als eines Tages mein Großonkel wutschnaubend drohte unsere Türe einzutreten hatte ich mal ein ausgiebige Unterhaltung mit ihm in der ich ihm spürbar vorführte wie sich so eine Türe fühlt wenn sie eingetreten wird. Danach hatte er nie wieder den Drang meine Großtante überhaupt jemals wiederzusehen.

    Besser also erst mal lieber vor der eigenen Türe kehren bevor man vor lauter fremder Länder Splitter die eigenen Balken nicht mehr wahrnimmt.

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  2. Sehr gut der letzte Satz von Knallbonbon.

    Auch wir haben in jeder Stadt Frauen und Männerhäuser.
    Ja, die Frauen haben aufgeholt.

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  3. […] Cool, so eine lupenreine Demokratie: […]

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