Die Wahrheit über Trump und Obama

trumpandobama

Hier argumentiert der australische Autor und Libertarier Brendan O’Neill, man würde Trump für Dinge hassen und anklagen, die Obama 1000 mal schlimmer getan habe. Klingt alles logisch, oder? Ist aber gequirlte Scheisse. Ich sag mal, warum:

In seinem bonmot-haften Text tut der ansonsten als intelligent bekannte Blogger so, als seien Demokratien (oder Beinahe-Demokratien wie die USA) in Wirklichkeit Monarchien mit einem von Gott eingesetzten Herrscher von unendlicher Macht und ohne irgendwelche Interessengruppen in der Schar seiner Untertanen. Tatsächlich werden selbst Beinahe-Demokratien von beinahe demokratisch gewählten Parla­menten regiert, und Präsidenten dürfen zwar was sagen (auch präsidentielle „executive orders“ sind in Wirklichkeit nur Post-Its auf besonders teurem Papier), haben aber keine gesetzgeberische Macht (nur in Nicht-Demokratien wie Nord­korea). In diesen Parlamenten setzen sich bekanntlich diejenigen Interessen­gruppen durch, die möglichst viele Parlamentarier überzeugen können; in der Regel durch das Vermitteln von persönlichen Vorteilen wie Wahlkampf- und anderen Spenden. Diese in aller Regel wirtschaftlichen Interessengruppen mit ihrem schier unerschöpflichen Überzeugungspotential (vor allem finanziell) möchten gerne ihre Produkte in grosser Menge absetzen, und die dazu benötigten Rohstoffe zu möglichst günstigen Preisen erhalten. Das ist in den letzten Jahrtausenden auch die Hauptmotivation dafür gewesen, Kriege zu führen. Mit oder ohne Präsidenten (Hauptausrede: Religion). Wenn nun aber ein neuer Präsident diese Praxis in keiner Weise einbremst, sondern noch weiter beschleunigt, etwa durch Aufheben von Umweltschutzbestimmungen oder feindliche Akte gegen Drittländer, dann ist der Vergleich von „der eine wird für Dinge gehasst, die der andere noch viel mehr…“ bereits geplatzt. Eigentlich bin ich überrascht, dass dieser angebliche Südhalbkugel-Intellektuelle mit derartig platten, in sich unlogischen Argumenten um sich wirft. So als ob es niemanden gäbe, der so etwas auseinanderpflücken könnte. Aber darum geht es ja auch nicht: O’Neill sagt Dinge, die Trump-Fans und Autoritätsjunkies aus aller Welt eben hören wollen. Ich wette mal, so etwas zahlt sich dann auch finanziell aus (siehe oben). Ansonsten ist es natürlich weiterhin gequirlte Scheisse. pic via kth

6 Kommentare

  1. Der Mann hat gar nicht so unrecht, Fritz:
    Yemen – ja, da sind viele US (und UK) Waffen und Bomben, abe das schlimmste ist die Tolerierung des saudischen Religionskriegs gegen Shia, der sich auch in Syrien und Iraq in der Bewaffnung (auch mit Giftgas, das dann Assad in die Schuhe geschoben wurde) von ISIL und anderen Jihadisten gezeigt hat.
    Syrische Fluechtinge – richtig: geschaffen von Frau Clinton und Obama in ihrem dummen und kriminellen Buergerkrieg zwecks „Regime Change“ – aber dann alle Verantwortung ins Dunkle abschieben.
    Mexico – ja, der hohe Zaun mit Sichtzone davor steht schon. Trump will ihn nur dichter machen – nichts neues.
    Der Mann ist nur wuetend ueber die Falscheit hinter der ganzen Hasswelle gegen Trump, die ihm „Hass“ vorwirft, ihn aber selbst mehr zeigt als jeder andere.
    Und wenn er den Missbrauch von Praesidentenmacht nicht mag – Du irrst Dich, wenn Du meinst, die gaebe es nicht. Ich zitiere nur ein paar Beispiele: Keiner der Kriege, in denen USA Urheber war, hatte die Genehmigung vom Kongress – alles Prasidentenschoepfungen.
    Obama hat 8 Jahre gegen eine Parlamentsmehrheit regiert, usw, usw.
    Was wir im Moment in den USA haben, ist eine wildgewordene „Saure Trauben“-Massenhysterie von Gruppen, die sich sicher gewesen waren, ihre (auch Obamas) totale „Gesellschatsveraenderung“ in eine Mischung von ‚1984‘ und ‚Brave New World‘ (aber ohne, oder vielmehr gegen Freuds Sexualitaetslehren, statt dessen mit sexlosem „Gender“-Hedonismnus) fortzufuehren.
    Es ist die Verbitterung dieser von dogmatischen (nicht „liberalen“) und ideologischen (nicht „progressiven“) neuen Pseudoreligionen angetriebenen Massen, die sich da zeigt. Alle Normen von Natur und Gesellschaft, einschiesslich (undvor allem) natuerliche Ehe, Familie, naruerliche Elternschaft- und Kindheit als „patriarchische Unterdrueckungsinstrumente“ abzutun, erweist sich eben nicht als Reform, sondern reine Zerstoerung.
    Das ist nich nicht einmal Anarchie – denn die verlangt „Gegenseitigkeit“ – Obamismus ist nur Lust.

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    • Ja, natürlich siehst du das als Rechtskonservativer so. Lass dich nicht von Argumenten oder Logik davon abhalten.

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      • Ich bin so rechtskonservativ, Fritz, dass ich vom Staatsexamen ausgeschlossen wurde.

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        • Wegen konkreter Holocaustleugnung, oder nur allgemeiner Verfasssungsfeindlichkeit?

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          • Mein akademischer Mentor war Ernst Bloch, und wir stimmen im meisten voll ueberein:
            i. Jude sein heisst nicht Zionist sein.
            ii. Der Staat Israel repraesentiert weder das juedische Volk noch seine Religion, sondern eine radikale Ideologie.
            iii. Daher hat der Staat Israel auch kein Recht, sich als Vertreter der Opfer des Hitler-Faschismus darzustellemn und dies, zur Schande der Opfer, als Geschaeftsargument einzusetzen.
            iv. Es gab schon viele Holcausts, aber der einzige der als 100%ig „erfolgreich“ berichtet ist, ist von Israel nach Moses Tod begangen worden zur Eroberung, aus der Israel noch heute sein „Recht“ auf das Land ableitet – was aber nicht Yahwes Wille gewesen sein kann, denn Gott ist nicht Satan.
            Meine Beteiligung am Widerstand gegen die Notstandsgesetze, und das Ersetzen einer US Flagge mit einer grossen roten am Generalkonsulat in Stuttgart war wohl nicht unbeobachtet geblieben, wie auch meine Leserbriefe, die mir viel Applaus brachten – aber ich habe nie Faschismusopfer bezweifelt – nur den Monopolanspruch Israels, und bin mir auch lediglich der Verteidigung des Geistes des Grundgesetes bewusst.
            Einer meiner Freunde, dem ich auch meine Doktorarbeit widmete, war Paul Ayen, einer der 98 Moessinger, die am 31 Januar 1933 den Generalstreik ausriefen und ins Gefaengnis kamen; die ersten Widerstandskaempfer der Hitlerzeit – nie geehrt oder auch nur ihrer gerdacht: sie waren Kommunisten, wie Moessingen zumeist. Als Paul entlassen wurde, verschwand er sofort – nach Spanien im Thaelmannbatallian der Interbrigaden, und dann im Maquis mit der wirklichen Resistance – und kam zurueck, wieder als Gewerkschafter.und bis zum Ruhestand Gewerkschaftssprecher im Betrieb.
            Siehst Du da irgendwelche groben sittlichen Fehler?

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  2. People are angrier with Trump for imposing a visa ban on Muslims than they ever were with Oberst Klein for killing a massive amount of civilians just to destroy two gasoline trucks.

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