Niemand wusste, wie kompliziert das Gesundheitswesen ist

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Auf einem Pressetermin am gestrigen Montag erklärte Präsident Kim Jong Orange, er habe eine sehr gute Lösung für die Ablösung des Affordable Care Act, der allen US-Amerikanern eine Krankenversicherung zugänglich machte, ohne allerdings irgendwelche Details zu nennen. Die Begründung für seine Unklarheit leuchtet ein: “It’s an unbelievably complex subject, nobody knew that health care could be so complicated.” Ja. Richtig. Genau deswegen ist er ja auch von mehreren Millionen US-Bürgern gewählt worden (die anderen haben einfach wie immer Republicans angekreuzt, weil sie Neoliberale, Nazis oder Rassisten sind). „Niemand wusste, wie kompliziert das Gesundheitswesen ist“ weiterlesen

Meyer Lansky: Volksheld, Gangster und Naziverprügler

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Der als polnischer Jude geborene, spätere „Boss aller Bosse“ und Finanzgenie der New Yorker „Kosher Nostra“ Meyer Lansky starb friedlich als 80jähriger in einem Krankenhaus in Miami. Man konnte ihm im Gegensatz zu anderen Mobstern und Köpfen des organisierten Verbrechens nie etwas nachweisen. Das mag auch daran gelegen haben, dass er sich in wichtigen Fragen ohne Zögern auf die richtige Seite schlug. So berichtet das engagierte Blog Anarcho-Geek Review unter Bezug auf Buchquellen wie Robert A. Rockaways „But He Was Good to His Mother: The Lives and Crimes of Jewish Gangsters“ von einem inoffiziellen Regierungsauftrag durch den damals einflussreichen New Yorker Staatsanwalt und Kongressabgeordneten Nathan D. Perlman. „Meyer Lansky: Volksheld, Gangster und Naziverprügler“ weiterlesen

Wenn Skynet dein nächstes Date klarmacht

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Nicht exakt Skynet aus dem kurzweiligen Schwarzenegger-Film, sondern eine KI (oder ein neuronales Netzwerk), das in spätestens fünf Jahren in die führende Dating-App Tinder integriert sein soll. Wie der Firmenchef und Mitgründer Sean Rad (oben im Pic) auf der Techkonference Start-Up Grind erklärte, soll in wenigen Jahren Tinder auf Zuruf ein potentielles Date raussuchen, und dann auch gleich Ort und Zeit eines Treffens am selben Abend, weil die App dann ja Hobbies und Musik­geschmack ihrer Nutzer kennt und diese besser kombinieren kann, als das noch heute per langweiliger Datenbankabfrage möglich ist: „Wenn Skynet dein nächstes Date klarmacht“ weiterlesen

Calexit, der Comic

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Matteo Pizzolo und Amancay Nahuelpan von den Black Mask Studios werden im Mai den ersten Band ihres Calexit-Comics veröffentlichen. Die Story: Nachdem ein faschistischer US-Präsident (wir wollen hier mal keine Namen nennen) in Kalifornien auf Widerstand und miserable Wahlergebnisse stösst, wird das Kriegsrecht verhängt und die Dinge nehmen ihren typischen postapokalyptischen Lauf. Damit das Lese­vergnügen nicht zu depressiv wird, sollen am Ende jeden Bandes Tipps zu zivil­gesell­schaftlichem Engagement wie etwa den Kongress-Zwischenwahlen 2018 zu finden sein. Vielversprechend. Die Pics unten sind Concept Art, keine Seiten aus dem Endprodukt. „Calexit, der Comic“ weiterlesen

Der Präsident der USA hat Angst vor der Presse

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Das „White House Correspondents‘ Association Dinner“ wird seit 1921 von der US-Presse abgehalten und stellt eine alljährliche Gelegenheit dar, das amtierende Oberhaupt der Vereinigten Staaten auf seinen Humor zu testen – so geschehen auch letztes Jahr, als Barack Obama im Beisein der mittlerweile präsidialen Atom­fönfrisur (siehe Bild oben) zum Fake-News-Dauerbrenner „birth certificate“ befragt wurde. Nur eben diesmal, am 29. April 2017 ohne Big Pumpkin. „Der Präsident der USA hat Angst vor der Presse“ weiterlesen

Amulette gegen die Robokalypse: 11pixeli

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Die Designerin Andreea Strete aus der zentralrumänischen Stadt (a.k.a. transsyl­vanischen) Cluj-Napoca fertigt unter dem Pseudonym 11pixeli winzige Roboterchen aus den Bauteilen obsoleter Elektronik, giesst sie in Kunstharz und verkauft die niedlichen Teile als Schmuck auf ihrem Etsy-Shop. Mich erinnern die netten Accessoires schon sehr an Amulette, an ein nicht-rationales (was ja nicht schlecht sein muss) Annähern an die subjektive Unbegreiflichkeit der aktuellen Informations­revolution, in welcher Roboter und neuronale Netze unseren Lebensraum voll­ständig durchdringen. „Amulette gegen die Robokalypse: 11pixeli“ weiterlesen

Arizona: Teilnahme an Protesten kann zu Verlust von Eigentum führen

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Der US-Bundesstaat Arizona bemüht sich derzeit, verfassungsfreie Zone zu werden. In den USA gibt es (zumindest in manchen Bundesstaaten) das eigenartig mittel­alterliche Rechtsmittel der „civil asset forfeiture“: Wenn die Polizei annimmt, dass bestimmte Teile deines Eigentums mit Verbrechen in Zusammenhang stehen, kann sie dein Auto, dein Geld, dein Haus beschlagnahmen und davon neue Schützen­panzer und Granatwerfer kaufen. In jedem Fall hat man Mühe, irgendetwas zurück zu bekommen. Nun hat der Senat von Arizona beschlossen, eine Gesetzesvorlage ins dortige Landesparlament zu geben, nach der Teilnehmer an einem Protest in ähnlicher Weise bestraft werden können, wenn der Protest mit Gewalt gegen Dinge oder Zerstörung einher geht. Lasst mich ein Beispiel finden: „Arizona: Teilnahme an Protesten kann zu Verlust von Eigentum führen“ weiterlesen

Impeachment: Es geht los

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Der Stadtrat der kalifornische Stadt Richmond (lauschig an der San Franciso Bay platziert) hat eine Resolution beschlossen, wonach der US-Kongress ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald John Trump einleiten solle. Der Grund für die ungewöhnliche Forderung ist das Geschäftsgebaren des (noch) amtierenden Präsidenten, der sich nach wie vor weigert, seine Geschäftsbeziehungen aufzudecken oder sich vollständig von ihnen zu trennen. Der nächste Schritt im Impeachement-Prozess wäre wahrscheinlich, dass sich das Landesparlament von Kalifornien mit der Sache beschäftigt. abc7news, pic ewawatch

Generator für unerforschte Landkarten

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Martin O’Leary ist tagsüber Glaziologe (Gletscherforscher) und schreibt in seiner Freizeit Code in Javascript oder Python, um damit Fantasy-Landkarten zu erzeugen. Vollständig mit Höhenprofil, Gewässern, Bezeichnungen. Die Ergebnisse veröffentlicht sein Twitterbot @unchartedatlas. Der Code für das Projekt liegt auf Github. Alles weitere beschreibt O’Leary auf seiner Website. „Generator für unerforschte Landkarten“ weiterlesen

Trump Troll Doll, auf Kickstarter

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Chuck Williams fertigte früher für Disney Figuren an, jetzt hat er einen Kickstarter laufen, um eine Trump Weichplastikpuppe im Troll-Stil zu produzieren. 12 Zentimeter hoch, plus Windbeutelhaarschopf, das Smartphone zum ungesicherten Twittern hält er in der Hand. Erwartungsgemäss ist das Nahziel von 38.000 USD schon nach wenigen Tagen erreicht worden. Der fertige Trumptroll zum Selberanziehn und Rumschmeissen soll dann 25 USD kosten. thepoke

Maya: Sirene zu Besuch

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Die russische Fotografin und Stylistin Wan-Mei ist Teil der in ihrem Land über­koch­enden Cosplay-Szene. Ihre ansonsten eher selten dargestellte Sirene Maya aus Borderlands 2 (Model: Norihiro) kommt mit kniffligen Cellshading-Makeup, und einer leichten Dahl Pistole in der einen Hand und dem aufquellenden Phaselock in der andern. Wenn man die Sirene aggressiv (also weniger teamorientiert) skillt, wird sie übrigens zum extrem starken Character, gerade wegen der Phasen­ver­schiebungs­fähigkeit. Hoffentlich gibt es in Borderlands 3 eine ähnliche Figur – die vier Aben­teurer im Pre-Sequel haben mich bisher nicht so überzeugt. „Maya: Sirene zu Besuch“ weiterlesen

Robokalypse: Musik

In einfacheren Worten: Als übernächstes werden die Musiker arbeitslos. Der Programmierer und (noch) Musiker Yotam Mann (University of California, Berkeley) hat aus dem neuralen Netzwerk Google Magenta eine Software gezaubert, der man Melodien, Harmonien und Grooves vorspielen kann. Damit die das lernt und kurz darauf etwas ähnliches spielt. So ähnlich wie Menschen, nur viel schneller. Natürlich stehen dann in 20 Jahren Androiden-Jazzbands auf den Partys der Reichen und improvisieren launig vor sich hin. Nein, keine Sorge, die sind physisch vollständig, man kann die anschliessend bei Bedarf auch vögeln. Das war aber auch keine Neuigkeit. Sondern die Sache mit der improvisierten Musik. Die natürlich bedeutet, dass alles andere improvisierte oder „typisch menschliche“ demnächst (in weit weniger als 20 Jahren) von künstlicher Intelligenz aus irgend einem Open-Source-Labor ebenfalls automatisiert werden kann. Im Moment können wir noch mit dem Finger auf Yotam zeigen. Eine Generation später haben wir dann entweder Hungeraufstände oder Sozialismus. via noisey

HAARP geht wieder in Betrieb

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Nur zu wissenschaftlichen Zwecken, versteht sich. Die HAARP-Antennenanlage in Alaska hat eine zentrale Rolle in der Popkultur, als angebliche Hauptquelle US­ameri­kanischer Regierungs-Gedankenstrahlen. Gegen welche die Mütze aus Alufolie „erfunden“ wurde, das postulierte Hauptbekleidungsstück der Welt­ver­schwör­ungs­theoretiker. Nur wird es jetzt ernst: Wie die Website der Uni Fairbanks mitteilt, werden vom 19. bis 22. Februar so starke Radiowellen abgestrahlt, dass die lokalen bewohner eine Aurora sehen können. Der Rest der Welt kann die Ex­peri­mente mit einem Kurzwellenradio auf 2,8 und 3,2 MHz mitverfolgen. Durch die Versuchsreihe sollen Dinge wie Satellitenkommunikation, künstlich erzeugte Leucht­erscheinungen (Nordlichter) oder Fernradar erforscht werden. Von Gedanken­strahlen ist nichts zu lesen. gakonahaarpoon, uaf, slashdot, pic pd

So nahe du kannst, so lange es dauert

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Im Rahmen der „elevation 1049: avalanche“ Ausstellung alpiner Objekte und Situa­tionen im Schweizer Gstaad (bis zum 19. März) fand am 4.Februar die Live­install­ation/Performance „As close as you can for as long as it lasts“ von Douglas Gordon und Morgane Tschiember statt: Ein hausgrosser Feuerkreis in einem kleinen Tal am Hang, in den Bäumen versteckt Lautsprecher, die bedrohliche Tiergeräusche wiedergeben. Eine archaische Situation, vom Video unten nur unvollständig beschrieben. „So nahe du kannst, so lange es dauert“ weiterlesen

Ist 4Chan wirklich der Schlüssel zu Trumps Erfolg?

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Der US-Comicautor und 4Chan-Insider der ersten Stunde, Dale Beran, beschreibt in seinem sehr ausführlichen und sehr lesenswerten Artikel auf Medium den Aufstieg von 4Chan aus der Something Awful Community und die Abfolge von gemeinsamen Zielen, die alle mit der Identität der überwiegend jungen, erfolglosen Internettrolle zusammen hängen. Wir sollten aber ganz grundsätzlich nicht den Fehler begehen, die ziemlich kontrovers agierenden Jungs als Loser, Trolle und Möchtergerns abzupauschalisieren. Das sind mehrheitlich schlaue, kreative Leute, die einfach nicht genug Anpassungsfähigkeit an die windkanalgerechte Stromlinie des US-Kapitalismus besitzen. Dass sie manchmal (so wie derzeit) kompletten Supermist bauen, steht auf einem anderen Blatt. „Ist 4Chan wirklich der Schlüssel zu Trumps Erfolg?“ weiterlesen

Blackwater-US-Söldner für China

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Wie das US-Newsportal Buzzfeed von Personen, die mit der Sache vertraut sind, erfahren konnte, baut Eric Prince, der Gründer der US-Söldnerfirma Blackwater (Xen, Academi, Constellis) und Bruder der amtierenden, legasthenischen US-Bildungs­ministerin Betsy DeVos in China zwei Trainingscamps nach bewährtem Muster auf. Dort sollen Ex-Rotarmisten für globale Einsätze gemäss der Interessen chine­sischer Konzerne und Staatsorgane geschult werden. „Blackwater-US-Söldner für China“ weiterlesen

Der wahre Wert eines CEO

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Topmanager erhalten Gagen vom Vielfachen dessen, das die Leute bekommen, die eigentlich die ganze Arbeit machen; ein derzeit viel diskutiertes Missverhältnis. Nach welchen Kriterien werden solche Führungspersönlichkeiten ausgesucht? Drei Verwaltungswissenschaftler vom National Bureau of Economic Research, Cambridge, Massachusetts, legten aktuell eine Studie vor, die das erklärt. „Der wahre Wert eines CEO“ weiterlesen

Der politische Mord als Gameshow: LOL, continued

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Der mutmassliche Mord am Bruder des nordkoreanischen Diktators zu Anfang der Woche im malaysischen Kuala Lumpur wird derzeit immer bizarrer: Die ermittelnden Polizeibehörden haben inzwischen bekannt gegeben, man sei davon überzeugt, dass die Täterin und ihre Komplizin(nen) ihrerseits Opfer sind. „Der politische Mord als Gameshow: LOL, continued“ weiterlesen

Endlich gute Nachrichten: Pokebloks

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Die kanadische Firma Mega Brands (zuvor Mega Bloks), inzwischen ein Teil von Mattel, wusste in der Vergangenheit schon für Freude zu sorgen. Indem in nicht weniger als 14 Gerichtsverfahren festgestellt wurde, dass das Noppenprinzip der Legosteine nach dem Auslaufen der Patente (1958 – 1988) nicht einfach durch ein behauptetes Trademark weiter gegen Konkurrenz geschützt werden kann. Mega Brands haben zwar keine Überschneidungen mit Mega Upload oder anderen Kim-Schmitz-Aktivitäten, dürfen aber dennoch als Helden des geistigen Allgemein­eigentums gefeiert werden. Und jetzt gibt es auch noch (mit einer Nintendo-Lizenz) Noppen-Bloks aus dem Pokemon-Universum. „Endlich gute Nachrichten: Pokebloks“ weiterlesen

Spinal Tap verklagt Universal Music auf 400 Millionen US-Dollar

Klingt wie eine Breaking News aus einem zweifelhaften Film. Passiert aber grade. Spinal Tap, gibts die überhaupt? War der ganze Film von 1984 nicht irgendwie Fake? Richtig, das war eine Mockumentary, also die Persiflage einer Dokumentation. Wie später auch „Dark Side of the Moon“ (2002), wo „bewiesen“ wurde, dass die Mondlandung ein Schwindel sei. Nur hatte Spinal Tap mehr frühen Heavy Rock zu bieten, und fast alle heutigen Metal-Witze stammen aus diesem grossartigen Film (oben der Trailer ). Jetzt zu den Fakten: „Spinal Tap verklagt Universal Music auf 400 Millionen US-Dollar“ weiterlesen

Die Informationsrevolution frisst ihre Broker

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Goldman-Sachs, Inbegriff der Wallstreet und derzeitiger Mitbesitzer des US-Kabi­netts, hatte zu Beginn unseres jungen Jahrhunderts noch 600 Trader (mit einem Grundgehalt von 700.000 USD jährlich) in seinem Hauptquartier in New York beschäftigt. Heute arbeiten dort noch: 2. „Die Informationsrevolution frisst ihre Broker“ weiterlesen

Wie man unentdeckt 17 Milliarden Euro an seine reichen Freunde verschenkt

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Vor dem aktuellen Untersuchungsausschuss des Bundestags zum grössten Steuer­skandal der Nachkriegsgeschichte verlässt sich der (Noch-)Bundesfinanzminister Schäuble auf die wichtigste Fähigkeit eines Politikers, nämlich im Angesicht von Zahlen und Fakten unbeirrbar darauf zu verweisen, dass es ja alles ganz anders wäre. Der von ihm so beharrlich ignorierte Trick mit dem Dividentag („Cum-Ex“) hat uns bisher 12 Milliarden gekostet. „Wie man unentdeckt 17 Milliarden Euro an seine reichen Freunde verschenkt“ weiterlesen