Die 3,5%-Regel für erfolgreichen Widerstand

Wie Erica Chenoweth (Ph.D., Professor & Associate Dean for Research at the Josef Korbel School of International Studies at the University of Denver) in einem TED-Talk ausführt, zeigt die vergleichende Geschichtswissenschaft, durchaus auch mit Bei­spielen aus den letzten 50 Jahren, dass 3,5% der Bevölkerung eines Landes aus­reichen, um eine Diktatur zu stürzen. Mit passivem Widerstand. Gewaltfrei und aus­dauernd. Das wären hierzulande 2,87 Millionen selbstbestimmte Erwachsene (in den USA eher 11 Mio), die etwa einen Generalstreik beginnen und ihn erst dann beenden, wenn Korruption aufgedeckt und bestraft und ein Mindesteinkommen gesetzlich garantiert ist. Ha! Das klingt wie ein erreichbares Ziel! Die 2,87 Millionen passiv Widerstehenden müssten doch zusammenzukriegen sein. rationalinsurgent via guardian

7 Kommentare

  1. Dann fang mal an. Über passiv Widerstehende lachen sich unsere Politiker inzwischen doch krumm und schief.

    Die Demonstranten hier in Deutschland kommen mir immer so vor, als würden sie noch auf Kaffee und Kuchen warten.

    Jetzt komme mir nicht mit der DDR. Wenn Gorbatschow und sein Team nicht einverstanden gewesen wäre, diesen Laden loszuwerden, wäre Kohl mit leerem Köfferchen nach Hause spaziert.

    Aber das ist , wie immer nur meine Meinung. Du hast dazu bestimmt einen andere. Und das ist gut so.

    In Paris haben wir damals die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt. Dafür aber das gesamt Hochschulwesen verändert.
    Das waren noch Zeiten!
    Mit Simone de Beauvoir und Sartre in den Straßen von Paris.

    Cohn- Bendig hatte schon damals einen offenen Arsch, als er im Odeon seine Reden schwang.
    Ein Scheißkerl bleibt immer ein Scheißkerl.

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    • Ich muss zugeben, weisse Raebin, dass ich nicht viel von Simone gesehen habe, und Sartre – ja, aber nicht auf den Barrikaden – war schon etwas aelter. Und Schutt und Asche? – na ja, beinahe – es waren mehr taktische Bewegungen, z.B. Renault-Produktion stoppen – wie wir in Esslingen, wo wir drei Tage lang die Bild-Zeitung festhielten in der Druckerei. Und es wurde brenzlig, als de Gaulle den Schlaechter von Algerien, General Massu, der die franzoesischen Panzerregimenter in Baden-Wuerttemberg kommandierte, beordeerte, die nach Paris zu bringen. Ich kannte Vincennes zu der Zeit, und … aber all das ist nicht, was uns hier der „Rationalinsurgent“ vorspiegelt – und auch nicht was Thoreau mit „Civil Disobedience“ meint. Da siind viel groessere Gefahren drin – wie damals die erste Bewaffnung der (buergerlich unreifen) „Roten Armee“ durch die Berliner Polizei (durch Agenten Peter Urbach) eine ganz andere Richtung vorschlug – und die Gewalt in Berkeley heute auch von „Zivilitaet“ weit weg geht, wie ueberhaupt der ganze Unwille, die Wahlen anzuerkennen.
      Thoreaus ziviler Widerstand ging durch Steuerverweigerung – und den konsequenten Gefaengnisaufenthalt, nicht durch Polizisten-Roesten wie in einem von Michel Piccolis Anarcho-Fimen damals. Spass hat’s aber doch gemacht.- und wir lernten vieles.

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      • JoB
        Ne, ne, es ging schon heftig zu. Brände und verbrannte Autos gab es zu Mass, Befestigungen wurden aus der Erde gerissen und die SRS hat hart durchgegriffen und – zugeschlagen.
        Vielleicht mit unserer Bundespolizei zu vergleichen.

        So harmlos war das alles nicht. Oft war ich sogar mit meiner gerade 2 Monate altenTochter unterwegs.
        Völlig verantwortungslos.

        „Spass hat’s aber doch gemacht.- und wir lernten vieles.“

        Genau so war’s. Ich möchte die Zeit nicht vermissen.
        Henry Miller hat einmal gesagt: „Wenn man einen Teil seines Lebens in Paris verbracht hat, ist es egal, wo man den Rest des Lebens verbringt. “
        Ein Gefängnis hat er natürlich nicht damit gemeint.

        Für mich war es eine tolle Zeit. Simone und Sartre waren bei vielen Demonstrationen, aber sie waren auch jederzeit bereit, mit einem zu sprechen, wenn man sie in den Cafés traf.
        Dort schrieben sie ja mehr als zu Hause.

        Und dann die Auftritte von der Gréco in den katakombenartigen Lokalen und den Hinterhöfen von Paris.

        Aber die Zeche hat dann letztendlich der französische Arbeiter bezahlt.

        Simone und Sartre und wohl auch Cohn-Bendit und die wohlbetuchten Studenten fuhren in Urlaub und die Arbeiter schlugen sich mit dem Gewerkschaftsgeld durch den Sommer. Sie wurden im Grunde nur benutzt.

        Ich liebe auch das Buch von Thoreau: Denken mit H.D.Thoreau
        “ Ich empfinde die Wärme am stärksten in den Wintertagen.“
        Ist das nicht wunderbar?

        Ein schönes Wochenende für Sie.

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        • Ja, ja – Erinnerungen – wie „CRS – SA, SS!“ Und de Gaulles beruehmte Worte, auf den Vorschlag, statt der Studenten Sarte zu verhaften: (sans accents)
          „On peut pas arrreter Sartre. Sartre – c’est la France!“

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          • JoB Vor allem das Zitat von de Gaulles : La France c’est moi!“
            ist mir noch sehr gegenwärtig.

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  2. Naja, nee. ACTA wurde im Wesentlichen auf der Strasse beerdigt. Durch Millionen von Demoteilnehmern. Aber klar, mit den guten alten Zeiten kann man das alles nicht vergleichen….

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