Melania Trump und der Ausverkauf der USA

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Die stets grimmig kuckende (ist wohl kein Spass, mit dem orangen Donald verhei­ratet zu sein), in Slowenien geborene Melania Trump hat einen US-Staranwalt beauftragt, die britische Daily Mail auf einen Schadensersatz von mindestens 150 Millionen US-Dollar zu verklagen. Grund: Die Boulevardzeitung hatte im September letzten Jahres berichtet, Mrs. Trump habe früher als Escort (=Prostituierte) gearbeitet. Nach einer anwaltlichen Drohung wurde der Artikel von der Webseite der Mail entfernt. Jetzt geht die Anklage wegen angeblicher Verleumdung wieder vor Gericht, mit der Begründung, Melania hätte ohne diese eine „once-in-a-lifetime“ Chance auf Millionenumsätze mit neuen Produktlinien und einem Werbeauftritt als „First Lady“ gehabt. Die frischgewählte US-Königsfamilie sieht also Presse als lästige Störung ihrer Geschäfte und Präsidentschaft als Geschäftsgelegenheit an.

Dabei hat der Ausverkauf erst begonnen, mit neuen Regelungen, dass öffentliches Land leichter an Spekulanten verkauft werden kann, Umweltauflagen aufgehoben und die Bankenregulierung ausser Kraft gesetzt wird. Das alles wäre nicht möglich ohne die Interessen der Republicans als Vertreter des US-Milliardärsclubs und ohne Wahlverfälschung wie das „felony disenfranchisement“, welche verurteilten Straftätern (auch solchen mit Bewährungs- oder Geldstrafe) auf Lebenszeit das Wahlrecht entzieht). Bei der letzten Präsidentenwahl im November wurden auf diesem Weg über sechs Millionen Wahlberechtigte eines Grundrechts beraubt.

Diese Wahlbeeinflussung wird übrigens von den US-Bundesstaaten unterschiedlich gehandhabt: In Florida sind ganze 10% der Wahlberechtigten von der Stimmabgabe ausgeschlossen, in Bernie Sanders‘ Heimatstaat Vermont dagegen niemand. So war es möglich, bestimmte Bevölkerungsgruppen bei den Wahlen zu bevorzugen und mit deren Hilfe einen Möchtegern-Absolutismus im Stil Ludwigs des Vierzehnten zu etablieren. Wir werden sehen, ob die Melanie wirklich 150 Millionen für ausgefallene Geschäfte bekommt, oder ob man in Zukunft noch sagen darf, man habe was von einer Prostitutionstätigkeit gelesen. Das klingt für uns zwar alles bizarr und lustig, aber für die US-Amerikaner ist das grade eine selbstgeschaffene Hölle. Mit Aus­nahme der Milliardäre, die haben das grosse orange Los bekommen.

boingboing, pic Glenn Francis cc by sa

5 Kommentare

  1. Also, Fritz, wenn mir jemand was in der Richtung oeffentlich vorwuerfe, wuerde ich dem auch ne ganz schoen knallige Rechnung vorlegen.

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    • Du lavierst dich grade am Problem vorbei: Die stark geschminkte Melanie hat geglaubt, sie kann ein Modeimperium mit Schmuck und Parfüm als tolle First Lady aufziehn. Nachdem das aber ne Scheissidee ist, versucht sie’s mit Abzocke. So sind reiche Leute, oder?

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  2. Hulk Hogen bekam in etwa die gleiche summe dafür das er TATSÄCHLICH (also in Bild und Ton bewiesen) beim fremdficken mit der Frau seines damals besten Freundes via Video erwischt wurde welches dann irgendwann mal bei Gawker auf den servern landete:

    [ New York Times

    The retired wrestler Hulk Hogan was awarded $115 million in damages on Friday by a Florida jury in an invasion of privacy case against Gawker.com over its publication of a sex tape — an astounding figure that tops the $100 million he had asked for, that will probably grow before the trial concludes, and that could send a cautionary signal to online publishers despite the likelihood of an appeal by Gawker.

    The wrestler, known in court by his legal name, Terry G. Bollea, sobbed as the verdict was announced in late afternoon, according to people in the courtroom. The jury had considered the case for about six hours.

    Mr. Bollea’s team said the verdict represented “a statement as to the public’s disgust with the invasion of privacy disguised as journalism,” adding: “The verdict says, ‘No more.’ ”

    The damages awarded to Mr. Bollea on Friday were compensatory: $55 million for economic harm and $60 million for emotional distress. Punitive damages will be established separately, which raises the prospect that Gawker will have to submit to a detailed examination of its finances in court so the jury can assess the scale of the damages. ]

    Warum sollte dann Melina Trump weniger rechte zugestanden bekommen? Und was hat das mit . . .

    „Die frischgewählte US-Königsfamilie sieht also Presse als lästige Störung ihrer Geschäfte und Präsidentschaft als Geschäftsgelegenheit an.“

    . . . zu tun?

    NICHTS!

    Mir ist es personenbezogen völlig egal, aber in der Sache finde ich es geradezu richtig GUT, das diese Klatschberichterstatter und Vertreiber zugeklatscht werden und solche vernichtenden Summen Zahlen müssen.

    Nicht weil es sich um Prominente oder Reiche handelt (denen ich sowieso nicht das allerbeste wünsche), sondern nur wegen dem Effekt die solche Urteile nach sich ziehen werden.

    Denn dadurch haben nun auch „Normalbürger“ vorzeigbare Mittel in die Hand bekommen gegen solche oft auch existenzbedrohenden und oftmals auch Existenz und Leben zerstörenden Rufmordkampagnen vorzugehen.
    Selbstverständlich werden diese „kleinen“ Yellow Press opfer keine solchen Summen herausschlagen können, bei denen macht es dann einfach die Masse.

    Wichtig ist nur das diese Art der „Berichterstattung“ endlich vernichtet wird. Um es ganz hart auszudrücken: „Mit Stumpf, Stiel, Blättern und Früchten“ ausgerottet wird (und hierzu kannst Du dir noch eine saftig überkippende Hitlerstimme, wahlweise auch Mussolinis, dazu denken).

    Diese Art Berichterstattung hat mit Meinungs- und Pressefreiheit nämlich überhaupt nichts zu tun. Es ist nur die erbärmliche Zufriedenstellung einiger Individuen perverser gelüste welche sich an anderer Menschen Privatleben (und deren teilweise sehr schicksalhaften Wandlungen) aufgeilen wollen und/sowie um daraus Kapital zu schlagen.

    Umso verwerflicher ist es dass das allermeiste davon reine Erfindungen oder aus dem Zusammenhang gerissene Halbwahrheiten sind, die sich irgendwelche Dreckfinken aus den Fingern saugen oder nach willkürlichem Gutdünken ergänzen.
    Diese Erfindungen oder oftmals auch nur aus dem Zusammenhang gerissene und in einem anderen licht ausgestellten Halbwahrheiten aber vielfach leben und ganze wirtschaftliche Existenzen zerstören.

    Z. B. wem geht es auch nur einen feuchten Dreck an ob Melania früher als Escort (was nicht automatisch oder zwangsläufig Prostitution mit einbezieht) unterwegs war?
    Absolut niemanden.
    (Im Übrigen habe ich in meiner Zeit in München etliche junge Frauen und auch 2-3 Männer kennengelernt, die damit teilweise Ihr Studium finanziert haben. So what?)

    Das Du dieses Thema benutzt um Deinen Hass auf Trump abzuarbeiten zeigt aber mehr als nur deutlich auf welch niedrigen Niveau Du mittlerweile angekommen bist, denn Du machst nichts anderes als das, was Melinia mit Ihrer Modekollektion vorhatte. Nämlich Kapital daraus zu schlagen. Sie in monetärer Form, Du Emotionales um damit Dein Ego zu füttern.

    Im Übrigen – „Diese Wahlbeeinflussung“ (die komischerweise zuvor fast keine intellektuelle Sau wirklich interessierte, weil sie hauptsächlich nur dreckige Nigger, stinkende Beaner sowie wertlose Arme aus dem White-Trailor-Trash-Umfeld betraf) – wird schon seit Jahrzehnten angewandt, forciert und von beiden lagern – Reps wie Dems – immer wieder aufs Neue verschärft. Und hat erkennbar absolut gar nichts mit Melinia (und D. Trump auch nicht) zu tun. Und dennoch versucht Du eine wie auch immer geartete Beziehung herzustellen.

    Merkst Du gar nicht mehr, wie Yello Press erbärmlich das ist?
    Aber mittlerweile schmilzt das Make-up bei fast allen nun als ehemalige einzustufenden Pseudeo-linksliberal-halbintellektuellen reihenweise dahin, wenn sie sich ja nur in geschlossener Front vereint gegen Trump auskotzen können.

    Ihr Schmierfinken und Speudoberichterstatter (und das meine ich nun wirklich abwertend) gleicht mittlerweile immer mehr dem Charlie-Hebdo-Bild der arm-in-arm eingehakten Politiker in der abgeriegelten und abgeschotteten Seitenstraße, als sie Solidarität mit dem Volk & den Opfern vorgaukelten.
    Aber mittlerweile sind die Zuschauer auf den Dächern angekommen und haben freien Blick darauf, was sich hinter dem Motiv verbirgt.

    Nämlich nichts weiter!

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  3. Weisste, Punk, weil du auch immer 20 verschiedene Themen in einen Comment packst, werde ich nicht alle beantworten. Und Rumschreien macht dich nicht eben ernstzunehmender, ok? Ja, es geht hier vor allem um das Geschäftsmodell Trumps und seiner Familie. Die gerade dabei sind, skrupellos ihr Land auszuplündern. Mit Hilfe ihrer Milliardärsfreunde. Und nein, Presse per 100-Millionen-Klagen für immer zum Schweigen zu bringen, nur weil ein Staranwalt von Trumps Wahlkampfhelfer Peter Thiel dafür bezahlt wird (wie im Fall Gawker), ist nicht richtig, sondern ein Angriff auf Meinungs- und Pressefreiheit. Und die Demokratie. Und nein, die Melanie kann früher gerne als Prostituierte gearbeitet haben. Das ist ein anständiger Beruf. Anders als Immobilienspekulant und Steuerbetrüger wie ihr Gatte. Der übrigens, ja, ein Psychopath ist, und deswegen so überzeugend rüberkommt. Und hör bitte auf, rumzujammern. So schlecht gehts dir nun auch wieder nicht.

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  4. Na, den Fall hatten wir in Deutschland ja quasi auch, wer sich noch an Bettina Wulff vs. Google erinnert…

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