Wind und Sonne sind nicht zu stoppen

wind_turbine_holderness

Im vergangenen Jahr wurden in Europa 24,5 Gigawatt an neuer Kraftwerksleistung installiert. Das entspricht einem zusätzlichen Angebot von 2,7%, da bereits 918,8 GW vorhanden sind. Die eigentlich gute Nachricht ist allerdings, dass von diesen neuen Kraftwerken 86 % Wind, Sonne und Biomasse sind. Wind macht übrigens die Hälfte davon aus. Und das trotz aller Lobbyanstrengungen der Fossil­energie­industrie und ihrer Helfer in der möchtegernkonservativen und möchte­gern­national­istischen Politik. Zur Einordnung:

Die heute noch laufenden, uralten deutschen Atomkraftwerke liefern je 1,2 bis 1,4 Gigawatt, die neue Gode Wind Turbinenanlage in der Nordsee 0,6 GW. Der Haupt­stromlieferant ist in Europa übrigens Erdgas, inzwischen gefolgt von Wind, der die Kohle auf Rang 3 verdrängt hat. Die Energie­wende ist also nicht aufzuhalten, allerdings wird die Investition in alternative Energieformen mittlerweile durch das innereuropäische Wirtschaftsungleichgewicht gebremst: Spanien, Portugal, Italien und Griechenland, die in der ersten Dekade unseres jungen Jahrhunderts noch viele neue Windturbinen aufgestellt hatten, sind inzwischen pleite.

via guardian, pic tom korser via wikipedia cc by sa

6 Kommentare

  1. Zur Effizienz alternativer Energiequellen möchte ich einstreuen: jede alternative Energiequelle hat auch Kosten. In Form von Material (muß gewonnen und verarbeitet werden), Umweltfolgekosten (insbesondere die Wasserkraft aus Staudämmen ist hier problematisch, da Stauseen viel Methan absondern) und Wartungskosten (Reparaturen, erfordert wiederum Material). Ich selbst komme zu dem Schluß, daß nur Vermeidung unnötiger Energieverschwendung eine echte CO2-Senke darstellt. Die Abwendung von fossilen Energien wäre demnach mathematisch benannt „notwendig, aber nicht hinreichend“.

    Gruß mit eigener Meinung

    Thomas

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    • Wie ist denn wohl das Verhältnis von Wind/Solar und Kernkraft/Kohle vom Material- und Wartungsaufwand her? Schon gar, wenn man die gewaltigen staatlichen Subventionen für letztere rausrechnet? Dann kosten eine 20 Jahre stromliefernde Solarzelle oder ein Propeller mit Mast praktisch garnichts.

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      • Ich spreche nicht vom Kostenaufwand und Subventionen, sondern vom ökologischen Fußabdruck.

        Gruß

        Thomas

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        • Der ist bei Uran/Kohle/Öl um ein Vielfaches höher als für Sonne und Wind. Ja, in den Solarzellen sind (bisher) seltene Erden drin, die problematisch abzubauen, aber nicht giftig sind. Aber Nuklearkraftwerke enthalten soviel hochgiftiges Material, dass wir für viele Jahrtausende beträchtliche Summen aufwenden müssen, um das geregelt zu kriegen.

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          • Dem stimme ich vollumfänglich zu. Nicht daß Du mich falsch verstehst: ich halte Kernkraft für eine der übelsten Sünden. Kenne den Karatschai-See (nicht selbst, da sollte man besser nicht in die Nähe), habe mich mit der Tetscha befaßt (Arte-Doku), Kyschtym-Unfall etc. ppp., habe in den 80ern Grün gewählt als die noch gegen Atomkraft waren, weiß, wie unglaublich viel Dreck durch fossile Brennstoffe entsteht – ich befasse mich mit alledem. Und befasse mich damit, wie viel Energiebedarf (Kohle? Atomkraft?) und Umweltzerstörung bei der Herstellung der ach so sauberen Wind- und Photovoltaikkraftwerke entsteht. Daher habe ich mir abgewöhnt, alternative Energiequellen über den grünen Klee zu loben und fordere stattdessen Aufklärung über den ökologischen Fußabdruck, den jeder von uns hinterläßt. VERMEIDUNG heißt meiner Meinung nach die richtige Strategie. Einfach, um hier klarzustellen, daß Sonnen- und Windkraft zwar klasse Energielieferanten sind, unsere Umweltprobleme damit aber nicht zu lösen sind.

            Mich interessiert einfach, daß in anderen Ländern den Leuten die Lebensgrundlage wegfault. Sei es in Brasilien, in Afrika, in Indien, oder sonstwo. Den Kopf in den Sand stecken und sagen „wir kommen kostenmäßig auf Null raus, weil wird ja eh alles subventioniert“ ist für mich vergleichbar mit „Was interessiert mich Atomenergie, mein Strom kommt eh aus der Steckdose“.

            Darauf wollte ich hinaus. Klarer jetzt?

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  2. Alles richtig, Thomas. Das sind aber zwei verschiedene Probleme. Wir müssen uns um beides kümmern. Letztendlich indem wir weniger verbrauchen (ausser die technische Entwicklung stellt alles auf den Kopf).

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