Wie Arabien Europa vor dem Alkohol gerettet hat

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Der US-Publizist Mark Pendergrast beschreibt in seinem Buch „Uncommon Grounds“ (von 1999, deutsche Übersetzung „Kaffee. Wie eine Bohne die Welt veränderte“), wie in Europa vor der Neuzeit fast nur alkoholisierte Getränke genossen wurden, weil das Wasser durch unsachgemässe Behandlung oft Krankheiten übertrug. Das leichte Bier jener Zeit hatte natürlich die bekannten Nebenwirkungen, und die allgemeine Abstumpfung ging erst dann zurück, so Pendergrast, als der Handel mit Arabien auch Kaffee nach Europa brachte. Und so die Ära der Aufklärung und Vernunft erst ermöglichte. Dass mit dem arabischen Handel auch Wissenschaft und Philosophie auf den bäuerlichen europäischen Kontinent zurückkehrten, beschreibt der Harvard-Absolvent nicht so explizit; das darf aber als bekannt voraus gesetzt werden. Eine Lehre darf man aus dieser geschichtlichen Betrachtung ziehen, nämlich dass der geistige und kulturelle Austausch mit der arabischen Nachbarregion für Europa massive Vorteile gebracht hat und unbedingt weiter entwickelt werden sollte. Was natürlich nur gehen kann, wenn wir aufhören, dort Stellvertreter- und Rohstoffkriege zu führen. nytimes

8 Kommentare

  1. äpfel und birnen..
    heute besteht der austausch in anderer richtung, von denen kommt nur wahabismus hier her..

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    • Verdammt kleine Welt, die du da hast. Ist das nicht ein bischen eng auf Dauer?

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  2. Erst der Kaffee ermöglichte eine Ära der Aufklärung und Vernunft in Europa? Also echt jetzt!
    Und wenn doch: warum war die Wirkung in Europa soviel positiver? (Aufklärung und Vernunft und so.)

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    • Das können wir nur vermuten. Weil hier davor soviel gezecht wurde, anders als woanders?

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  3. Die Geistesgaben, wie hohe Mathematik (mit der Zahl ‚0‘ und Al Jabr) kamen ja weit vor dem ‚Tuerkentrank‘ ins Land: Erstere schon aus Cordoba, mit Avicenna und dergleichen, letzterer erst mit Armee-Bestaenden, die vor Wien zurueckgelassen wurden.
    Aber, was immer, wir verdanken dem jetzt so oft geschmaehten Nahen und Mitteleren Osten sehr viel gutes. Dass jetzt mehr sehr viel weniger wirklich „prophetisches“ von dort kommt, ist Folge unserer politischen „Exporte“ in jene Breiten.
    Wenn jemand sich bei solchem ‚Austausch‘ beklagen sollte, waeren es wohl eher jene auf der oestlichen Seite.

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    • Ich kann mich trotzdem wegen deren neusten exportschlager – Terroristen – aufregen.
      Natürlich ist klar, dass im Kern der westliche Imperialismus schuld daran ist.
      Auch muss man anmerken, dass der Wahabismus erst dank Saudi arabien Fahrt aufgenommen hat, diese sehen darin ihr mittel für imperialistische Ziele. Frage ist, ob ohne saudische wahabismus förderung heute soviel wäre alleine durch verdruß auf westliche imperialisten.
      wäre dem nicht so, wäre es doch ihr eigenes werk :)

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