Wenn schon Autos, dann Casual Carpool

Wie so vieles andere, verändert sich in unserem 21sten Jahrhundert der Nahverkehr. Das Auto hat, bei all seinen Nachteilen, noch einen festen Platz in unserer Verkehr­sgesellschaft. Das mag sich auf Dauer ändern, führt aber derzeit zu frühindustriellen Auswüchsen wie scheinselbstständige Uber- und Lyft- Taxikonglomerate. In Deutsch­land sind solche Ausbeutungsmodelle nicht möglich, weil zur gewerblichen Personenbeförderung eine Qualifikation nachgewisen werden muss. Interessant wäre aber das Modell des Casual Carpool, wie es in der kalifornischen Bay Area um San Francisco und Oakland genutzt wird.

Dort in der 7-Millionen-Metroregion gibt es mehrere Dutzend informelle, feste Haltestellen, an welchen private Autos anhalten, um Hitchhiker mit zu nehmen. Diese halten sich an die informellen Regeln, nämlich einen US-Dollar oder mehr als Kostenbeitrag zu geben und sich ansonsten zu benehmen. Die Fahrer erhalten durch ihre Passagiere die Möglichkeit, die für Carpools und Taxis vorgesehenen Fahrspuren zu benutzen. In den Niederlanden gibt es bereits offizielle Haltestellen für Tramper, die „liftershalte“ (siehe pic). Gerade in grossen Metroregionen sollte sich ein solches Modell bewähren – bis die nahende Zukunft des Nahverkehrs Autos durch öffentlichen Transport und Fahhräder ersetzt hat. ridenow via boingboing, pic

1 Kommentar

  1. [ In Deutsch­land sind solche Ausbeutungsmodelle nicht möglich, weil zur gewerblichen Personenbeförderung eine Qualifikation nachgewisen werden muss. ]

    Blödsinn. Das ist nur der momentane Ist-zustand, aber . . .

    . . . früher™, durften z. B. in Schlachthöfen ausschließlich nur ausgebildete Metzger arbeiten. Seit ca. 2005 herum darf aber jeder ungelernte Depp, z. B. aus Polen, herangekarrt und, mit dem „Segen“ der Politik, für 2-3 EURO die Stunde versklavt werden.

    DE besteht fast nur noch aus Ausbeutung (siehe die sogenannten „prekär Beschäftigten™“). Und auch diese Branche wird es treffen sobald mal
    „die Richtigen®“
    ein entsprechendes Interesse daran haben.
    Selbst wenn man deswegen das GG ändern müsste – was nicht mal sein muss und sollte nur drastisch verdeutlichen das in diesem Land nichts unmöglich ist sobald man dafür die Menschen noch ärmer machen und sie berauben kann. Alles nur eine frage der Zeit.

    Siehe:
    Maut, von der Schiene/Wasser auf die Straße (statt umgekehrt), Autobahnprivatisierung (und die Bahnprivatisierung ist immer noch auf dem Tisch), schrittweise Zerstörung der Sozial- und Rentensysteme (zugunsten der Privatversicherer), Atomkraftbetreibern können sich billigst herauskaufen und jetzt immer mehr die EEG übernehmen während die kleinen abgewürgt werden, Zeitarbeitsfirmen en Masse etc. etc. etc.

    (die Liste wäre endlos)

    Wer sollte dagegen etwas unternehmen können? Etwa die riesigen Verbände der Taxiunternehmer, die Fahrlehrerverbände u.s.w.?
    Etwa gar der Wähler, der „mächtige Souverän“ (der zwar wählen kann was er will, aber ohne das sich je wirklich etwas ändert außer zum Schlechteren für ihn selbst und im besten Fall das sich mal der eine oder andere Messerstich oder Kehlenschnitt eine weile verzögert – egal was er wählt)?

    Wenn „die Richtigen®“ Interesse daran haben wird Gelobbyt (mit Pöstchen geschmiert) und dann wird in einem Moment der Ablenkung (z. B. einer WM) ein entsprechendes Gesetz innerhalb einer Woche durchgepeitscht und schon kann UBER, oder wer auch immer, fröhlich loslegen.
    Und zum Dank für die Ausbeutung brauchen die Unternehmen dann auch fast keine Steuern zahlen. Kennt man man ja z. B. von Amazon, eBay, etc. etc. etc.

    Übrigens:

    Das Modell des „Casual Carpool“ gibt es so ähnlich ja schon länger:

    BlaBlaCar de, MiFaz de, ADAC-Mitfahrclub de, flinc org, fahrgemeinschaft de, drive2day de, bessermitfahren de, mitfahren de

    und noch ein paar.

    Im übrigen kostet ein Personenbeförderungsschein alles zusammengerechnet (für Privat ab 8 Personen) . . .

    Untersuchungen bei Augenarzt und Hausarzt
    Auszug aus dem zentralen Verkehrsregister
    Polizeiliches Führungszeugnis

    Anträge, Gebühren

    (Die Ortskundenprüfung brauchen nur Taxifahrer in Gemeinden mit über 50000 Einwohnern machen)

    . . . etwa 150-250 Euro (je nach Gemeinde).
    (Diese Ausgaben können in der Steuererklärung zur Anrechnung gebracht werden)

    Voraussetzungen sind:

    Der Fahrer muss mind. 21 Jahre alt und im Besitz der FS-Klasse B sein.

    Das ist der Alleinige Grund warum UBER überhaupt verboten wurde.

    Und mitnichten geht es dabei um die Gesundheit der Menschen oder gar noch deren Leben, denn der Besitz des Personenbeförderungsscheins beschränkt sich alleinig fast nur auf das befördern von Personen gegen Entgelt mit Gewinnabsicht (denn wer Kutschiert im Privaten schon 8 Personen auf einmal und mehr herum? Nicht allzuviele).

    Würde also z. B. UBER damit auftreten diese Kosten zu übernehmen, wie lange würde es denn dauern bis sich hunderttausende melden würden?

    Ich denke mal nicht allzu lange.

    Gefällt mir


Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s