Warum Frauen schlechter bezahlt werden als Männer

Martin R. Schneider aus Philadelphia, Pennsylvania hat das rausbekommen. Warum das so ist, dass Frauen im Durchschnitt schlechter bezahlt werden als Männer. Und warum so viele glauben, das wäre ok so, weil Frauen ja weniger leisten. Er hat nämlich in seinem Office erst versehentlich, dann man bewusst und für zwei Wochen den Emailaccount mit seiner Kollegin Nicole getauscht. Die beiden arbeiten zusam­men für eine lokale Zeitarbeitsfirma. Was passierte? Martin erlebte „am eigenen Leib“, wie anders Leute auf weibliche Bürokräfte reagieren. Immer unzufrieden, immer belehrend, übergriffig, unzuverlässig.

Er berichtet, dass die Email-Kommunikation mit Kunden/Klienten „als Frau“ immer doppelt so lange dauerte wie „als Mann“ und darüber hinaus auch noch nervig und unzufriedenstellend war. Kein Wunder, dass Martins und Nicoles gemeinsamer Chef ständig rummeckerte, dass letztere ja wohl viel schlechter arbeiten würde und Martin da mal Druck auf seine lahme Kollegin machen müsse. Der vollständigen Bericht über dieses oben beschriebene Experiment hat übrigens den Chef nicht überzeugt, zu tief war er überzeugt vom Leistungsunterschied der Geschlechter. Martin R. Schneider hat sich mit der Aktion eindeutig den Titel der „coolen Socke des Monats“ verdient. Yeah. Ich will aber nicht in einer Gesellschaft leben, die meine Freiheit einschränkt, indem sie pauschal mal die Hälfte meiner Mitmenschen als weniger leistungsfähig abklassifiziert. Selbst wenn man das Gegenteil beweisen kann. Die Ära der Aufklärung und Vernunft hat ihr Ziel nicht erreicht, bis wir das nicht geregelt bekommen haben. In anderen Worten: Fickt euch, Maskulinisten, und ja, fickt euch, weibliche Stockholm-Syndrom-Opfer. Hier ist der gesamte Bericht Martins auf Twitter, via the poke, pic cc0 unsplash via pexels

So here’s a little story of the time @nickyknacks taught me how impossible it is for professional women to get the respect they deserve:

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

Nicole and I worked for a small employment service firm and one complaint always came from our boss: She took too long to work with clients.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

(This boss was an efficiency-fetishizing gig economy-loving douchebag but that’s another story.)

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

As her supervisor, I considered this a minor nuisance at best. I figured the reason I got things done faster was from having more experience

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

But I got stuck monitoring her time and nagging her on the boss‘ behalf. We both hated it and she tried so hard to speed up with good work.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

So one day I’m emailing a client back-and-forth about his resume and he is just being IMPOSSIBLE. Rude, dismissive, ignoring my questions.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

Telling me his methods were the industry standards (they weren’t) and I couldn’t understand the terms he used (I could).

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

He was entertainment industry too. An industry I know pretty well.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

Anyway I was getting sick of his shit when I noticed something.
Thanks to our shared inbox, I’d been signing all communications as „Nicole“

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

It was Nicole he was being rude to, not me. So out of curiosity I said „Hey this is Martin, I’m taking over this project for Nicole.“

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

IMMEDIATE IMPROVEMENT. Positive reception, thanking me for suggestions, responds promptly, saying „great questions!“ Became a model client.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

Note: My technique and advice never changed. The only difference was that I had a man’s name now.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

So I asked Nicole if this happened all the time. Her response: „I mean, not ALL the time… but yeah. A lot.“

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

We did an experiment: For two weeks we switched names. I signed all client emails as Nicole. She signed as me.
Folks. It fucking sucked.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

I was in hell. Everything I asked or suggested was questioned. Clients I could do in my sleep were condescending. One asked if I was single.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

Nicole had the most productive week of her career.
I realized the reason she took longer is bc she had to convince clients to respect her.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

By the time she could get clients to accept that she knew what she was doing, I could get halfway through another client.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

I wasn’t any better at the job than she was, I just had this invisible advantage.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

I showed the boss and he didn’t buy it. I told him that was fine, but I was never critiquing her speed with clients again.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

He conceded that battle, but found ways to hound us both on time in other manners, but again, that’s a different story.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

Here’s the real fucked-up thing: For me, this was shocking. For her, she was USED to it. She just figured it was part of her job.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

(I mean, she knew she was being treated different for being a woman, she’s not dumb. She just took it in stride.)

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

Anyway, I’m bad at knowing when to end Twitter threads, but. Yeah. Fucked up, right?

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

For more information on this and other stories of workplace sexism like when we tried to hire new staff, contact your local @nickyknacks.

— Martin R. Schneider (@SchneidRemarks) March 9, 2017

6 Kommentare

  1. man möchte es nicht glauben, aber es ist wohl leider so :( wir sind thiere.

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  2. Ein voreingenommer (maennlicher) Boss. – Stimmt.
    Gibt es auch voreingenommene (weibliche) Bosse? – Ich denke Ja.
    Was den Bezahlungsunterschied im allgemeinen ausmacht, empfehle ich das Buch hierzu von Warren Farrell, in welchem dieser eine ueberzeugende Ablehnung dieser Behauptung gibt. Die Statitstiken der Unterbezahlung kommen meist von engagierter feministisvher Seite – sind also wenig glaubhaft, da politisch interessiert.
    Farrell ist uebrigens durchaus kein Macho – er war einer der ersten Direktoren der N.O.W. (National Organization for Women), der feministischen Frauenorganisation der USA – bis diese eben von Egalitaer auf Maennerhass ueberging.

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    • Du bringst uns da ein sehr schönes Beispiel für Scheinargumentation, lieber Jo. Vielen Dank. Rhetorik/Eristik für Einsteiger. Kann man alles in der Wikipedia nachlesen. Inzwischen ist unsere Gesellschaft nach wie vor deutlich von Gleichstellung entfernt. Was du natürlich nicht so empfindest, weil du ja unverändert deine männlichen Privilegien geniesst. Weisste was: Hab ein schönen Lebensabend, um den gesellschaftlichen Fortschritt kümmern sich inzwischen andere.

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  3. Hab den Artikel auch gelesen und fand’s traurig.

    Es würde mich interessieren ob auch Frauen auf Frauen so (negativ) reagieren oder eben im Wesentlichen Männer.

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    • Frauen sind die schlimmste Feinde der Frauen – nicht die Männer, wie man den Frauen immer weismachen möchte.

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      • Dann mal los, Irene, das ändert sich nicht von alleine.

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