Schadenfreude ist jetzt ein amerikanisches Wort

Im Ernst. Dort wird das inzwischen öfter verwendet als hier. Einer von mehreren guten Gründen dafür: Bernie Sanders. In einer Umfrage der Fox News (ja, der US-TV-Bild) quer durch alle demografischen Gruppen steht der Sozialist ganz vorne in der Beliebtheitsskala. Zusammen mit Obamacare und Planned Parenthood.

Anders sieht das in der Minderheitsgruppe der Republicans aus (wie die trotzdem an Sitze und Präsidenten kommen, hab ich schon neulich erklärt), da wird Trump weiter glühend verehrt, obwohl er grade in Zusammenarbeit mit den anderen Knechten der 1% die Gesundheitsreform so zerstört hat, dass zwar Zig-Millionen USAmerikaner ihre Versicherung verlieren werden, dafür die Reichen erhebliche Steurnachlässe erhalten (auch der amtierende #45), dazu das Bildungssystem auf kostenpflichtige Privatschulen umgesteuert und alle Wissenschafts- und Kulturausgaben gekürzt, zugunsten eines höheren Militäretats. Make America poor again. Kein Wunder, dass dort der Sozialismus zurückkommt.

Die Grafik oben ist von der Wapo, nach Zahlen von Fox vom 15. März.

19 Kommentare

  1. Bitte fangen wir nicht auch noch an, das Wort „Sozialismus“ in der falschen Bullshit-Bedeutung der Republicans zu verwenden.

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  2. Na ja, hierzulande wird MERKEL auch noch von vielen verehrt, trotz „Flüchtlings“fiasko (langfristige, nachhaltige Beschädigung des Sozialsystems, mangelhafte gesetzliche Krankenversicherung (bei z.B. Zahnersatz höchste Zuzahlungen), erhöhte Konkurrenz im Niedriglohnsektor, stark steigende Immoblilienpreise wegen Wohnraummangel, den die autochthone Bevölkerung (also Deutsche) auch noch über Steuern für Sozialwohnungen selber anheizen (und das ist pervers!), Männerüberschuss), Euro-Krise und Energiewende (wegen den vielen Tsunamis hierzulande).

    Entwicklungen, die ich mir schon immer erträumt habe!

    Ich übe mich auch schon mal in Schadenfreude, die muslimischen Migranten werden, siehe die erste erfolgreiche Migrantenpartei ‚Denk‘ in Holland, auch bei uns langsam aber sicher ihre eigenen Parteien wählen, die ‚Allianz Deutscher Demokraten‘ gibt’s schon mal – Grüne, SPD und CDU werden in die Röhre gucken… ha ha!

    Die USA sind immer noch great und werden unter Trump noch greater, die Briten werden es wieder und Deutschland goes Sharia.

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    • Unser Sozialsystem ist nicht erst so löchrig, seit wir Syrer da haben. Sondern seit die Umverteilung von unteren und mittleren Haushaltseinkommen hin zu den hohen so durchgeschlagen hat. Noch einfacher: Unser ganzes Geld haben nicht die Geflüchteten, sondern die Reichen.

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      • „Flüchtlinge“ sind nur zu einem gewissen Teil Syrer. Rein von den Steuern her betrachtet, gibt es keine Umverteilung von unten nach oben, sondern von oben nach unten – viele zahlen gar keine Steuern.
        Das Geld haben natürlich auch die ‚Migranten‘ (so lautet die korrekte Bezeichnung). Nur in D gibt’s Geld für nix.
        Reich kann man übrigens auch zu Recht werden, gute (Geschäfts-)Idee, Sparsamkeit, gute Geldanlage.
        Durch diese unverantwortliche Einwanderungspolitik werden (Immobilien-)Besitzer reicher (nicht die Mieter) und die Arbeitgeber, weil das Arbeitnehmerangebot steigt. Und die ganze Flüchtlingsindustrie (Firmen), Sozialarbeiter etc.

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        • Die Hälfte der aktuell nach Deutschland Geflüchteten sind Syrer, das ist einigermassen repräsentativ. Migranten sind Leute oder deren Eltern (oder nur Vater oder Mutter) nicht in Deutschland geboren sind. Meine Stadt hat 280.000 Einwohner, davon sind offiziell 50% Migranten. Geflüchtete machen dagegen bundesweit etwa 1% der Bevölkerung aus. Jede, der ein Einkommen erwirtschaftet, behalt Steuern, ausser ab einem gewissen Einkommenslevel, dann greift Panama. Oder Bayern. Das kannst du übrigens alles nachschaun.

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  3. Nachtrag: Zwei „Flüchtlinge“ haben erfolgreich gegen eine Wohnsitzauflage geklagt (Kosten trägt der deutsche Steuerzahler), weil sie studieren möchten – was halt Flüchtlinge typischerweise so machen…) Während deutsche Arbeiterkinder immer noch benachteiligt werden, können „Flüchtlinge“ dies hier ohne weiteres – als ob afghanische Abschlüsse vergleichbar wären. Zahlen tut das Studium u.a. der deutsche Arbeiter.

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    • Die kriegen vlt. Bafög, was weniger ist als Hartz4. und 50% müssen sie dann wieder zurückzahlen nach dem studium. und wenn es im dorf x halt keine uni gibt, dann dürfen sie ja wohl umziehen?

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  4. Das Schaubild zeigt, dass nur geringfügig mehr Menschen Obamacare positiv als negativ sehen, aber deutlich mehr Menschen Obamacare als deutlich negativ (strongly unfavorable) bewerten als deutlich positiv (strongly favorable). Mit einer Gewichtung der Bewertungen würde Obamacare also eher als unbeliebt abschneiden.
    Arbeitende Amis konnten sich davor recht kostengünstig versichern, und empfinden die Vergemeinschaftlichung solcher Systeme als Sozialismus und lehnen das ab.

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    • Erklärung: Es geht natürlich darum, dass alle Menschen Gesundheitsversorgung haben, und nicht nur manche.

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    • Erklärung: Du schreibst Obamacare stünde ganz oben in der Beliebtheitsskala. Ich sehe im Schaubild 50%, und mit einer Gewichtung der Antworten hätte man weniger als 40% Zustimmung, weswegen ich das nicht als sonderlich beliebt bezeichnen würde.
      Ich bin schon lange aus der gesetzlichen Krankenkasse raus, zu hohe Beiträge für drittklassige Versorgung. Ein Problem von solchen sozialismusähnlichen Systemen ist, dass sie nicht zur Eigenverantwortung animieren.

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      • Nachtrag, mir ist klar, dass die wenigsten Individuen die Behandlungskosten bei schweren Krankheiten wie Krebs selbst tragen können, weswegen eine Versicherung mit Risikoverteilung sinnvoll ist. Das funktioniert aber in Deutschland mit der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr. Als normaler Beitragszahler finanziert man den gelangweilten Rentner, der grob gesagt wegen nem Pickel am Arsch zu fünf Fachärzten rennt um sich jeweils nochmal ne Meinung dazu einzuholen. Oder die ganzen extrem fettleibigen Mütter mit ihren fetten Diabetis Kindern, die ich hier jeden Tag auf dem Spielplatz sehe. Die bekommen alle neue Knie und ne neue Hüfte wenn sie 50 sind, und genau da hört bei mir die Solidarität einfach auf. Aus den gleichen Gründen lehnen viele Amis Obamacare ab.

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        • Wir beide werden auch mal alt, Herr Rentner. Ausser, wir bleiben arm, dann werden wir (statistisch) nicht so alt wie wohlhabende. Ja, Risikomanagement. Geht auch als Privatversicherung. Alle anderen: Gesetzlich. Mindestabsicherung. Bezahlt eh nicht mehr alles.

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        • Das ist, nett gesagt, eine sehr subjektive Aussage, die auch in Bezug auf die USA nicht zutreffend ist – die Amerikaner, die Obamacare ablehnen, sind entweder noch vom Calvinismus geprägt, haben zu viel republikanischen Propaganda abbekommen („It’s SOCIALISM!!!!“) oder stehen dem Programm kritisch gegenüber, weil es stellenweise ein Bürokratiemonster ist – nicht zuletzt dank der Republikaner, für die man das Ding einfach gewaltig aufblasen musste. Letztere haben aber dann meistens durchaus eine positive Grundeinstellung zur grundsätzlichen Idee.
          Und ja, unser System hat ein Problem, aber das liegt nicht an irgendwelchen „Diabetes-Kindern“, sondern eher an einem Ansteigen der Arztkosten, z.B. auf Grund der Medikamentenpreise oder moderner Behandlungsmethoden etc.
          Und ja, die Flüchtlinge kosten Geld, natürlich. Auf der anderen Seite kann mit einer sinnvollen Integrationspolitik da eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft draus werden.

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        • Ganz so subjektiv ist meine Einschätzung wohl nicht:
          „Basierend auf Berechnungen bei Versicherten der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und Hochrechnung auf ganz Deutschland gab es im Jahre 2009 8,0 Millionen behandelte Diabetesfälle, entsprechend 9,7% der Bevölkerung. Das entspricht einem Anstieg von 49% gegenüber dem Jahr 2000

          Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Diabetiker in den nächsten 10-20 Jahren deutlich ansteigen wird.

          Die erhebliche Zunahme der Erkrankungszahlen wird vor allem auf folgende Faktoren zurückgeführt:
          *Die drastische Zunahme von Übergewicht und Fettsucht
          *Der vermehrte Konsum von „Junk Food“ bzw. von Nahrungsmitteln mit geringem Nährwert und einem hohen Kaloriengehalt
          *Immer weniger körperliche Aktivität. Laut Umfrage-Ergebnissen sind nur 13% der Deutschen mindestens viermal pro Woche eine halbe Stunde körperlich aktiv“

          http://www.diabetes-deutschland.de/aktuellesituation.html

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        • Hier nochmal paar lustige Zahlen zu dem Sachverhalt, dass die Fetten das Gesundheitssystem schröpfen.
          „Die mit der Diabeteserkrankung verbundenen Kosten stellen eine der größten Herausforderungen für die langfristige Finanzierbarkeit der Gesundheitsversorgung dar. Zahlreiche Studien haben bereits belegt, dass Menschen mit Diabetes im Durchschnitt deutlich höhere Gesundheits- und Behandlungskosten haben als Menschen ohne Diabetes.

          Die jährlichen Pro-Kopf-Kosten für die Krankenversorgung – ohne Kosten der Pflegeversicherung – betrugen für Versicherte mit bekanntem Diabetes mellitus im Mittel 4.457 €. Dies waren 2.193 € durchschnittliche Mehrausgaben als für vergleichbare Versicherte ohne Diabetes. Dazu kamen indirekte Kosten, insbesondere für Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung, in Höhe von 1.328 € pro Versichertem.“

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          • Ich bin auch gegen Diabetes. Meinetwegen sollte man Zucker, und vor allem Weissmehlprodukte verbieten. Und Massenfleischproduktion. Winziges Problem: Dann brechen sowohl die internationalen Lebensmittel- als auch die Pharmakonzerne zusammen, und die sind beide zur Zeit sehr gut vernetzt mit den Zentren der Macht. Und „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren“ ist fett in Mode. Nach wie vor.

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          • Ich bin gegen Zucker- oder Weissmehlverbote, das ist was für die Grünen. Dann eher noch eine AOK XXL mit wesentlich höheren Beiträgen oder geringerem Leistungsumfang.

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  5. @Roth: Weil wir hier so vernünftig diskutieren: Du weisst schon, dass dein Link zu Asylzahlen die Neuanträge zeigt, und nicht den Bestand? Und ja, unterhalb des HartzIV-Niveau muss man keine Steuern bezahlen. Wovon auch? Genau das ist ja das Problem. Ein Viertel unserer Bevölkerung lebt im Prekariat. Das war schon mal anders, und das müssen wir hinkriegen. Politisch. Und weder Geflüchtete noch Einwanderer sind irgendein Teil des Problems. Aber das hatten wir auch schon.

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