Russischer Militärstützpunkt in Kurdistan: Afrin

Nach Verhandlungen mit der YPG wird Russland einen Militärstützpunkt im nordsyrischen Afrin (ca 30km von Aleppo und halb so weit zur türkischen Grenze) eröffnen. Dort sollen Kämpfer der kurdischen Befreiungsarmee „gegen den Terrorismus“ ausgebildet und ausgerüstet werden, die neuen Bataillone erhalten einen Sold über dem kurdischen Mindestlohn. Damit zeigt die russische Regierung diplomatisch geschickt, dass die Kurden weder anti-türkische Terroristen noch exklusive Verbündete der USA sind, sondern nach Ende des Kriegs bei der Neuordnung Syriens ein klares Wort mitzureden haben. Gleichzeitig ist es ein Statement an die Adresse Erdogans, der bekanntlich von einer Erweiterung des türkisch-osmanischen Reichs in die kurdischen Gebiete in Syrien und im Irak träumt. Ich sags nur ungern, aber ohne Putin und seine Diplomaten wäre das alles noch viel schlimmer. Für die Kurden, für Syrien, für die gesamte Region. reuters, aljazeera, pic von Afrin vor dem Krieg: Bertramz cc by

3 Kommentare

  1. Hier stimmen wir mal vollkommen ueberein, Fritz.
    Es haette nie so schlimm kommen duerfen – aber US Ignoranz und falsche Wahl in Aliierten hat schlimmes Unheil angerichtet – nicht nur in Syrien.
    Insofern ist es ein Glueck (fuer viele), dass mit der Aufloesung der Sovietunion dennoch nicht alles Gegengewicht zu den USA total verschwunden ist – vor allem dank Vladimir, denn mit seinem Vorgaenger Yeltsin haette das Kriegs- und Ausbeutngsministerium in Washington das beinahe geschafft.

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  2. er sagt es nur „ungern“, so infiltriert ist sein kopf von der propaganda ^^

    ohne sowjetunion/russland hätte USA schon längst die ganze welt unterjocht und dann auch – mangels befürchtungen – ihre wahre fratze gezeigt. solange noch die gefahr besteht, dass „freunde“ überlaufen könnten tun sie auf demokratie und so. insgeheim morden sie allerdings und beuten aus. ohne zwang zur maske wäre USA der größte barbarenstaat der geschichte.

    erdoghan müsste putin ja jetzt auch als nazi und terroristen-unterstützer bezeichnen.
    außerdem hat russland so mehr kontrolle über die kurden und kann sie so dazu bringen in syrien sich einzugliedern (wenn auch mit föderalem autonomie status oder so)

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    • Der foedrale Status waere wohl auch das Beste – jedenfalls im Moment, denn jeder Versuch eines Vereinigten Kurdistan wuerde nur das Elend verschlimmern: Drei Staaten waeren aufgefordert, Land und Menschen (und sogar Oel!) aufzugeben – das koennte nicht gutgehen.
      Fuer den Moment ist es fuer alle Kurden besser, sich mit Russland gutzustellen -und Assad erst mal beim Aufbau zu unterstuetzen. Da werden noch Regionen uebrigsein, die unter auswaertiger Kontrolle stehen, aber mit kurdischer Allianz ist das Regierungsgebiet (und die Bevoelkerung) weit groesser und kann sich langsam wieder zurueckdehnen.
      Wichtig ist fuer die Kurden erst mal, dass sich Erdogan keinen Voelkermord leisten kann – und auch wieder Gebiet aus der Besetzung entlassen werden muss. Wichtig wird auch ein gutes Zusammenarbeiten von Syrien, Iraq und Iran sein – unter russischen Schutz. Das koennte auch die Grenzen oeffnen und Kurden Gelegenheit zur einer eigenen Kulturregion und damit eines Zusammenlebens geben.

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