Bikesphere: Gegen den geregelten Verkehrstod

Der Reifenhersteller Michelin bemüht sich, Freundlichkeit gegenüber Radfahrern zu zeigen und stellt die Bikesphere vor, einen Projektor für den Sicherheitsabstand um das Rad. Sieht modern und stylisch aus, allerdings sehe ich ein winziges Problem:

Es interessiert keinen Autofahrer, welche Lämpchen und Projektionsspielereien ein Fahrrad einbebaut hat, solange die Einhaltung von Mindestabständen nicht ebenso strafbewehrt ist, wie etwa Geschwindigkeitsüberschreitungen. Mit weniger als eineinhalb Metern Abstand überholen müsste eigentlich mehrere hundert Euro plus Flensburgpunkte kosten. Bei Kindern oder schlechtem Wetter zwei Meter. Wenn wir ehrlich sind, geht Überholen eines Radfahrers nur dann, wenn eine zweite Fahrspur dafür frei ist. Das alles ist zwar theoretisch vorgeschrieben, wird aber allgemein ignoriert. Da helfen auch keine hübschen Leuchtkreise auf dem Asphalt, Radfahrer leben trotzdem gefährlich auf unseren Strassen.

6 Kommentare

  1. Oft aber leben Radahrer gefaehrlich, weil sie glauben Sonderrechte zu haben. Das ist immer der Fall, wenn sich jemand immer als „Opfer“ versteht, es aber durchaus nicht immer ist. Ich habe es auf Strassen -und auf Buergersteigen und Zebrastreifen- gesehen, dass sich unter den genannten „Opfern“ auch viele ruecksichtlose Vorrechtshascher befinden.

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    • Obwohl ich eine leidenschaftliche Fahrradfahrern bin, stelle ich immer wieder fest, wie rücksichtslos gerade Fahrradfahrer sein können. Ja und in Gruppen sind sie lebensgefährlich.
      Dann steige ich regelmäßig ab und lasse sie vorbei rasen.
      Berlin ist ja nicht gerade eine Kleinstadt und ich habe fast ganz Berlin mit dem Fahrrad erobert.
      Wichtig ist vor allem den Abstand zu den Autos zu halten, wenn sie am Rand parken, dass man nicht gegen eine sich öffnende Tür knallt.
      Dann noch einen Abstand bei den Autos von mindestens 1,20m beim Überholen einzuhalten, halte ich für illusorisch.
      Dafür sind viele Straßen ja nicht einmal geeignet.
      Aber die meisten Autofahrer halten einen gebührenden Abstand.
      Ich bin allerdings auch schon so manchen Tod gestorben.

      Wichtig ist der Blickkontakt mit dem Fahrer an Kreuzungen.
      Ich erlebe es sehr oft, dass mich ein Fahrer, obwohl von rechts kommend, mir die „Vorfahrt “ lässt.
      Am liebsten fahre ich den Kudamm entlang.
      Da gibt es ja die Busspur, die außerdem nur von den Taxis und den Fahrradfahrern benutzt werden darf.
      Bis auf einige „Ausländer“ die das nicht einhalten.

      Wie da oft gerade die Fahrradfahrer die Busse in Bedrängnis bringen ist unglaublich.
      So einen Typen würde ich mir gerne einmal zur Brust nehmen und durchschütteln…
      Allerdings bin ich immer wieder froh, wenn ich mich mit dem Überqueren der Schlossbrücke meinem Zuhause nähere.
      Viele Grüße aus Berlin

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  2. Wer auf zwei Rädern glaubt sein Recht durchsetzen zu können, ist ganz einfach Anwärter auf den Darwin Award. Mehr und härtere Strafen? Gerne. Und die Radler gleich mit disziplinieren bitte. Rote Ampel? Interessiert nicht. Entgegen der Fahrtrichtung? Interessiert hier auch fast keinen. Licht? Häh? Rücksichtnahme? Am Arsch, ich bin ja Fahrradfahrer! Zumindest hier in München sind die Radler die frisch gebackenen Mütter des Straßenverkehrs. Hauptsache Mimimimi, alle andern sind schuld.

    Ich komme gerade von einer 1000 Km Tour zurück. Wenn ich die so gefahren wäre, wie es der durchschnittliche Radler in München meint machen zu können, wäre ich sicher nicht hier.

    Ich denke, je mehr Kilo ich über die Straße jage, desto mehr Verantwortung habe ich auch. Aber unnötig schwer muss man es den anderen doch auch nicht machen, oder?

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    • Naja, mir kommt es so vor, als ob die StVO für Autos geschrieben wäre. Für mich gilt irgendwie nur eine Regel: Nicht da sein, wo das Auto ist. D.h. auf dem Rad hab ich nie Vorfahrt. Da spielen Details wie Licht oder Fahrtrichtung nur eine Nebenrolle. Kritisch wirds allerdings, wenn man nachts ohne Licht gegen die EInbahnstrasse radelt und davon ausgeht, dass die Autofahrer schon aufpassen werden. Wenn ich dagegen Auto fahr, gilt die Regel andersrum: Egal, wer Vorfahrt hat, niemand darf zu Schaden kommen. Das sollte auch Grundlage der StVO sein.

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      • Eine schöne Vorstellung, würde es so funktionieren. Aber kennst ja selber: Sobald der Bürger hinterm Steuer sitzt, wird er ein anderer. Allein, wie erstaunt viele schauen, wenn man sie einfach mal einfädeln lässt, obwohl man das doch gar nicht müsste.
        Empathie im Strassenverkehr, das wäre schön. Wirklich.

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        • Da stimme ich dir uneingeschränkt zu. Deswegen muss es ja auch reguliert werden, durch eine Verbesserte StVO mit dem Ziel weniger Verkehrstote.

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