Wie das Internet der Dinge zur elektronischen Pest-Epidemie wird

Dass immer mehr Geräte auf mehr oder minder heimliche Weise untereinander vernetzt sind, bekommen wir im Alltag kaum noch mit. Schon gar nicht, wenn sie gar nicht aussehen wie Computer, und wenn sie auch kein WLAN oder Bluetooth benutzen. Israelische und kanadische Computerwissenschaftler haben daher in eigenen Versuchen nachgewiesen, wie gefährlich das unkontrollierte, unsichere Internet Of Things wirklich ist, und die Ergebnisse unter dem Titel „IoT Goes Nuclear: Creating a ZigBee Chain Reaction“ veröffentlicht.

Als Beispiel verwendeten die Forscher die derzeit beliebten Philips Hue LED-Birnen, die sich ansteuern lassen, um zur Laune oder Tageszeit passende Lichtfarbe zu liefern. Dazu verwendet Philips das verbreitete, aber dem Konsumenten weniger bekannte ZigBee-Protokoll, ein weiterer drahtloser Übertragungsstandard. Die Forscher konnte die ohne jede Security verkauften LED-Leuchten problemlos von einem am eigenen Bürogebäude vorbeifahrenden Auto, oder wahlweise von einer Drohne aus mit schädlichem Programmcode infizieren und damit die Kontrolle über die Leuchtmittel gewinnen. Und über alle ähnliche IoT-Devices, die ungesichert über ZigBee erreichbar sind. Die einfachste Missbrauchsmöglichkeit wäre, die Birnen drahtlos zu zerstören, also wirtschaftlichen Schaden zu verursachen. Allerdings kann blinkendes Licht bei anfälligen Menschen epileptische Anfälle hervorrufen, oder bei geeigneten Frequenzen auch weniger anfällige Leute in Unwohlsein versetzen.

Darüber hinaus sind alle infizierten Geräte (zB Hue-Lampen) wieder Infektionsherde für andere Smart-Home-Devices, so dass ein Computer-Wurm sich selbsttätig über die ganze Stadt verbreiten kann und damit alle Geräte der Kontrolle des Hackers übergibt. Und was machen wir da? Ich weiss es nicht. Bis wir es geschafft haben, unseren fest im 20sten Jahrhundert verankerten Entscheidungsträgern klar zu machen, dass dieser Markt gesetzlich reguliert werden muss, sind sicher bereits Menschen gestorben. PDF der Studie, via acolyer, pic philips

5 Kommentare

  1. [ . . . unseren fest im 20sten Jahrhundert verankerten Entscheidungsträgern . . . ]

    Du bist echt naiv, oder?

    Als ob die nicht wüssten was abgeht.
    Nur ist es so das die Lebensvorräte an Glühbirnen horten und garantiert keine Smartgeräte (egal welcher Art) benutzen denen das Smart ausgetrieben wurde.

    Genausowenig werden die mit Ausweisen herumlaufen die RFID-Chips enthalten.

    Das Zeug ist nur für die Untertanen da.

    Und eines Tages wird es heißen in jeden Raum müssen eine oder zwei Kameras/mit Ton eingebaut werden und dürfen per Gesetz
    24/ 7/ 365 nicht mehr ausgeschaltet werden. Genausowenig wie allen Kameras und Mikrofone in allen Geräten.

    Zum Schluss gibt es dann noch den Zwangs-Chip unter die Haut oder noch tiefer implantiert (damit er garantiert nicht mehr entfernt werden kann) und bei Neugeboren kurz nachdem sie den Geburtskanal verlassen haben serienmäßig in die Nähe des Herzens.

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  2. Richtig: Anno „1984“ hat noch mit relativ bekannten „Fortschritts“-Geraeten gearbeitet (Fernsehen war ja schon von 1948 gelaufen: 1936bei Olympiade – wenn auch nur als Empfaenger). Was heute elektronisch infiziert ist, ist weit weniger bekannt, aber die Dronen-Steuerung sollte uns alle gewarnt haben, unser Handy oder die Computeruhr besser in die Tasche von US-Generalen oder Politikern zu stecken -sofern solche verfuegbar. Aber auch ohne das kann ja jeder Kinobesuch, jeder Einkauf von ner Flasche Milch beobachtet und gespeichert werden.
    Leidet darunter die Individualitaet? Ja, wenn wir aengstlich sind. Ansonsten leidet die weit mehr von der jetzt so gross propagierten Hyper-Individualitaet, die ist, wie fuer die jungen Frauen der Minirock in den 60ern: Uniform.
    Was sich damals in Textilien (oder Mangel daran) verbreitete, ist heute der „grosse Verschiedenheitsklamauk“, in dem eben alles einen Platz hat, ausser Normalitaet – und natuerlich Natur!
    Da ist es wie bei Huxleys Kindergartenkindern, die freudig auf echte bunte Blumen zulaufen – und einen Stromschlag bekommen, aber nicht bei phatastischen Plastikformen. Genau so wird uns ja heute Geschlecht angetrieben, um „Liebe“ fuer kuenstliches zu schaffen – und all die „Persoenlichkeit“ ist eingepflanzter Chip.

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  3. Meine Güte… So gerne ich dieses Blog lese, deine trolligen Kommentatoren sind ja doch eher schlimm. Man könnte dich glatt dafür bemitleiden, aber da du sie gewähren lässt, scheint die das ja nichts auszumachen. Nu ja, jeder wie er mag…

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    • Das fällt unter Meinungsfreiheit. Die Kommentare müssen nicht jedem passen, aber Zensur wäre das weitaus schlimmere Szenario. Denk mal drüber nach…

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      • Ach, keine Sorge, die wirklich bescheuerten Kommentare fliegen raus. Das ist dann auch keine Zensur, weil die Betreffenden ihre „Meinung“ ja auch woanders frei äussern können.

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