Google Home ruft die Polizei, und sonst wen es will

Das ist der erste dokumentierte Fall: In Albuquerque, New Mexico eskalierte ein Beziehungskrach so weit, dass der herumstehende Google Home Assistent die Polizei rief. „Aber das das ja wundervoll, vielleicht konnte so schlimmeres verhütet werden, ein Verbrechen, oder dass Menschen zu Schaden kommen?“ Nein, Google Home ist (genauso wie Amazon Alexa und alle ähnlichen Geräte) ein immer offenes Mikrofon mit einem Computer dran, der von einem Konzern programmiert wurde, um die Interessen eben dieses Konzerns wahrzunehmen. Das 1984 unseres 21sten Jahrhunderts wird nämlich vom rundum überwachten Bürger selbst gekauft und bezahlt. Nein, das hätte sich auch George Orwell nicht träumen lassen. Ich bin gespannt, was die schöne neue Welt in den nächsten Jahren noch so zu bieten hat. via gizmodo, pic google

5 Kommentare

  1. […] So. Jetzt isses amtlich: Die Schnüffelwanzen von Google, Amazon und Co. spionieren euch nach Strich und Faden aus. Checkt das: […]

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  2. ich muss meinen Pingback leiderzurück nehmen, denn das Ding hat NICHT automatisch die Cops gerufen. Manchmal sollte man einen Artikel ruhig bis zum Ende lesen, bevor man sich aufregt, da steht nämlich:

    Barros allegedly pulled a gun on his girlfriend when they got into an argument and asked her: “Did you call the sheriffs?” Google Home apparently heard “call the sheriffs,” and proceeded to call the sheriffs.

    Das ist was anderes als ein vollautomatischer Anfruf bei der Polizei.

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    • vollautomatisch ist was anderes, steht so auch nicht im OP. hat aber mitgehört und dann angerufen, was es nicht sehr viel besser macht.

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  3. Ist in machen Situationen sogar ziemlich praktisch, wenn ich laut „Alexa, call the cops“, oder „Google, get me an ambulance“ rufen kann. Schwerer Küchenunfall im Schwabenländle oder Home Invasion in Südafrika. Das ändert aber nichts daran, dass alles, was grob als Stimme erkannt wird, ins Rechenzentrum zu Google oder Amazon wandert.
    Die KI erkennt und meldet natürlich keine häusliche Gewalt anhand von Schreien oder komplexen Sätzen, sondern scannt nur nach einfachen Kommandos. Die führt das Ding dann wegen der Convenience einfach aus, und bestellt zum Beispiel das Produkt, das eben im Fernsehen beworben wurde.
    https://www.theverge.com/2017/1/7/14200210/amazon-alexa-tech-news-anchor-order-dollhouse

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  4. Ich erinnere mich desöfteren an ein Gespräch welches ich ca. Anfang 1991 mit einem guten Freund führte. Beide waren wir ziemlich große Computer & Technik-freaks und auch Star Trek fans (vor allem TNG).

    Und schon damals war schon lange Zeit sehr oft (zumindest in den einschlägigen Computer- und Wissenschaftsmagazinen) die Rede von Vernetzten (inklusive Internetanbindung. Obwohl das damals in der Breite noch großteils unbekannte „Zukunftsmusik“ war) Häusern/Heimen die Rede. Inklusive wand-großen Bildschirmen, Kühlschränken die selber Bestellungen aufgeben und alles „Powered by Sonnenenergie“ u.v.a.m..

    Er fand das ganze Vernetzen immer ganz Toll und malte ganze Szenarien aus was man in solchen Häusern und Wohnungen alles machen und wie bequem man darin leben könnte usw. usf..

    Als ich ihn irgendwann einmal danach fragte was er in dem Zusammenhang über Totalüberwachung des einzelnen Bürgers denken würde sagte er das er es alleine aus Kostengründen für absolut unmöglich halten würde überhaupt eine solche Infrastruktur aufbauen zu können (weil jede Kommunikation im Privaten sich allzeit nur im KBit-Bereichen bewegen würde können weil ansonsten eines Tages alle Kabel so dick wie Abflussrohre sein würden (weil Glasfaser flächendeckend nie bezahlbar werden könnte).
    Bei ISDN 2 x 64 KBit/s meinte er dann das damit so ungefähr das vertretbare Kosten/Nutzenlimit für Private erreicht sei – außer vllt. noch eine Verdoppelung. Mit viel Ach und Krach natürlich.
    Um darüber im Bilde zu sein was er meinte muss man nur noch wissen was damals ein bis zu 30-Kanal ISDN-Primärmultiplexanschluss gekostet hat der nur von großen Firmen betrieben werden konnte. Wobei ich mangels anderer Quellen von 1998 ausgehe. 1998 waren das mal um die 1000-5000 DM/Monat herum. Dazu kam gleich noch eine Telefonanlage für mindestens ab 10000 DM (und noch haufenweise anderer Krempel im Tausenderbereich/en pro Stück).
    Nur um die Perspektive einer solchen Anlage geradezurücken: Insgesamt handelte es sich bei einem solchen Primärmultiplexanschluss um einen Anschluss mit gerade einmal max. 2 MB.

    DSL hat er leider nicht mehr erlebt.)

    Selbst als ich ihm ein Szenerio beschrieb in dem in allen Räumen eines Hauses/einer Wohnung Mikrofone und Kameras installiert wären und mit dem Netz verbunden sind meinte er wegen der zuvor beschrieben Limits und Kosten das er das nicht für möglich hält.

    Und sogar als ich meinte was er denn machen wollte (vorausgesetzt es wäre technisch sowie per kosten möglich) wenn einfach ein Gesetz gemacht würde welches verbietet das Mikros und Kameras ausgeschaltet werden dürfen. Also faktisch eine 24/7/365 Totalüberwachung stattfindet?

    Er konnte es sich nicht vorstellen, respektive, er konnte es nicht verstehen (damals). Damit war er aber nicht alleine.
    Regelmäßig wird mir ganz Gruselig wenn ich auch heute noch Leute aus Politik und Wirtschaft in Führungspositionen von „Neuen Medien“ und „Neuen Technologien“ reden höre/lese.

    Tja, das war 1991 noch im vor-„Mobile Communicator“ (im Taschenformat) Zeitalter.

    Heute – würde er noch leben – würde ihm wahrscheinlich das Blut in den Adern gefrieren angesichts von Staatstrojanern und dem neuen (sog.) Sicherheitsgesetz welches vor kurzem verabschiedet wurde.

    Und ich bin mir sicher das ein solches „24/7/365 Gesetz“ bestimmt schon (Jahrelang) in irgendeiner Schublade liegt und auf seinen Einsatz wartet.

    —————————————————————————————–

    Weil immer wieder der alte Klassiker 1984 herangezogen wird:

    Orwell hätte sich das nicht geträumt, Ray Bradburry aber schon.

    Ich finde das Buch „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury viel akkurater in seinen depressiven Visionen der Zukunft.
    Leider hat der Film von François Truffaut von 1966, obwohl sehr gut, vor allem fast die ganzen technischen Zukunftselemente aus den bewegten Bildern herausgelassen. Gerade die wären aber in der Visualisierung der porträtierten Zeit überaus wichtig gewesen.
    Ich hoffe dass das Buch nochmals verfilmt wird. Aber mit dem gleichen extrem bedrückenden Gefühlen von damals. Richtig adaptiert und portiert in eine kurz bevorstehende Zukunft, würde der Film für viele ein richtiger Augenöffner sein.
    Man müsste nur ein wenig von dem „Bücher-Verbrennungs-Thema“ abrücken und statt einer Feuerwehrtruppe für Bücherverbrennungen, eine halbstaatliche Einsatztruppe ins Spiel bringen die Informationen vernichtet („zufällig“ Schreddert), Geschichtsereignisse verfälscht und komplett fälscht sowie Propaganda und direkte Lügen in Umlauf bringt. Diesbezüglich kommt auch dieses in „Fahrenheit“ vor, wird aber in „1984“ durch das „Ministerium für Wahrheit“ viel intensiver porträtiert.

    Überhaupt sollte man alle zusammenpassenden Elemente aus beiden Büchern zu einem einzigen Alptraum der bevorstehenden Zukunft Legieren. Zu einer Art „Fahrenheit 1984“.
    Leider bräuchte man dafür abgesehen von den absolut richtigen Leuten an allen stellen, geradezu einen irrsinnigen Haufen Geld.
    Und alles müsste unabhängig und komplett Konzern- und Staatsfrei bleiben um eben diese großflächig angreifen zu können.

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