No Man’s Sky: Welcher Planet ist das gerade?

Als vor einem Jahr inmitten eines bedeutenden Hypes No Man’s Sky (für PS4&PC) rauskam, erlebte die glamourgewohnte Welt des Electronic Entertainment einen ihrer seltenen grossen Duke-Nukem-Momente: Das wegen seiner versprochenen, coolen Features heiss erwartete Game hielt fast nichts ein und hatte ausser zahlreichen Bugs und dem Anstarren seltsamer Tiere auf seltsamen Planeten kaum etwas zu bieten. Trotz Gerichtsverfahren und Todesdrohungen arbeiteten die Entwickler Hello Games aber weiter und lieferten Patches und Updates. Der verfrühte, unfertige Release fand übrigens wegen der vertraglichen Verpflichtung mit dem Playstation-Imperium Sony statt, wie wir heute wissen. Mit der kürzlich erschienenen Version 1.3 „Atlas Rising“ fiel das Echo dann so gut aus, dass ich den Steam-Sale für 26 € riskierte. Nein, ich bin nicht enttäuscht. Im Gegenteil.

Eins vorneweg: Das Game ist ein ungeheurer Hardwarefresser. Mein Mainstream PC mit Athlon X4 845, 8 GB RAM, SSD und Radeon 460 4GB bildet eigentlich die unterste Grenze des Erträglichen. Und selbst dann, und mit Medium Grafik­ein­stellungen fangen manche besonders floral engagierte Planeten an zu ruckeln. Der Kern des freien Weltraumlebens allerdings ist genau das: Von jeglicher Sinnfrage unbelastetes Herumfliegen und Herumlaufen (Letzteres hebt NMS von Elite Dangerous, Star Citizen oder Rebel Galaxy ab) und die pure Freude an der interstellaren Exotik. Die Raumschiffe, Aliens, Fauna, Flora, also alle beweglichen Anteile, werden prozedural erzeugt, schlummern daher nicht in einer Datenbank, bis sie gebraucht werden, sondern belasten den Rechner erst dann, wenn man sie sehen will. Der stetige subjektive Erfolg durch immer neue Schiffe, Bauteile, Baupläne, Handelswaren, Alienfreunde will auch nicht abreissen: Einen neuen (ebenfalls prozedural erzeugten) fliegenden Untersatz kann man nicht nur in Raumstationen kaufen, sondern auch in abgestürzter, reparaturbedürftiger Form (Flitzer hinten im Bild) auf den planetaren Oberflächen entdecken. In diesem Fall entschied ich mich allerdings gegen einen Wechsel, sondern nahm nur ein Technik-Upgrade mit. Den grünen Flieger im Vordergrund hatte ich übrigens schon auf dem Startplaneten gefunden, repariert und benutze ihn seither mit Vergnügen. Oder bis ich einen besseren finde.

Höhlen spielen bei der planetaren Pioniertätigkeit eine zentrale Rolle, weil sie vor der eigentlich immer extrem unangenehmen Wettersituation (zu heiss, kalt, radio­aktiv, giftig, etc) schützen, nur selten sind sie auch von aggressiven Lebensformen bewohnt. Glücklicherweise sind sie auch noch traumhaft anzusehen. Überhaupt glänzt das Game vor allem durch seine psychedelische Farbgebung.

Der Handel findet auf Boden- und Raumstationen statt. Dabei zeigen sich die drei Alienvölker erfreulich schrullig und mit archetypischen Hintergrundgeschichten ausgestattet. Wem das ziellose Herumfliegen zu wenig ist, kann sich an die weit gespannte Storyline halten, die einen mit immer neuen technischen Belohnungen und Gründen zum Weiterfliegen versorgt. Die prozedurale Galaxis bietet viele Milliarden Sterne mit jeweils einem bis fünf betretbaren Planeten (plus Monde) an, so dass auch nach Abschluss des Hauptquests mit Bau einer planetaren Basis und Erwerb eines Interstellarfrachters noch genug zu tun ist. Auch in sehr verschärften Schwierigkeitsgraden (bitte mit „Normal“ anfangen) bis hin zum Permadeath-Modus mit Verlust aller Speicherpunkte im Fall eines Weltraumablebens. Nachdem die Entwickler angekündigt haben, noch weitere Updates zu liefern, könnte sich der nächste Steam- oder GoG-Sale durchaus für die weltraumaffinen unter euch lohnen. Explore, Expand… Space Ho!

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