Der Krieg um den Planet der Affen und ihr Urheberrecht

Endlich Frieden auf dem Urheberrechtsplaneten! Die Tierrechtsorganisation PETA hat die Klage gegen den Fotografen David Slater (hier und hier im 11k2) zurückgezogen. Letzterer hatte das Urheberrecht auf Affenselfies im indonesischen Urwald für sich beansprucht, Wikipedia auf Löschung der Bilder verklagt und ein schönes Makakenselfiebilderbuch herausgebracht. Von dessen Einnahmen wird Slater ein Viertel für die Erhaltung des Affenurwalds abgeben, und die Urheberrechtsfrage ist ein für alle Mal geklärt: Affen haben keines, gegenständige Daumen hin oder her. Pech. Deswegen sind die mit Davids Kamera geknipsten Portraits auch in der Public Domain, jeder kann sie verwenden, auch David für sein Buch (oder auch jeder andere, für andere Bücher). Ein Sieg der Vernunft, und ein seltener Schlag gegen die Landnahme des Geistigen, die gerne alles und jedes zu geistigem Eigentum erklären möchte, welches sich am Ende doch im Keller der besitzenden Klasse ansammelt. Wo es niemandem nützt. Dann lieber im Affenurwald. via ars technica

8 Kommentare

  1. Hier aber auch ein besonders perfider Fall. Wollten doch irgendwelche Clowns – die aber auch absolut NULL Bezug haben zu dem ganzen Werdegang hatten – ganz fett absahnen! Rein für sich selber wohlgemerkt!

    Und so bekommt Tier- und Umweltschutz einen immer Ranziger werdenden Beigeschmack, denn man braucht sich doch nicht mal im Traum vormachen das die Affen jemals auch nur einen einzigen Cent gesehen hätten wenn diese abgeschmackte ARSCHLOCH-ORG damit durchgekommen wäre.

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    • Ich fands gut, dass PETA das gemacht hat. Nicht, weil die Makaken jetzt mehr Früchte kaufen können, sondern weil sie gezeigt haben, wie krass Scheisse Urheberrechtsgesetze grade sind. Insofern: Bravo.

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      • Ja, das schon. Nur ist es PETA nicht darum gegangen sondern darum sich selber die Taschen zu stopfen.

        Ich glaube schon das wir uns deswegen einigen sein können, denn stell dir vor sie wären damit durchgekommen – der angegebene Zweck (nicht die Affen) hätte doch niemals einen Cent von dem Geld gesehen. Und wenn doch , dann nur marginal. Dafür ist PETA ja zur genüge bekannt. So in etwa wie die Grünen seit 1998. Anti Krieg und so. Siehe neuerdings mal wieder Cem Özdemir.
        Zwar das eine sagen – sich aber niemals daran halten.

        Schlussendlich ging es ja genau darum:
        Sie wollten die Einnahmen für die Affen „treuhänderisch verwalten“. Naja, wers glaubt wird selig!!!

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  2. Affige Diskussion…

    Natürlich sind die Bilder erst mal Eigentum des Fotografen. Er hat doch schließlich auch da rein investiert, dass sie überhaupt zustande kamen (Zeit, Ausrüstung).
    Wenn der Auffe nicht selbst gedrückt hätte sondern das Ganze per Lichtschranke oder Selbstauslöser passiert wäre, würde sich die Frage doch auch nicht stellen oder?

    Warum sollte das automatisch PD sein, nur weil ein Affe nicht Urheber sein kann? Wenn – das kann ich aber dem Artikel nicht entnehmen – der Fotograf öffentliche Förderung für das Projekt bekommen hat – gern.

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    • Hier wird das Eis bereits extrem dünn: „Er hat doch schließlich auch da rein investiert, dass sie überhaupt zustande kamen…“ ist Urheber nun der Kreative, oder der Besitzer des Equipments? Ich bin dafür, das Urheberrecht nichts als Besitz, sondern als Nutzungsrecht zu definieren. Im Fall der Makaken hat der Fotograf zwar die Kamera mitbegracht, aber nicht als Selfie-Installation. Er hatte einfach Glück. Das ist aber nicht die Definition von geistiger Leistung. Ich denke, die von PETA erwirkte Lösung ist da ganz praktikabel.

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      • Naja, weil’s Glück war ist es keine geistige/kreative Leistung… weiß nicht wer von uns gerade auf dem dünneren Eis ist :)

        Gerade bei Fotografie besteht doch ein nicht unwesentlicher Anteil darin durch Planung und Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf den Auslöser zu drücken…

        Würde das in Extrapolation bedeuten, dass jede Erfindung, bei der Glück im Spiel ist keine wirtschaftlich verwertbare Schaffensleistung darstellt?

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        • Nee, aber irgendwo könnte eine Unterschied sein, zwischen dem Schreiben eines Romans oder einer Oper, und dem auf den Foto-Auslöser drücken. Oder von Affen drücken lassen. Das müssen wir eben definieren, sonst wäre (in Übertreibung) irgendwann jede einzelne Handbewegung eine geistige Leistung und schützenswert. Sollen wir die Linie da ziehen, wo keine Hilfsmittel (wie ein Fotoapparat) im Spiel sind? Und was ist dann mit Tanz/darstellender Kunst? Ist es Kunst und geschützt, wenn Affen das tun, oder nur bei Menschen? Was ich sage ist: Alles nicht so einfach.

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          • „Alles nicht so einfach“ da gebe ich Dir absolut Recht.

            Vor allem wird es schwierig wenn andere Menschen (egal ob Juristen, Politiker oder der Handtaschennähverein von Mettmann) darüber entscheiden müssen/wollen was Kunst ist und was nicht.

            Der letzte Versuch in diese Richtung gehört ja nicht gerade zu den Sternstunden deutscher Geschichte.

            Da würde ich lieber mal fünf gerade sein lassen und dem Fotografen seine Tantiemen gönnen. Der Affe hätte wohl eher eh nichts davon.

            Anderer Gedanke… wenn man den Affen als quasi-geschäftsfähig und Rechteinhaber sehen wollte, müsste er ja evtl. auch die damit verbundenen Pflichten erfüllen (Miete Ausrüstung dem Fotografen bezahlen, Stererklärung…). Der Gedanke führt schnell ad absurdum. ;-)

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