Wer ist Nina Rosenwald?

Update: Weil mich Nachfragen erreicht haben, sage ich nachträglich einleitend dazu, dass dieser Beitrag in geradezu üppigem Ausmass das Stilmittel der Hyperbel (Übertreibung) verwendet, und dass wie schon an anderer Stelle betont, das Selbstbestimmungrecht des israelischen Volkes in keiner Weise zur Diskussion steht. Tatsächlich geht es in diesem Beitrag in erster Linie darum, wie künstlich und wie albern die ganze „neurechte“ Bewegung ist. Die jüdische Erbin des Sears Roebuck Kaufhauskonzerns, Nina Rosenwald, gründete vor fünf Jahren den rechtskonservativen Think Tank Gatestone Institute. Hier wurde ein grosser Teil der Fake News (die sich bei Nachprüfung als Lügen herausstellten) publiziert, die den aktuellen deutschen Wahlkampf im Herbst ’17 massiv beeinflussten. Märchen wie zugunsten von Flüchtlingen beschlagnahmte Häuser oder die Auslöschung des Christentums in Deutschland durch Islamisierung und Massenmoscheebau wurden hier erfunden und von deutschen Rechts­aussen­populisten dankbar aufgegriffen.

Die als Islamhasserin und engagierte Unter­stützerin Israels bekannte New Yorkerin befeuert mit ihren geerbten Milliarden Rassismus und Fremdenhass auf der ganzen Welt, weswegen sie in der Presse bereits als „Sugar Mama der Islamhasser“ bezeichnet wird. Die politische Situation in Deutschland ist klar erkennbar Spielball vieler aus- und inländischer Interessengruppen, die proverbialen „russischen Hacker“ sind hier nur eine pittoreske Randerscheinung, wenn der US-Milliardärs­club die Dinge in die Hand nimmt. Für unsere Nationalenthusiasten dürfte es ein bitterer Schock sein, dass ausgerechnet die jüdische Finanzelite für ihre Bewegung die monetäre Peitsche schwingt. Verwirrend? Hier die Auflösung: Es geht um den von Linken und Progressiven bedrohten Machterhalt der 1 %, und nebenbei um den Erhalt des Staates Israel als fundamentalistische Besatzungsmacht in Palästina (man könnte das Zusammenleben auch anders regeln). Was dagegen die deutschen Populisten wollen, interessiert in diesem Zusammenhang allerdings niemanden. the intercept, the nation, frankfurter rundschau, pic twitter

18 Kommentare

  1. Tja, das Judentum. Aber alle leiden immer unter Verschwörungstheorien und fallen den V-Theorien zum Opfer.

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    • Die Juden sind auch nicht das Problem.

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      • @Fritz: Was wäre denn deiner Meinung nach das Problem?

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        • Die 1% und ihre antidemokratischen Handlanger. Religion spielt da keine Rolle bzw Geld ist die Religion.

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          • Zur Erinnerung: „Killing in the Name“ ist den 1% (sind es tatsächlich so viele?) gerade recht, und da sind Religionen nunmal hilfreich, weil man die prima gegeneinander aufhetzen kann…spielen also durchaus eine (zentrale??) Rolle!!!

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  2. Also wenn 11k2-keine Fake-News-Schleuder/kein Lügenportal ist, weiss ich auch nicht. Beschlagnahmungen von Wohnungen in HH gibt es, Moscheen werden überall neu gebaut – wohlwollend von der Tagespresse begleitet. Islamisierung findet bei uns statt, alle islamischen Staaten haben diese doch hinter sich, oder?

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    • Geil, du plapperst die ganze Propanganda nach. Muss ganz schön düster sein in deiner Parallelwelt.

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  3. Es ist natürlich einfach, Islamverachtung, Fremdenhass und Rassismus in einen Topf zu werfen. Das ist genau die Interpretation, die der AfD die Wähler zutreibt. Der Islam ist keine Rasse. Und deine Bewertung Israels kannst dir eigentlich auch sparen, das ist immerhin die einzige Demokratie im Mittleren Osten.

    Bevor das Christentum hier ausgelöscht wird verdrängt der Islam zuerst das Judentum aus Europa. Vor zehn Jahren waren Juden mit ihrer Kopfbedeckung noch präsent in Paris, heute traut sich kaum mehr einer damit auf die Strasse. Ursache sind nicht die Franzosen, sondern der Islam und die muslimische Unterschicht, und dafür kann auch die Situation in Palästina nicht als Rechtfertigung dienen.

    http://www.independent.co.uk/news/world/europe/jews-are-leaving-france-in-record-numbers-amid-rising-anti-semitism-and-fears-of-more-isis-inspired-a6832391.html

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  4. Das sind jetzt mehrere Punkte auf einmal, Herr Rentner. Ja, „Islamverachtung, Fremdenhass und Rassismus“ sind äusserlich unterschiedliche Charakterfehler, die aber eine gemeinsame Quelle haben: Eine Schwäche, eine nicht zugegebene Angst vor dem Leben, die ihr Ventil findet in „Die Anderen sind schuld“. Eine Bewertung Israels habe ich nicht abgegeben, ich wünsche den Leuten dort alles Gute, nur sollte der von den zionistischen Hardlinern (sozusagen der Israelischen CSU) aus innenpolitischen Gründen fortgeführte Krieg einem Friedensprozess weichen (Diese Hardliner darf man auch kritisieren, die Existenz des Staates Israel steht dagegen nicht zur Diskussion). Wenn ein Friedensprozess überhaupt noch möglich ist, die Situation in Palästina ist wirklich gründlich verkackt. Von allen Beteiligten. Die islamischen Firestarter in Paris machen übrigens genau dasselbe wie die AfD-Wähler in Sachen: Sie sucht sich zahlenmässig Schwächere (dort die Juden, hier der Islam), auf die sie eindreschen können, weil die Verursacher ihres Leids (dort die französische, hier die deutsche Wirtschaftselite) zu stark erscheinen.

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    • Ich mache hier immer AfD-Hass aus. DAS ist ein Charakterfehler!
      Eine Wiederholung von Unterstellungen machen übrigens Unterstellungen nicht wahrer. Und: Jeder heisst Touristen willkommen (ausser in Spanien, wie man mittlerweile hört). Und wenn Stellen nicht durch Deutsche besetzt werden können, auch ausländische Arbeitnehmer. Nicht aber Sozialkassenplünderer, Christen-, Juden-, AfD- und Atheistenhasser!

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      • Kritik an den Nazikuschlern der AfD mit Antisemitismus gleichzustellen, ist zwar typisch für die neurechten Jammerlappen, führt aber wegen seiner bodenlosen Unverschämtheit gerne mal zu einem Eintrag in die Bloginterne Block-Liste.

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    • Das internationale Finanzjudentum hat über Facebook die deutsche Wahl im Sinne der fundamentalistischen Besatzungsmacht Israel manipuliert. Das ist die Kernaussage deines Artikels, und das kann man so eigentlich nicht stehen lassen.
      Dass der Machterhalt derzeit von den Linken und Progressiven bedroht wird kann man so sehen, nur findet die Bedrohung nicht durch Zuspruch zu linken Ideen statt, sondern durch deren massenhafte Ablehnung.
      Zum Charakterfehler Islamverachtung kann ich nur sagen, dass
      Religionskritik und die Ablehnung religiöser Autoritäten früher untrennbar mit klassisch linker Politik verbunden war. Religion sei Opium für das Volk war nur leider viel zu optimistisch analysiert.
      Es hat lange gedauert, linksliberale Positionen wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau, und die Gleichberechtigung Homosexueller in der Gesellschaft durchzusetzen, immer gegen den Willen der Kirchen und deren Anhängerschaft. Heutzutage ist das Christentum in Deutschland eigentlich schon mehr Folklore als Religion und das ist gut so.
      Nur gegenüber dem Islam – der sich all diesem Fortschritt diametral entgegensetzt und weiter entgegensetzen wird – ist der progressive Teil der Gesellschaft nicht bereit, für seine Werte einzustehen. Entweder aus Bequemlichkeit oder aus Naivität, ich tippe auf Letzteres.
      Deswegen ist für mich der ganze Enthusiasmus in Richtung der angereisten Muslime und deren Religion auch nicht links, keinesfalls progressiv, sondern eher sozial-naiv. Der Glaube, dass sich fundamentalistisch-muslimische Bevölkerungsteile in westlich-progressive Gesellschaften integrieren werden ist eine Illusion. Es wird ab einer bestimmten kritischen Masse nicht mal für eine friedliche Koexistenz reichen, siehe Frankreich.

      Und da schau her, seit die Katholiban ihr altes Frontend durch den Superfranz ersetzt haben, seitdem hat auch die „progressive“ Linke plötzlich keine Berührungsängste mehr mit dem Katholizismus – und druckt direkt den Papst auf Wahlplakate.

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      • Ich finde, du verkürzt das zu sehr. Es gibt keine ja „Weltverschwörung der jüdischen Grossfinanz“, aber so was ähnliches wie eine Weltverschwörung der Finanz im Allgemeinen. Nicht im Sinn kostengünstig produzierter SciFi-Filme, sondern als Summe von antidemokratischen Handlungen der 1%-Mitglieder. Dass eine der Finanzquellen der europäischen Nationalisten jüdischer Abstammung ist und islamfeindliche Neurechte finanziert, bringt nur etwas Realsatire mit ins Bild. Der Islam war übrigens lange Zeit eine ziemlich coole Angelegenheit, frag mal unsere neuen syrischen Freunde: Solange der Sufismus zentrale theologische Lesart im Islam war, konnte und sollte jede(r) im Alltag machen was er oder sie wollte. Völlig unbelastet von religiösen Fragen, was ich sehr sympathisch finde. Nur als die Imperialmächte (schon nach dem ersten WK) anfingen, die saudischen Wahabiten hochzupäppeln, um sie als militärisch hochmotivierte Hilfstruppe und Wächter der heiligen Erdölquellen einzusetzen, gings mit der islamischen Kultur bergab. Insofern war der Islam schon mal weiter als das Christentum, nur wurde diese Liberalisierung (u.a.) mit Hilfe von US-Waffenlieferungen gedämpft. Aber ich glaube nicht, dass das alles etwas mit den progressiven Grundwerten zu tun hat, die wir hier ja im Wesentlichen teilen. Wir dürfen nur nicht auf die Propaganda der Neurechten reinfallen, alle aus irgendwie islamischen Ländern kommenden Menschen in den Wahabitentopf zu werfen. Die meisten aktuellen Kriegsflüchtlinge aus diese Region sind normale, säkulare Leute; motivierte Islamkonservative findet man eher im eingewanderten türkischen Kleinbürgertum, aber auch dort nicht flächendeckend. Den kreuzfahrerischen Kulturkampf zwischen christlichem Okzident und islamischem Orient kann man also getrost und vollumfänglich den Hasen geben. Hatte ich erzählt, dass ich im Mai einer religiösen Gemeinschaft beigetreten bin ? Ja, hatte ich.

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        • Die etwaigen Vorteile des Sufismus gegenüber anderern Lesarten des Korans hinsichtlich der Teppichknüpferei und der Perfektion des Krummsäbels im letzten Jahrtausend halte ich für irrelevant. Vor allem wenn wir entscheiden wollen, wie es zu Beginn des neuen Jahrtausends weitergehen soll.
          Progressiv wäre, die kirchlichen Bauten endlich auch für kulturelle Veranstaltungen einzufordern. Die Akustik in manchem Dom oder Münster könnte sich sicher mit der Elbphilharmonie messen, und es entstünden vorerst keine Kosten. Die Kirchen behielten dann am Dienstag und Sonntag das Nutzungsrecht, jeder zweite Beichtstuhl würde Toilette, und der Altar wird weggerollt wenn er fürs Theater stört.
          Bei den Gläubigen kassiert der Staat dann noch eine Art Vergnügungs-/Erlösungssteuer obendrauf. So in etwa könnte linke und progressive Kulturpolitik hierzulande aussehen.

          Um dem Islamismus zu begegnen braucht die freiheitliche Gesellschaft hauptsächlich bessere Unterhaltungsangebote als die Moscheen zu bieten haben, für den gleichen Nulltarif. Also Sportplätze, Schwimmhallen usw. Da die Solidarität der islamischen Institutionen auch in der Flüchtlingskrise aber mängelt muss auch hier der Staat eingreifen. Für jeden Moscheebau des von Dir zitierten türkischen Kleinbürgertums muss künftig gleichzeitig mindestens ein kostenentsprechendes religionsfreies Kultur- und Freizeitangebot von den Trägern mitfinanziert werden, und der Staat besteuert danach alles schön nochmal.
          Damit bliebe die Freiheit wunderbar erhalten für alle, und man hätte ein Budget um dem religiösen Wahnsinn zu begegnen.

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        • Die Grünen und Volker Beck sind gar nicht so nutzlos wie man immer glaubt, zumindest geht das in die richtige Richtung meiner Meinung nach. Jeder Euro der da gespart wird kann in vernünftige Jugend- und Sozialarbeit investiert werden.
          http://www.spiegel.de/politik/deutschland/islamverband-ditib-bundesregierung-will-foerdergeld-kuerzen-a-1171320.html

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  5. 5. Oktober 2017 um 14:42 Uhr | Verantwortlich: Jens Berger

    Frankfurt schafft während der Buchmesse die Meinungsfreiheit ab

    Veröffentlicht in: Antisemitismus, Audio-Podcast, Erosion der Demokratie, Innen- und Gesellschaftspolitik
    Abraham Melzer

    Es gibt Dinge, die sind so skurril, dass man sie auf den ersten Blick gar nicht glauben mag. Da schreibt der in Israel aufgewachsene Publizist Abraham Melzer ein vom Frankfurter Westend Verlag herausgegebenes Buch mit dem Titel „Die Antisemitenmacher“ (die NachDenkSeiten brachten am Sonntag dazu eine Rezension) , in dem er die immer stärker um sich greifende Praxis kritisiert, legitime Kritik an der Politik Israels unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung zu unterbinden. Während der Frankfurter Buchmesse wollte Melzer sein neues Buch in den öffentlichen Räumen des Saalbau Gallus vorstellen. Doch gestern kündigte die stadteigene Betreibergesellschaft der Räumlichkeiten den Mietvertrag. Melzers Kritik an der Vereinnahmung des Antisemitismusbegriffs zur Einschränkung der Meinungsfreiheit gilt der Stadt Frankfurt als antisemitisch. So ärgerlich und unverständlich das Verhalten der Stadt ist – am Ende kann es doch als lupenreiner Beweis dafür gelten, dass Abraham Melzers Kritik nötiger denn je ist und voll ins Schwarze trifft. Von Jens Berger

    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Frankfurt schafft während der Buchmesse die Meinungsfreiheit ab [ 7:37 ] Player verbergen | Play in Popup | Download

    Die administrative Grundlage für die Kündigung stellt ein Beschluss des Frankfurter Magistrats vom 28. Juli dieses Jahres dar – darin wurde auf Vorlage des Frankfurter Bürgermeisters Uwe Becker beschlossen, der israelkritischen BDS-Bewegung künftig keine städtischen Räume mehr zur Verfügung zu stellen. Mit Ausnahme der Linken stimmten alle Parteien diesem Beschluss zu. BDS steht für „Boycott, Divestments and Sanctions“ https://de.wikipedia.org/wiki/Boycott,_Divestment_and_Sanctions und ist eine in zahlreichen Staaten aktive transnationale Kampagne, deren Ziel es ist, den Staat Israel so lange politisch, wirtschaftlich und kulturell zu isolieren, bis der seine Siedlungs- und Besatzungspolitik ändert. Vorbild für diese Kampagne ist die Boykottpolitik gegen das südafrikanische Apartheitsregime in den 1980ern. Nun kann man zu Boykottaufrufen durchaus kritisch stehen – ich selbst halte von derartigen Aktionen gar nichts. In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit noch etwas zählt, sollte jedoch auch diese Debatte selbstverständlich erlaubt sein. Sie unter dem Deckmantel der Antisemitismusbekämpfung zu unterbinden und städtische Räume nicht an Personen zu vermieten, die in Verbindung zu israelkritischen Stimmen stehen, ist ein glasklarer Eingriff in die Meinungsfreiheit und kann in einem demokratischen Land nicht geduldet werden. Hinzu kommt die juristisch sicher ebenfalls interessante Frage, ob eine Buchvorstellung eines israelkritischen Autoren nun per se unter das „BDS-Label“ fällt oder ob dieses Label hier nur herausgepickt wird, um unliebsame Kritik zu unterbinden.
    Uwe Becker

    Warum unliebsam? Was hat die Stadt Frankfurt mit der Verteidigung der Besatzungspolitik Israels zu tun? Um das zu erahnen, lohnt es sich einmal, die Facebook-Seite des Frankfurter Bürgermeisters und Stadtkämmerers Uwe Becker (CDU) anzusehen. Alleine in den letzten Wochen postete Becker dort unzählige Beiträge über seine Solidarität mit Israel und den USA. Becker feiert zusammen mit US-Offizieren den Deutsch-Amerikanischen Freundschaftstag. Becker in Jerusalem an der Klagemauer. Becker gedenkt drei getöteten israelischen Kindern. Becker lässt sich vor dem Weißen Haus und mit US-Flagge ablichten. Becker besucht in Jerusalem das StandWithUs Center – eine israelische PR-Organisation, die massiv in der Kritik steht. Und all dies in nicht einmal drei Wochen. Da fragt man sich unweigerlich, was der Mann eigentlich hauptberuflich macht? Mit seiner Tätigkeit als Lokalpolitiker und Kämmerer kann diese komplett überzogene Israel- und US-Orientierung ja wohl nicht zusammenhängen. Manchmal treibt der Lobbyismus schon seltsame Blüten und Uwe Becker gehört zweifelsohne dazu. Dass ein derart überzeugter Israel-Lobbyist Kritik an der Besatzungspolitik unterbinden will und dabei auch angeblichen Antisemitismus instrumentalisiert, überrascht kaum. Und Becker ist nicht alleine. Ein sehr meinungs- und lautstarkes Bündnis von Antideutschen bis hin zu den Neurechten rund um die AfD möchte die Meinungsfreiheit für Kritik an Israel am liebsten abschaffen. Alleine diese seltsame Koalition von ganz links außen bis ins braune Lager könnte ein weiteres Kapital in Melzers neuem Buch füllen.

    Dass ausgerechnet Melzers Buch nun unerwünscht ist, hat natürlich etwas mit dem Inhalt zu tun, der hier sprichwörtlich den Nagel auf den Kopf trifft. Daher wurde die Buchvorstellung der „Antisemitenmacher“ von den Antideutschen auch zur Nagelprobe für den eigenen Einfluss auf den Magistrat der Stadt Frankfurt gemacht. Denn vor einer Woche ruderte die schwarz-rot-grüne Koalition im Römer bereits leicht zurück – man müsse erst einmal prüfen, ob und wie ein Boykott städtischer Räumlichkeiten für israelkritische Personen und Gruppen überhaupt juristisch umsetzbar ist. Die Saalbau, die Kämmerer Uwe Becker formal unterstellt ist, hat dann angeblich selbst „eingehend recherchiert“ und Abraham Melzer gekündigt. Zwar wird sicher das nächstbeste Gericht die Kündigung der Saalbau wieder einkassieren. Aber dann ist die Messe gelesen.

    Man sollte das Ganze nicht als peinliche Affäre abtun und aus Angst vor Konfrontation vor den Schreihälsen der Antideutschen einknicken. Egal wie man nun konkret zur Besatzungs- und Siedlungspolitik Israels steht – Kritik muss erlaubt und vor allem auch möglich sein. Es kann doch nicht sein, dass in einem Land, das die Meinungsfreiheit in seinem Grundgesetz garantiert, Melzers Kritik auf der Buchmesse keinen Platz findet. Sollte die Stadt diese skandalöse Entscheidung nicht zurücknehmen, würde dies einen dunklen Schatten auf die Buchmesse werfen.

    Auch in diesem Jahr wird die Meinungsfreiheit auf der Buchmesse wieder eine große Rolle spielen. Doch damit ist natürlich nur die Meinungsfreiheit in anderen, meist weniger demokratischen Staaten gemeint. Da möchte man der Stadt Frankfurt am liebsten entgegenrufen: Warum seht Ihr den Splitter im Auge Eures Bruders, aber den Balken in Eurem Auge bemerkt Ihr nicht?

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