Streik gegen die Kirche

Wichtiger Schritt für Gerechtigkeit bei der Arbeit: Verdi will eine katholische Klinik im Saarland bestreiken, was nach aktuellem Recht nicht geht. Coole Aktion von der ansonsten nicht immer völlig wachen Gewerkschaft. Wir müssen erreichen, das auch Kirchen sich an die Gesetze (hier: Arbeitsrecht) halten müssen. Ich sage: Religion ist Privatsache und „Deus Vult“ ist schon lange den Bach runter. Vielleicht kann man sich ja einigen und wir brauchen doch keine zweite Säkularisierung. Pic: Säkularisierte Kirche in Maastricht, Bert Kaufmann cc by

2 Kommentare

  1. Nichts dagegen einzuwenden außer das sie komischerweise gleich mal gar nichts von sich hören oder sehen lassen wenn es um privatisierte ehemalige Kommunalkrankenhäuser/Pflegeeinrichtungen geht, die zur Gloria der Renditen der Reichsten zuerst kaputt-gespart werden – natürlich auf den Buckeln von Personal und Patienten (die mancherorts beinahe schon wie die fliegen wegsterben und selbst noch Teile des widerstandsfähigsten Personals in den physischen wie seelischen Burnout treibt (sowohl als auch so manchen in die Depressionen hinein und deshalb in den Selbstmord – z. B. wenn sie schon etwas älter sind und dem Mühlenrad nicht mehr durch Eigenkündigung/Stellen- und Berufswechsel entkommen können.
    Das ist u.a. einer der Hauptgründe dafür warum das Hartz4-Zwangssystem überhaupt Installiert wurde) – und dann geschlossen werden wenn die Einrichtungen zu Halbruinen verkommen sind und man aus den Leuten (Personal wie Patienten) selbst mit größtmöglichen Bemühungen nichts mehr heraus-quetschen kann.

    Zurück bleiben dann Arbeitslose (meistens die älteren Arbeitnehmer) und Patienten, deren Wegstrecken sich zum nächsten Krankenhaus z.T. plötzlich vervielfachen – und sich deshalb Todesfolgen ereignen, die oftmals gar nicht passieren würden, müsste der Krankenwagen vom z.B. Unfallort nicht 2, 3 mal solange, oder noch mehr unterwegs sein, um das nächste Krankenhaus zu erreichen (ich kenne einige solcher Fälle aus Erzählungen mir bekannter Rettungssanitäter).

    Oder es steigen die Kosten für die Versicherungen (also der Allgemeinheit) weil immens mehr Hubschraubereinsätze geflogen werden. Aber was interessiert das die Rendite-abgreifer und ihre mit-abgreifenden Drecksvasallen aus Politik, Verbänden und Gewerkschaften?
    Die müssens ja nicht bezahlen. Und wenn doch, dann machen denen die paar Euro mehr auch nicht viel aus. Dafür holt man es sich wieder von denen zurück die ohnehin nicht viel haben. Spätestens bei der nächsten Erhöhung der Bezüge ist das Kind wieder in trockenen Bezügen und der Ausfallbetrag wieder auf dem Konto.

    Auf „religiöse“ Einrichtungen einstürmen ist heutzutage kein wirkliches Kunststück mehr (da für diese in den letzten ca. 30 Jahren schon extrem viel Rückhalt innerhalb der Gesellschaft flöten gegangen ist) sondern nur noch reine Kosmetik nach dem Motto:

    „Seht her, wir tun was. Das ist unsere Existenzberechtigung. Bezahlt weiter eure Mitgliedsbeiträge damit wir für fast 0 Gegenleistungen weiter üppigst prassen können“.
    Das ist die wahre Quintessenz der meisten Gewerkschaften.

    Nun bin ich mit Sicherheit einer der größten Gegner der Kirchen (überhaupt des Glaubens an und für sich), nur was die Genwerkschaft(en) hier betreib/t/en ist nur noch billigstes Blendwerk, weil diese Art Einrichtungen zwischenzeitlich nun mal wirklich nur noch die schwächsten Glieder in der ganzen (Pflege)-Verwertungskette sind.
    Bei den großen Konzernen halten sie aber geflissentlich das Maul (und kassieren in der einen oder anderen Form fleißig mit).

    Und ja, ich habe diesbezüglich Insiderwissen, hat doch meine inzwischen verstorbene Mutter – gelernte Kranken- und Altenpflegerin, Physiotherapeutin und Gesundheitsberaterin (letztere hat sie Gelernt nach ihrem Berufsausstieg aus ersteren beiden) fast 30 Jahre lang in dem System gearbeitet. In kirchlichen (anfangs), staatlichen und (nach den immer weiter voranschreitenden übernahmen ende der 90ziger Jahre) privaten Kranken-, Alten- und Behindertenpflegeeinrichtungen.
    Mit besagtem unvermeidlichen Burnout und völliger körperlicher Erschöpfung der schlussendlich in einem Arbeitsunfall mündete der dazu führte das sie Aufhörte und auch aus der Gewerkschaft austrat (weil die im übrigen in all den Jahrzehnten nicht ein einziges mal für ihre Mitglieder eingetreten ist, egal wie oft die Einrichtungen die Besitzer gewechselt haben. Und selbstverständlich und Grundsätzlich immer zum Nachteil des Personals: also Lohnverzicht, freiwillige Überstunden, Kürzungen oder Wegfall von Urlaubsgeld und freiwilligen Sozialleistungen und dergleichen mehr).

    Nur mal ein Bsp:
    Zum Schluss betreute meine Mutter im Nachtdienst von 20:00-08:00 Uhr 3 Stationen mit 81 Patienten. Von 21:00-06:00 ganz Alleine! Und von 06:00-08:00 Uhr zusammen mit der Frühschicht.
    Danach konnte sie wieder knapp 40 km nach Hause fahren.
    Ein Turnus: 14 Tage Lang. Dann eine Woche frei (die kaum ausreichte um sich jeweils von den 14 Tagen einigermaßen erholen zu können).

    Glücklicherweise konnte sie damals aber noch mit 52 über den zweiten Bildungsweg beruflich umsatteln und sich selbstständig machen. Etwas was heutzutage den allermeisten in dem Alter fast schon ganz selbstverständlich verwehrt/verweigert wird.
    Und auch da muss man sagen:
    Hört man deswegen etwas von den Drecksgewerkschaften?
    Nämlich das so viel angesammeltes Fachwissen (leicht Aus-, Aufbau- und Erweiterungsfähig) vergeudet, ja regelrecht weggeworfen wird in dem man die Leute einfach in Hart4 vergammeln lässt weil man ihnen darüber sogar noch die wenigen Mittel nimmt um selbst aktiv werden zu können?
    Aber nicht doch!!!
    Genau da hört man ebenfalls nichts von diesen Scheißköpfen.
    Denn auch bei den Gewerkschaften ist alleine nur wichtig das in den oberen Etagen die Vorstandsgelder üppig fließen und große Abfindungen, Vorruhestandgelder und Pensionen gezahlt werden.
    Und natürlich das sich die örtliche Gewerkschaft alle paar Jahre einen Neuen und noch größeren Glaspalast hinstellen lassen kann sowie die oberen Etagen mit Luxuslimousinen, teuersten Geschäftsessen und „Parties“ mit geladener Prominenz versorgt sind.
    Und wenn das nicht mehr klappt, legt man halt mehrere Standorte zusammen und baut dafür einen um so viel riesigeren Palast. Ist ja egal wenn man dann einen Haufen Leute aus den Verwaltungen in die Arbeitslosigkeit schickt, oder denen welche noch eine Arbeit haben, aufbürdet entweder umziehen müssen oder ewig lange Wege zur neuen Arbeitsstelle in kauf nehmen zu müssen (inklusive exorbitant erhöhter Unfallrisiken und Zeitverluste für die Familie und Freunde etc.).
    Und selbstverständlich ist es auch egal wenn die Versicherungsmitglieder/Patienten ab nun mehr als 40 km fahren müssen um mit ihrem Sachbearbeiter reden zu können.
    Telefonsich geht dann auch nichts mehr, weil selbstverständlich alles über eine Zentrale in keine ahnung wo out-ge-sourced wurde und es keine Direktverbindungen mehr gibt (weil diese Leute wurden ja gleich mal zuallererst entlassen).
    Ist ja egal das sich Ottonormalarbeiter/angestellter jetzt für einen Termin einen Tag Freinehmen muss (aber ganz selbstverständlich mit Verdienst- und/oder Urlaubstagesausfall).
    Und auch völlig egal das derjenige ohne Auto kaum mit dem ÖVPN hinkommt weil der auch ganz selbstverständlich überall immer mehr zusammengestrichen wird oder mittlerweile so Teuer wurde das es sich kein Hartzer- Mini-jobber, Aufstocker o.ä. leisten kann.
    (Bsp: Bei uns = 40 km hin und zurück EURO 24,00 oder einfache Fahrt 12,90. Wochenkarte: 140. Monatskarte: 390)

    Beschwerden diesbezüglich von/aus Gewerkschaften, Politik, Verbänden?
    Natürlich Fehlanzeige. Hat ja jeder sein kostenloses Oberklasse Dienstfahrzeug zur Verfügung oder äquivalente Sondervergütungen (oft sogar alles beides und noch etliches mehr, so wie man das von den Brüssel-Zombies kennt).

    Hör mir bloß auf, Alter. Unsere heutigen Gewerkschaften (und all das andere Kroppzeugs) sind allesamt mehr als nur absolut wertlos geworden. Das ganze System muss endlich in sich zusammenfallen damit etwas neues entstehen kann.
    Nur muss man dann wirklich genau hinschauen das die gleichen korrupten Arschlöscher (die man jetzt egal wie man es anstellt nicht weg bekommt) nicht mehr an die Schalthebel gelangen können.

    Und sollte sich deswegen alles in Scheiße auflösen und sich die „kleinen“ Leute gegenseitig an die Gurgeln gehen, na dann haben wir es halt nicht anders verdient als in der Scheiße unterzugehen.

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  2. Nettes Projekt mit der Kirche, solange die Buchhandlung nicht vom Weltbild Verlag o.Ä. betrieben wird. Davor wurde das anscheinend als Fahrradstellplatz genutzt.
    Ich würde gerne mehr Kunst in den heiligen Hallen sehen, aber das scheint derzeit nur in Frankreich möglich zu sein.
    http://www.thisiscolossal.com/2016/10/a-virtual-reality-sky-projected-above-a-parisian-church/

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