Die eigentliche Magna Carta unserer Grundrechte

Die englische Magna Carta aus dem Jahr 1215 wird allgemein als erste Definition von verfassungsmässigen, bürgerlichen Grundrechten betrachtet. Leider nein. Das Dokument beschreibt ausführlich die gegenseitigen Rechte und Pfichten von König und Adel. Von wirklichen Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit Arbeit bestreiten müssen, steht da nichts. Ganz anders in der fast zeitgleichen Charter of the Forest vom 6. November 1217 (800-Jahres-Partytermin knapp verpasst), wo die Rechte der Nicht-Adligen niedergelegt sind. „Die eigentliche Magna Carta unserer Grundrechte“ weiterlesen

Skandal: Britische Wasserwerke verwenden immer noch Wünschelruten

Durch das brexitgebeutelte Vereinigten Königreich Ihrer Majestät Elisabeth der Zweiten rollt gerade ein neuer Skandal: 10 von 12 befragten Wasser­ver­sorgungs­betrieben, so berichtet die führende britische Tageszeitung The Guardian, setzen nach wie vor Wünschelruten ein, wenn es darum geht, Wasserrohre oder Rohr­brüche zu lokalisieren. Der Aufschrei ist erwartbar: „Das ist unwissenschaftlich! Das muss aufhören!“ Und da haben wir auch schon das zentrale Missverständnis von Wissenschaft. „Skandal: Britische Wasserwerke verwenden immer noch Wünschelruten“ weiterlesen

Photoshop-Monopol wackelt: Pixelmator Pro

In vielen heutigen Wirtschaftsbereichen haben sich Monopole entwickelt, die nur für den betreffenden Konzern Vorteile, für alle anderen aber Nachteile bringen. Eigentlich war es mal eine der grundsätzlichen Anforderungen an staatliche Wirtschaftspolitik, solche Monopole zu zerstören und zu verhindern, aber die Korruption scheint hier derzeit die beliebtere Alternative zu sein. Im Grafikbereich hat sich Adobe Photoshop (zusammen mit anderen Adobe Grafikprogrammen) etabliert – das Monopol ist hier so eindeutig, dass der Hersteller inzwischen zum Abo-Modell übergehen konnte. Ein scharfer Konkurrent, allerdings derzeit noch ohne die selbe Plugin-Palette, ist Pixelmator Pro. Mit einer beeindruckenden Leistungsfähigkeit kostet die App einen Bruchteil dessen, was Adobe gerne haben möchte, nämlich nur 60 Pixeldollars (hier im US App Store). Für einen Monat lässt sich der Noch-Nicht-Ganz-Photoshop-Killer kostenlos testen. Da viele Grafiker und Bildbearbeiter noch auf alte, mehr oder weniger unlizenzierte Photoshop-Versionen setzen, weil die aktuellen Abogebühren einfach nicht ins Budget passen, könnte Pixelmator Pro einen echten Sprung nach vorne bedeuten. Einen kleineren Sprung für noch weniger Geld macht die bisherige Pixelmator (ohne Pro), der im deutschen App Store für 17 europäische Euro zu haben ist. Der Pro soll aber deutlich besser sein, sagen die Fachleute: techcrunch

Politische Schönheit in Bornhagen

https://vimeo.com/244041009

Die Aktivistengruppe „Zentrum für politische Schönheit“ baute vor das Haus von Neo­nazi und AfD-Funktionär Bernd Höcke eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Denkmals, nachdem dieser gegen den hauptstädtischen, wichtigen Erinnerungsort als „Denkmal der Schande“ gehetzt hatte. Hier ist das Making-Of-Video, die Polizei Thüringen traute sich erst nach massiven öffentlichen Aufforderungen an den Ort des Kunstgeschehens, You­tube sperrte vorübergehend den kompletten Kanal des „Zentrums“, die Aktion war ein voller Erfolg. Bitte macht weiter so. Kein Fussbreit den neuen Nazis. via netzpolitik

Mein Covfefe

Der Heil-Donald-der-45ste Beitrag der Woche. Aber soll, darf man das wirklich? Sich lustig machen über einen solchen, sichtbar verwirrten, alten Mann und seine Jünger? Lasst mich hier präzise sein: Ja, über autoritäre, anti-demokratische Figuren soll man Spott und Häme ausgiessen, so viel man nur kann. Aber nicht über die armen Opfer, die solchen Rattenfängern nachlaufen, in der Hoffnung, dass ein selbsternannter starker Mann irgendetwas verbessern würde. Die nicht. Über die Hardcore-Nazis, die sich ebenfalls in einem solchen Fahrwasser tummeln, dagegen schon wieder. Aber das sind nicht viele. pic via angelique hughes

Sex mit Minderjährigen? Einfach mit der Bibel rechtfertigen…

Konkret geht es um den ultra-konservativen Senatskandidaten für den US-Bundes­staat Alabama, Roy Moore. Diesen beschuldigen im Zug der aktuellen Enthüllungen von Sexismus und seueller Belästigung durch Prominente gerade mehrere Frauen, er habe sie zu sexuellen Handlungen und Affären verleitet, als sie noch minderjährig waren, Moore dagegen in seinen Dreissigern. Der inzwischen 70jährige streitet alles ab und erhält Schützenhilfe von extremistischen Christen seines Bundesstaates, die anführen, schliesslich sei die mythische Mutter von Jesus laut Bibel auch noch minderjährig gewesen. Hier wird es interessant: Wir dürften uns alle einig sein, dass Sex mit minderjährigen Mädchen und einem Altersunterschied von 20 Jahren keine gute Idee ist (deswegen ist es auch verboten), aber wenn ein Hoffnungsträger der extremen Konservativen dabei ertappt wird, darf die Bibel als Rechtfertigung herhalten. Wie niedrig wird das Niveau hier noch? via time pic via yt cc by

27 Jahre später: Elite Dangerous

Im Januar ’90 hatte ich meinen ersten PC gekauft, einen Atari 1040 ST, und wenig später wollte ich Games haben, weil der kleine Bildschirm (ich hatte 2 davon, einen schwarzweissen und einen weniger scharfen mit 16 Farben) so aufregende Geschichten erzählen konnte. Eines der ersten Games, auf eine Zeitungsannonce hin erworben (1990 gabs ja noch kein Internet), war Frontier Elite II. Eingelöste Träume meiner Kindheit, ja, aber irgendwie unspielbar, mit 3-4 Frames pro Sekunde. Fünf Jahre später hab ichs damit nochmal versucht, dann auf einem DOS-Rechner mit für das Game selbst geskripteter Startdiskette und langen Nächten voller Explosionen, wenn das mühsam erkämpfte Raumschiff wieder und wieder an der sich ständig drehenden Raumstations-Luftschleuse zerschellte. Sowas hält man dann aber nicht lange durch, und wenn das Weltall in noch so schönen 16 Farben glitzert. Mittlerweile (wie in „Dezember 2014“) kam die modernisierte Fassung nach einer erfolgreichen Kickstarterkampagne als Elite Dangerous raus, mit beachtlichem kommerziellem Erfolg. „27 Jahre später: Elite Dangerous“ weiterlesen

PET-Kakteen blühen auch nach dem Klimakollaps

Der menschengemachte Klimakollaps – in diesem Augenblick brechen städtegrosse Teile aus der Antarktis und Fidschi-Inseln müssen geräumt werden – droht einen Grossteil der heute auf der Erde lebenden Spezies zu vernichten. Zum Glück haben wir visionäre KünstlerInnen wie die Tschechin Veronika Richterová, die aus extrem haltbare PET-Flaschen schöne Kakteen (und andere ästhetische Dinge) formt. „PET-Kakteen blühen auch nach dem Klimakollaps“ weiterlesen

Bayern: Ex-Finanzminister bekommt Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung

Paradise in Bavaria: Georg Fahrenschon (CSU) war von 2008 bis 2001 2011 Finanz­minister in Bayern. Er musste zurücktreten, als bekannt wurde, dass er parallel Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) werden wollte (da ist die „Drehtür“ kurz aus dem Gleichgewicht geraten). Dem Verband präsidiert er allerdings bis heute. Nun wurde aktuell bekannt, dass die Staatsanwaltschaft in München ihm schon im Frühjahr einen Strafbefehl (also eine vierstellige Strafe statt einer echten Anklage vor Gericht) zugeschickt hatte, weil er sich durch verspätete Abgabe der Steuererklärungen einen sechsstelligen Betrag sparte. „Bayern: Ex-Finanzminister bekommt Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung“ weiterlesen

Fraktalpuzzle aus dem Computer

Die Pixelartisten vom Designstudio Nervous System in Somerville, Massachusetts schreiben Software, die dann Kunst (oder zumindest Deko) erzeugt. Im konkreten Fall wird eine Steinschnittscheibe einer Geode 3D-gedruckt. Mit individuellen fraktalen Puzzleausschnitten. Jedes Puzzle ist anders, weil ja jede Lege-Geode neu 3D-gedruckt wird. Fantastisch, nicht wahr? Die Robokalypse hat nun also auch das Herstellen von Puzzles eingeholt. „Fraktalpuzzle aus dem Computer“ weiterlesen

Umsatzexplosion durch Adblocker

Zunächst mal sind Adblocker eine der besten Erfindungen der ganzen Internet-Ära: Endlich Lesen, Recherchieren, Surfen, ohne von bescheuerter Werbung für bescheuerte Produkte belästigt zu werden. Für Verlage allerdings sind Adblocker der drohende Ruin, weil dann die letzte noch ohne Nachdenken erreichbare Einnahmequelle wegfällt. Um so erfolgreicher gestaltet sich dieser erneute Digital Divide für die Datenkrake Facebook, für die im vergangenen Geschäftsjahr 709 Millionen USD Mehreinnahmen durch verkaufte Werbung in die Kassen rollten. Mehr wie in zusätzlich. Wie geht das? „Umsatzexplosion durch Adblocker“ weiterlesen

Steuerflucht in VW-Qualität

Wie der Spon international aktuell berichtet, hat unser lieber VW-Konzern im zentraleuropäischen, bequem mit dem Auto erreichbaren Steuerparadies Luxembourg ein Netz an Briefkastenfirmen aufgebaut, die für insgesamt 17 Milliarden Euro gut sind. Mit insgesamt 5 (fünf) Mitarbeitern. Zum Vergleich: Davon könnten wir 10 oder mehr Jahre alle Schutzsuchenden in unserem Land (Syrer, Iraker, Eritreer, etc) prima versorgen, und dazu noch Schweigegeld an Sultan Erdogan drauflegen. Und das ist nur einer unserer Konzerne. Was haben die anderen auf der für das Finanzamt unerreichbar hohen Kante? pic Andreas Praefcke cc by