Piratenmarketing funktioniert immer wieder

Vor zehn Jahren veröffentlichten Jerome Bixby (Buch) und Richard Schenkman (Regie) den Indie-SciFi „The Man from Earth“, eigentlich ein Theaterstück mit wenigen Darstellern, das vorziegend in einem einzigen Zimmer spielt. Das Pro­duk­tions­budget umfasste berichtetermassen 200.000 USD, das Marketingbudget null, kein Vertrieb interessierte sich, wenige Monate später war das kurzweilige Stück ein Kultklassiker geworden und heimste Filmpreise ein. Was war inzwischen passiert?

Jemand hatte die Promo-DVD der tiefgründigen Posse um einen Professor, der nach Eigenangaben vor 14.000 Jahren geboren war, auf die Pirate Bay hoch geladen. Die Filmfans reagierten begeistert, die Bekannheit des Stücks explodierte. Und die Filmemacher? Bedankten sich schriftlich bei den Torrentportalen und baten um Spenden. Der „Mann der Erde“ läuft heute immer noch auf Netflix, die Einnahmen aus alledem finanzierten einen zweiten Teil, „The Man from Earth: Holocene“. Der ist vor zwei Wochen erschienen. Auf einer Torrentplattform in deiner Nachbarschaft. Die Filmemacher haben ihre Arbeit diesmal selbst hochgeladen (in Hi-Res plus Mobilformaten), mit einem Intro versehen, das erklärt, warum sie das tun, und dass man als Fan gerne etwas Geld spenden könne. Mal sehen, vielleicht wird ja ein dritter Teil daraus. Das mit dem Piratenmarketing funktioniert jedenfalls zuverlässig. Hallo? Hollywood? Jemand zuhause? via techdirt

1 Kommentar

  1. Der Film ist so Laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig das ich ihn 5 mal rein tun musste um ihn bis zum Ende zu schauen weil ich jedesmal – trotz härtester Anstrengungen mit Kaffee – eingeschlafen bin.
    (Das ist so ein Faible von mir, fange ich ein/en Buch/Film/Was auch immer an, so muss ich es bis zum bitteren Ende durchhalten. Egal wie lange es dauert oder wie viele Anläufe es dazu braucht bis zum ersehnten/erlösenden Ende zu kommen)

    Ich habe nichts gegen dialoglastige Filme, ganz im Gegenteil lieber etwas mehr Zeitaufwand, ausgiebigere Szenen, Muse und Dialoge um einen Film bzw. dessen Hintergrund zum Leben zu erwecken, als alle viertel Stunde eins auf die 12, nur um eine Totgeburt über die Runden zu retten.

    Aber dieser Film ist es echt nicht. Eine Typische Studi-möchtegern-intellektuellen-Kopfgeburt eines „Was wäre wenn, oder vllt. doch nicht ganz“ Films. Es ist halt nur Gesülze (und nicht unbedingt Tiefgründiges) das sich über längst abgeschmacktes (weil schon 1000 mal in der einen oder anderen Form verwurstet) herum dreht, aber nicht wirklich irgendwo ankommt.
    Witzigerweise fängt er ja nicht mal schlecht an – so irgendwie aus dem plötzlichen Vakuum heraus, aber dann (recht schnell eigentlich) verwandelt sich die ganze Sache in ein zähes Kaugummi.
    Die Schauspieler für sich Genomen bestimmt nicht schlecht, aber jeder Spielt sichtlich bemüht darum nicht in ihre jeweils allseits bekannten und Stereo-typisierten Fernsehrollen- und B-Movie-Charakteristiken zurück zu verfallen. Typische, teilweise schon stark abgehalfterte Fernseh-Charakter-Darsteller der unteren B und bis Mitte C Riegen, aber noch ganz weit oberhalb von meist Talent-befreiten „Jungle Camp (u.d.m.) Wracks“.

    Im Übrigen ist der Film – und egal was die sonst so erzählen wann sie den Film angeblich Hochgeladen haben wollen – schon vor etlichen Monaten rausgekommen. Ich habe ihn mir von irgendeiner Seite gezogen (beide am selben Tag) und vorhin nochmal ganz schnell, nur um ganz sicherzugehen das es sich um den gleichen Film handelt.
    Im übrigen ist es nicht gerade ein überwältigender Erfolg, wenn man 2 Filme/Bücher/Was auch immer im Abstand von 10 Jahren zueinander, herausbringt. Zumindest nicht in den Letzten ca. 15 Jahren. Einer Zeit in der man fast alles – zwar altes, aber immer noch bestens funktionierendes, Film und Fotoequipment – zu absoluten Ramschpreisen fast schon nachgetragen bekommt.
    Das wird in den USA auch nicht anders sein als hierzulande.
    An der technischen Umsetzung wird es also kaum gelegen haben.

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