Warum die USA einen Clown zum Präsidenten gewählt haben

Antwort: Haben sie gar nicht. Die andere, ein klein wenig weniger schlimme Kandi­datin hatte Millionen von Stimmen mehr. Auch im Repräsentantenhaus und im Senat haben die Milliardärsfreunde der Republicans die Mehrheit, obwohl sie bei allen Wahlen Millionen von Stimmen weniger bekamen. Erfunden hat das der damalige Gouverneur von Massachusetts, Elbridge Gerry, der im frühen 19.Jahrhundert die Wahlkreise in seinem Bundesstaat so veränderte, dass sie aussahen wie gewun­dene Salamander. Daher der Fachbegriff Gerrymandering. Jetzt sind Strategie­papiere der Republican Party aufgetaucht, die eine jahrelange Anwendung dieses im Deutschen „Wahlkreisschiebung“ genannten Prinzips festlegten.

Mit dem bekannten Erfolg von Clownpräsident und Milliardärspartei. Hierzulande sind solche Schiebungen seltener, aber nicht unbekannt, nach der Wieder­ver­einigung wurden Wahlkreise in Berlin und Sachsen so definiert, dass rechts­kon­ser­vative Parteien zumindest nicht benachteiligt wurden, in München ändern sich die Wahlkreise nach Bedarf, um die Direktmandate der CSU sicherzustellen. Der Trick dabei ist, die Wahlkreisgrenzen so zu verschieben, dass eine garantierte Mehrheit für die eigene Partei rauskommt, oder wahlweise alle Wähler des anderen Lagers in einem einzelnen Wahlkreis zusammenzufassen. In den USA werden die Stimm­kreis­grenzen für jede Wahl neu eingerichtet. Aber nur von den Republicans. Deswegen.

Hier ist der Bericht auf Salon.com, mit den Links zu den Originalquellen. Das US-Gerrymandering wird übrigens derzeit in mehreren Bundesstaaten vor Gericht verhandelt, erste Urteile haben die Praxis als verfassungswidrig festgestellt, da könnte sich also was ändern. Womöglich schon zu den Parlamentswahlen am 6. November dieses Jahres, wenn alle Sitze des House of Representatives und ein Drittel des Senats sowie 39 Bundesstaatesregierungen neu gewählt werden. Das wird spannend. pic pd, von Elkanah Tisdale, 1812

3 Kommentare

  1. Wobei man fairer Weise dazusagen sollte, dass die Demokraten das auch gemacht haben (als sie noch konnten).
    Vielleicht nicht so extrem aber Kinder von Traurigkeit sind die auch nocht, wenn sie am Drücker sind.

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  2. Kümmert Euch nicht um Amerika, sondern kümmert Euch in erster Linie um den Scheiß, der hier zur Zeit abgeht. German first.

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  3. Ich hoffe ja, dass Trump die jüngsten Ausfälle Erdogans persönlich nimmt, und den Osmanenkasper endlich abräumt.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/recep-tayyip-erdogan-droht-usa-mit-osmanischer-ohrfeige-a-1193266.html

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