Warum der Islam unser Freund ist

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) arbeitet seit 1961 im Auftrag von inzwischen 35 Industrieländern, analysiert die wirtschaftlichen Verhältnisse und formuliert Vorschläge. Aus diesem Auftrag heraus veröffentlicht sie Berichte über die Entwicklung in den Partnerländern, auch und gerade zur Einkommensverteilung: Wie gross ist der Unterschied zwischen den hohen und niedrigen Einkommen, und wie entwickelt sich dieser Unterschied? Wird er grösser oder kleiner? In Deutschland nimmt das Bruttoinlandsprodukt von Jahr zu Jahr zu, die Wirtschaft wächst also; gleichzeitig wird der Einkommensunterschied immer grösser, die Ungleichheit wächst.

Das könnte, wie nicht nur die OECD vorschlägt, durch geeignete Steuern ausge­glichen werden, aber das passiert nicht. Im Gegenteil: Reiche werden reicher, Arme ärmer. Eigentlich werden alle ausser den Reichen ärmer, im Verhältnis zu den Reichen. Nun sollte ein Thema, das uns alle (ausser vielleicht die Reichen) so direkt betrifft, Tagesgespräch sein, sowohl in den Medien als auch den politischen Gremien, in welchen die Entscheidungen gefällt werden. Und? Ist das so?

Tatsächlich hören und lesen wir täglich von der Bedrohung durch den Islam, der aber in Deutschland nicht negativ in Erscheinung tritt – wenn man von der Katastrophe am Berliner Breitscheidplatz absieht, als ein tunesischer Klein­krimineller mit Verbindungen zum Verfassungsschutz einen gestohlenen LKW in einen Weihnachtsmarkt lenkte und danach zu Fuss floh. Die anderen der hierzulande jährlich Ermordeten (rund 400) starben aus nicht-islamischen Gründen.

Warum also die Islam-Panik? Warum gründen Menschen ganze anti-islamische Parteien, die prompt noch schwärzere Einkommensquellen mitbringen als die bisherigen? Und wer bezahlt den ganzen Anti-Islamismus eigentlich, abgesehen von den nachgewiesenen üblichen Industriellen, die auch den anderen, älteren neoliberalen Parteien zu prall gefüllten Wahlkampfkassen verhelfen? Wenn man das zusammenrechnet, kommt genau eines dabei raus: Die allgemeine nackte Angst vor dem Islam ist nur Ablenkung vom gegenwärtigen Ausverkauf unseres Sozialstaates und unserer Wohlstandsgesellschaft, die in Zukunft soziale Sicherheit und Wohlstand nur noch für einen sehr kleinen Teil der Gesellschaft vorsieht. Alle anderen werden mit Angst vor dem Islam abgespeist. Wenn schon der Mindestlohn nicht mehr reicht, um jeden Tag drei mal zu essen. Die voll bezahlten Arbeitsplätze mit Festvertrag und Zukunftssicherheit werden jedenfalls rapide weniger.

So gesehen müssen wir uns fragen, ob der Islam dann nicht etwa unser Freund ist. Ob wir uns nicht mit ihm unterhalten sollten. Wobei wir Vertreter dieser Glaubens­richtung in unserem Land mit der Lupe suchen müssen, weil die heute bei uns Schutz suchenden Syrer, Iraker und Afghanen allesamt aus säkularen Ländern stammen, in welchen bis zur Einmischung durch den Westen Religion Privatsache war und junge Frauen in Sommerkleidern an die Uni gehen konnten, ohne auch nur ansatzweise gesteinigt zu werden. Dagegen sind die Vozeige-Islamisten des Daesh, der Al-Qaeda, Al Nusra, Leute, die mit ungefähr jeder einzelnen Aktion gegen die Regeln des Islam verstossen, deswegen also garantiert nicht ins Paradies kommen.

Ebenso wenig wie der Jaysh al-Islam, der grade Ghouta kurz ausserhalb von Damaskus besetzt hält und dort die nicht-islamistischen syrischen Bevölkerungs­anteile massakriert. Und dafür von der NATO verbal unterstützt wird, die ja eine Rückeroberung durch die vom russischen Militär unterstützte syrische Armee verhindern möchte. Ich glaube, dass auch die NATO keine Chance hat, ins Paradies zu kommen, auch wenn ich sonst eigentlich nichts glaube, zumindest nicht im religiösen Sinn. Was sagt eigentlich der Islam dazu, dass ich nichts glauben will? Lasst mich mal nachsehen: In der Einhundertneunten Sure schreibt der Prophet (Friede sei mit ihm) diese sechs Verse:

1. Sprich: «O ihr Ungläubigen!
2. Ich verehre nicht das, was ihr verehret,
3. Noch verehrt ihr das, was ich verehre.
4. Und ich will das nicht verehren, was ihr verehret;
5. Noch wollt ihr das verehren, was ich verehre.
6. Euch euer Glaube, und mir mein Glaube.»

Klingt cool. Du glaubst, was du glaubst, und ich glaube, was ich glaube. Wisst ihr was: Ich glaube, der Islam ist mein Freund. Weil ich nicht an ihn glauben muss. Zumindest hat der Prophet (Friede sei mit ihm) das so aufgeschrieben.

Der Kapitalismus, der ja nicht dasselbe ist wie „die freie Wirtschaft“, sondern ihr Gegenteil, wird dagegen nie mein Freund. Weil er mich, meine Freunde und überhaupt alle Leute in meinem Land und in allen anderen Ländern belügt, betrügt und bestiehlt. Und dann mit dem Finger auf den Islam zeigt. Ok. Das wäre dann auch geklärt.

Bildrechte: Mohammed (Friede sei mit ihm)

7 Kommentare

  1. Religionen und Ideologien sind unser aller FEIND.

    Und ja, wenn es nicht mehr langt für meine Familie und mich, dann werde ich anfangen reiche zu töten.
    Und das ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ganz in dem Wissen das sie das gleiche mit mir machen würden (oder machen lassen würden). Das kann man sich Täglich in den Medien mit ansehen.

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    • Wie die Religionen im Mittleren Osten so ticken kann man sich auch in den Medien ansehen, auf MEMRI TV.

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      • Hier ist die ganze Folge, oben sind nur die ersten Minuten

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    • Ich finde es ausserdem nicht richtig, Ideologien und Religionen so gleichzustellen wie oben formuliert. Jede politische Ideologie, egal wie falsch und unmoralisch, ist irgendwie immer noch besser als dieser ins Jenseits orientierte Schwachsinn, mit all den weltlichen Profiteuren von der institutionalisierten Verblödung die Religionen so anzubieten haben.

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  2. Fritz, warum wanderst Du nicht in ein cooles moslemisches Land aus?

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  3. Da dieses Blog die Meinungsfreiheit so sehr in den Vordergrund stellt, ist es natürlich völlig ok, Kommentare zu posten, die nichts mit dem OP zu tun haben, sondern nur die jeweilige eigene Meinung der/des Kommentartors/in wiedergeben.

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