Frankreich: 79% weniger Herointote in 4 Jahren

Im Jahr 1995, nach einer Drogenepidemie (Menschen nehmen harte Drogen nicht aus Langeweile, sondern weil sie ihr Leben nicht mehr ertragen) bekam Frankreich ein Gesetz, das es allen Hausärzten (nicht nur Spezialisten) erlaubte, Buprenorphin zur Substitution und für den leichteren Entzug zu verschreiben. Die Zahl der Ab­häng­igen in ärztlicher Behandlung stieg auf das Zehnfache. Innerhalb von 4 Jahren sank die Anzahl der Drogentoten um 79%.

Dass gleichzeitig ein Spritzentauschprogramm eingeführt wurde, trug sicher dazu bei. Wenn ich als für eben diese Angelegenheiten mit verantwortlicher Volksvertreter in einem bayrischen Regionalparlament solche Probleme anspreche, beharren die nach Eigendarstellung christlichen Konservativen darauf, dass sich eben jeder an die Regeln halten müsse. Also einfach keine Drogen nehmen. Wenn ein Mensch das doch tut, ist er oder sie Straftäter. Wir können Probleme entweder lösen, oder sie ausgrenzen und als unerwünscht deklarieren. Welcher der beiden Lösungsansätze angewendet wird, entscheidet übrigens die Mehrheit. Hier unten im finsteren Bayern wieder im Oktober. Ich bin dann mal gespannt. via atlantic, pic qimono cc0

16 Kommentare

  1. Fritz, Du scheinst auch alles zu glauben.
    Wo sitzen denn diese verständnisvollen Ärzte?

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    • Wenn ich den Text oben richtig interpretiere, tippe ich mal auf Frankreich?

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      • Wenn Du sicher bist, solltest Du ganz schnell dafür sorgen, dass die hiesige Ärzteschaft die französische Methode übernimmt.
        Mit schreiben allein, wirst Du nichts verändern.

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      • Vielleicht könntet Ihr auch den Landärzten helfen. Ist nur ein Vorschlag.
        Aber ich würde Dir empfehlen, Dir erst einmal die Krankenkassengesetze durchzulesen, damit Du merkst , mit was für Irren Du es zu tun hast.
        Ich habe es am eigenen Leibe erlebt – bin aber nach ca. 4 Monaten als Sieger hervorgegangen. Nach 4 Monaten.
        Habe ungefähr mit 60 angestellten der Krankenkasse gesprochen. alles belegbar. Das muss mir erst einmal jemand nachmachen.

        http://www.spiegel.de/karriere/hessen-landaerzte-muessen-wegen-zu-vieler-hausbesuche-honorar-zurueckzahlen-a-1203169.html?#ref

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        • „Den Landärzten helfen…“ guter Vorschlag, wenn auch ganz leicht naiv. Weisst du, ich sitze seit 4,5 Jahren in einem Regionalparlament, das unter anderem auch für die Betreuung von seelisch Kranken und Drogenabhängigen zuständig ist. Und für das Budget dazu. Was ich erlebe, ist, dass die massive Mehrheit von (in meinem Bezirkstag) CSU, SPD, FDP, Freien Wählern sich nicht für diese Schicksale interessiert, sondern nur für die eigene Karriere. Die ÖDP stimmt oft mit uns Linken, die Grünen manchmal, Opposition sind also je nach Thema 2 bis 5 von 27 Sitzen. Was wir in dieser Richtung maximal erreicht haben, war eine Dankesurkunde mit Ansprache des Präsidenten für die regionalen Substitutionsärzte, die in Bayern auch mal gerne vom Staatsanwalt bedroht werden. Diese Dankesurkunde hängt jetzt in fast allen Substitutionspraxen in meinem Bezirk und gibt den Ärzten ein wenig Mut. Wenn wir die Verhältnisse im Gesundheitssektor verbessern wollen, müssen wir Linke und vieleicht Grüne in den Bundestag wählen, alle anderen Parteien kannst du hier vergessen (die ebenfalls karriereorientierten Rechtspopulisten sowieso).

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          • Vielen Dank Fritz für Deine Antwort. Also die Grünen wählen, nein danke. Die habe ich mal gewählt unter der Petra Kelly.
            Heute kann man diese Partei nicht mehr wählen.
            Ich will von einer Partei nicht nur immer schöne Worte hören, sondern dass sie sich unkonventionell einsetzt wie zum B. im folgenden Fall.

            Ich kenne seit einigen Wochen einen jungen Ägypter. Hat sein Abitur sowie auch sein Studium(Naturwissenschaften ) in Ägypten mit ausgezeichnet bestanden. Aber wie Du weisst, werden diese Abschlüsse hier in unserem tollen Land, wo das Abitur kaum noch was wert ist, anerkannt. Seine Mutter ist Mathematiklehrerin, sein Vater Ingenieur.
            Außerdem genießt er nicht die Anerkennung wie ein großer Teil der Migranten oder Gäste, nenne es wir Du willst.
            Er ist seit gut sechs Jahren in diesem Land, spricht die Sprache gut, wenn auch nicht fließend, spricht Englisch und hat gute Grundkenntnisse in Französisch.
            Er arbeitet mit einem festen Vertrag zahlt Steuern und Sozialabgaben)bis Februar oder März 2019 befristet in einem Imbiss.
            Was hat dieser junge Mann für eine Zukunft in unserem Land ohne Ausbildung? Keine.
            Er wird über kurz oder lang ebenfalls zum Hartz 4 Empfänger.
            Dazu kommt, dass er gerne hier lebt und sich in seinem Heimatland bereits fremd fühlt.
            Obwohl schon 29, versuche ich ihn zu einer Ausbildung zu überreden, evtl. als Laborant wegen seiner guten naturwissenschaftlichen Kenntnisse.
            Habe mich bereits mit einigen Firmen in Adlershof in Verbindung gesetzt.
            Sein Alter ist kein Problem auch nicht , dass er keinen deutschen Schulabschluss hat(wahrscheinlich einen besseren)
            Ich möchte aber nicht, dass er im Heer von tausenden von Bewerbern versackt .Er muss sich dort einem test unterziehen.
            Kannst du mir einen Rat geben, an wen ich mich wenden kann, der sich wirklich die Mühe macht, ein Gespräch mit diesem äußerst sympathischen und intelligenten jungen Mann zu führen, um ihm eventuell weiter zu helfen?
            Für einen Rat wäre ich Dir sehr dankbar,Fritz.

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  2. ……..verändern, zumal Du doch Parteimitglied bei den Linken bist.
    Da dürfte es doch kein n Problem geben das in die Wege zu leiten.

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    • Kein Problem, wir kümmern uns drum. Jetzt müssen nur noch die Wählerinnen und Wähler dazu übergehen, sich auf die tatsächlichen Probleme zu beziehen statt einer erfundenen Bedrohung durch den Islam etc – und alles wird gut. Winziges Problem: Die BILD und die vielen anderen bezahlten Propagandaorgane haben immer noch viel Einfluss.

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      • Ja Fritz, da hast Du recht mit der „BILD-Zeitung.“
        Einer kauft dieses Schmierblat, liest es, lässt es in der U-Bahn oder im Bus liegen, und der nächste greift danach, um sich auch zu bilden.
        So läuft das.

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  3. Schmierblatt…..

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  4. Irene: Wenn der junge Ägypter seit 6 Jahren hier lebt, ist er wohl nach dem „arabischen Frühling“ und der darauf folgenden Repression aus dem Land geflohen. Das erhöht seine Chancen auf Bleiberecht. Für die Ausbildung sollte er einen gesicherten Bleibestatus haben. Auch sind seine Chance um so besser, je flüssiger er Deutsch spricht. Kurse werden auch ausserhalb der Behörden organisiert. Frag doch einmal hier nach: http://www.fluechtlingsrat-berlin.de/

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    • Danke Fritz! Ich werde ihn am Dienstag darauf ansprechen. Sein Deutsch ist gut. Er versteht sogar mich.
      Nochmals vielen Dank für den Rat . Wenn er möchte, würde ich ihm auch 1 oder 2 x wöchentlich Grammatik, vor allem jedoch Phonetikunterricht geben. Allerdings arbeitet er jeden Abend bis 21:00. Da wird das schwierig und es bleibt nur der Samstag.
      Und keine Angst Fritz, ich werde ihn nicht verführen.
      Aus dem Alter bin ich raus.

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      • Fritz, dieser junge Ägypter ist vor der Repression gekommen.
        Und diese Ämter deren www Adresse Du mir geschickt hast, kannst Du vergessen. Dann ist er einer unter tausenden und das will ich vermeiden, da er ja nicht mehr im Lehrlingsalter ist.
        Ich werde also einen Politiker nach dem anderen anrufen und das solange, bis es jemand für nötig hält, sich mit diesem jungen Mann zu unterhalten und nicht wieder irgendwohin abzuschieben.
        Du kannst sicher sein, dass ich jemanden finde, der sich ein wenig persönlich engagieren wird.

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        • Yeah. Politiker. Die können zaubern, wie jeder weiss.

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          • Klar können die zaubern! Lassen 1000de ins Land, ohne sie zu registrieren.
            Und für einen fleißigen Ausländer, der weit über Gebühr arbeitet, für den nimmt sich keiner etwas Zeit. So sieht das aus, Fritz.

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  5. ich bin jetzt seit 2 Jahren a-los…weil ich einen Verstoss gegen das btmgc hatte…1 gramm gras und eine…1…subotex…die ich mir natürlich illegal besorgt habe…das war alles nicht so einfach…ich habe als Lehrkraft an einer schule gearbeitet…habe jetzt jedoch mit dem Urteil ein 5 jähriges Berufsverbot bekommen….ich musste immer ein doppelleben führen….eineseits als lehrer….und trotzdem bin ich seit fast 40 j Heroin abhängig….mal schlimmer…mal besser…ohne substis wär ich jetzt nicht mehr am leben…zur zeit bin ich clean….yeaaah–.. love and peace

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