Britannia once ruled the waves

Kommunalwahlen in England. Nicht in allen Gemeinden, aber in vielen. Angesichts der massiven Probleme und Skandale der aktuellen ‚konservativen‘ Regierung in London erwartete man allgemein einen mehr oder weniger ausgeprägten Linksdrall, gerade weil sich Hoffnungsträger Jeremy Corbyn mit der erneuerten Labour als viel sozialer präsentierte als seine Vorgänger. Nur:

Der Linksdrall ist nur im überschaubaren Rahmen eingetreten. Als einziges klares Ergebnis zeigt sich, dass die rechtsnationale britische UKIP verschwunden ist. Niemand wählt diese Kasper mehr in Old Britain, da sind uns die Insulaner tatsächlich ein Stück voraus. Diese Kommunalwahl ist deshalb so wichtig, weil ihr Ergebnis andeutet, ob bürgerliche linke Parteien Erfolg haben können – unsere eigene SPD verkackt ja seit Jahren ihre Selbsterneuerung komplett, ähnlich wie die italienische PD. Nur hören wir aktuell aus London keine eindeutige Botschaft. Ich bin also gespannt, wie sich die parlamentarische Situation weiter entwickelt, ob die künstliche Ausländerfeindschaft auf Dauer geeignet ist, die zunehmende Spaltung der industrialisierten Welt in Superreiche und Wirtschaftsopfer zu übertünchen. Naja, wir werden ja in der nächsten Zeit ein paar Wahlen haben, für Unterhaltung ist also gesorgt. Wahlergebnisse: guardian, pic annalisa

8 Kommentare

  1. Für mich ein Symptom dafür, dass die Durchschnittsbevölkerung durch den Konsumwahn soweit geblendet ist, dass sie nicht mal mehr merkt, dass sich East-London und Birmingham schon jetzt wie die muslimisch geprägte Dritte Welt anfühlen. Good Riddance!

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    • Das war jetzt wieder mal ein weniger durchdachter, schnell hingetippter Kommentar, was?

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    • Schnell getippt und etwas zu kurz gefasst nehme ich an. Ich würde die UKIP nicht wählen, trotzdem finde ich ein „Britain First“ noch gerader als das was die CSU unter Söder jetzt so macht. Wieder überall Kruzifixe aufzuhängen ist Comedy und keine Politk. Da sehe ich die UKIP auf jeden Fall seriöser.

      Das Problem der UKIP und der AfD ist das völlig überkommene Nationalgedümpel, das hat in Europa so keine Zukunft mehr.
      Es gibt aber eine Mehrheit, die gerne das Europa hätte, das Kohl und Mitterand versprochen hatten. Ein forschrittliches Europa für Europäer, in dem der Lebensstandard steigt, und die Freiheiten zunehmen. Ich kann verstehen, wenn die Jugend daran nicht mehr glauben kann.
      Es sind auch nicht die Einkommenunterschiede, die die Gesellschaft spalten. Es ist der Umgang mit dem Islam, der die Leute zur AfD treibt. Man muss unterscheiden zwischen der Religionsfreiheit, und der sozialen Erwünschtheit.
      Religion kann in eine forschrittliche westliche Gesellschaft niemals integriert werden, weil die Gesellschaft danach nicht mehr fortschrittlich, und auch nicht mehr westlich ist.
      Rassismus und Nationalismus sind mir fremd, aber ich sehe mich als Western Supremacist. Ich bin dazu sogar noch tolerant und würde den Moscheebau nicht komplett verbieten, sondern nur fordern, dass jeweils eine Schwimmhalle oder eine Konzerthalle fürs gleiche Budget gestiftet wird. Wer Geld für Tempel übrig hat kann auch noch ne Schwimmhalle bauen.
      An dem Artikel stört mich vor allem das Attribut ausländerfeindlich, das muss irgendwie differenzierter werden. Viele derer die mit der Migration aus muslimischen Ländern unzufrieden sind hätten keine Probleme mit Südamerikanern, EU-Ausländern oder Menschen aus Kanada. Deswegen passt der Begriff ausländerfeindlich auf diese Gruppe nicht.
      Wenn jemand dagegen ist, dass die Kinder jetzt zum Ramadan aus religiösen Gründen hungrig in die Schule geschickt werden ist nicht ausländerfeindlich, sondern fortschrittsorientiert.

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      • Können wir uns aus „Reason and Enlightenment Supremacist“ einigen? Und ich finde auch, dass wir im selben Geiste der Aufklärung mit allen Religionen gleich verfahren sollten. Also Schluss mit Kirchensteuer, Steuerfreiheit und Religionsunterricht, aber problemlose Moscheebaugenehmigungen. Das Problem speziell mit dem Islam ist völlig künstlich. Wir haben ungefähr 3,5 Millionen Menschen aus islamischen Ländern da, von welchen die wenigsten Bier aus tiefer innerer Überzeugung ablehnen, oder den Ramandan und fünf tägliche Gebete einhalten (Genauso wie unsere „christliche Mehrheit“ durchaus annimmt , dass man als Reicher sehr wohl „in den Himmel kommen“ kann, obwohl in der Schrift das Gegenteil steht). Schon gar nicht die Geflüchteten aus dem nahezu säkularen Syrien. Da sind die ca 4,5 Millionen russischen Spätaussiedler ein grösseres Integrationsproblem. Halten wir uns vor Augen, dass die AfD 27.000 Mitglieder hat, aber 9 Millionen Bürger*innen aktuell an der Flüchtlingshilfe teilgenommen haben und teilnehmen.

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    • Meine Position ist auch, dass die Türkei von der EU jetzt endlich würdig behandelt werden muss. Als islamischer Schurkenstaat.
      Das heisst dann auch, dass Deutschland die Doppelpässe einzieht, alle Zahlungen einstellt, die Konten einfriert, und die türkisch-nationalen Mitbürger so gut es geht des Landes verweist.
      Und Özil muss natürlich sofort raus aus der Nationalmannschaft.
      Wer will kann meine Position dazu gerne als „ausländerfeindlich“ brandmarken, das ist sie nicht, und man tut nur der inhaftierten, fortschrittlichen, demokratischen Opposition in der Türkei damit auch keinen Gefallen.
      Ich kann das Geheuchel mit der Türkei aus Angst vor einem Platzen des Flüchtlingsdeals nicht mehr ertragen.

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      • Ja, die Türkei muss gestoppt werden. Aber wir können die hier in Freiheit lebenden, türkischstämmigen Deutschen nicht zurückschicken, direkt ins anatolische Foltergefängnis. Özil darf ruhig dableiben, ich bin eher für verpflichtende Deutschtests für Fussballer… eigentlich für alle. Und die jeweils allerletzte Mannschaft verliert die Staatsbürgerschaft und muss in die afghanische Liga absteigen. Wär das ok?

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  2. Fun Fact: Wenn ich meine Kinder wochenlang dehydriert und ohne Frühstück in die Schule schicke, dann kommt das Jugendamt und nimmt mir die Kinder weg. Wenn ein Muslim das gleiche macht, dann gibts am Ende Anerkennung, weil der kleine Achmed mit 10 schon so tapfer den Ramadan durchgestanden hat. Uns später, wenn der kleine Achmed nicht auf drei zählen kann nach der Schule, dann ist es natürlich der strukturelle Rassismus der verhindert, dass der kleine Achmed eine Banklehre machen darf.
    Ich bin dafür, dass Muslime den Ramadan künftig flexibel in die Ferien und in ihren Urlaub verlegen. Ungefrühstückte Kinder in den Nachmittagsunterricht zu schicken funktioniert einfach nicht. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, und da passt Ramadan einfach nicht rein. Ich möchte ehrlich gesagt auch keinen Busfahrer oder Arbeitskollegen der Ramadan macht, weil das die Unfallgefahr steigert. Sollte eigentlich verboten werden.

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