Ist Magnetband die Zukunft das Datenspeicherung?

Die weltweit gespeicherte Datenmenge steigt jährlich um etwa ein Drittel an. Wie schaffen wir das? Festplatten nehmen heute zwar mehr als 10 TeraByte auf, nächstes Jahr dann 30, in 10 Jahren wahrscheinlich 100, sind aber zu teuer, um sie in Hochlagerregalen zu stapeln. Dass Blue-Ray-Discs heute über 100 GigaByte fassen können, bringt uns nicht langfristig weiter, da optische Medien einem deutlichen Alterungsprozess unterworfen sind:

Die Weichmacherstoffe verlassen den durchsichtigen Kunststoff, dieser wird porös, so dass Feuchtigkeit eindringt und die spiegelnde Schicht im Innern buchstäblich verrosten lässt, so dass die Disc nach einigen Dekaden unlesbar ist. Besser und stabiler wären USB-Sticks oder andere Flash-Medien, allerdings ebenfalls noch teuerer als herkömmliche Festplatten. Wie also sichern wir die Petabytes unserer Zivilisation? Die Antwort klingt befremdlich und riecht nach Steampunk, Dampf­maschinen und Kristallmagie eines längst vergangengen Jahrhunderts:

Magnetband. Heutige Linear Tape-Open (LTO) Cartridges (pic oben und unten) enthalten eine auf einer Seite offene Magnetbandspule, die vom Lesegerät selbsttätig eingefädelt wird. Die Kapazität kommerziell erhältlicher Modelle liegt derzeit bei 15 TeraByte, bei gleicher Grösse und einem Strassenpreis von etwa der Hälfte einer ver­gleich­baren Festplatte – und das bei einer 10.000 bis 100.000 mal höheren Daten­sicher­heit. Die Weiterentwicklung von Magnetbandspeichermedien wurde in den letzten Jahren nicht so intensiv betrieben wie die von Magnetplatten in Harddisks, also könnte da noch etwas Luft sein. Tatsächlich werden bei IBM gerade Magnet­band­typen erprobt, die, in eine handelsübliche Cartridge gewickelt, bis zu 330 TeraByte fassen. Ein normaler PC beherbergt heute zwischen einem und zehn TB, das sollte also für’s erste genügen.

via ieee pics Austinmurphy cc by sa, noch in einer frühen Version mit 200 GB, unten ohne Deckel

5 Kommentare

  1. ähm. nein. tape ist tot. die use cases für tape nehmen stetig ab. die laufwerke sind arschteuer, die nötige software auch … und die wartungsverträge erst… für riesige datenmengen oder archivierungszwecke mag das noch gebraucht werden, aber wenn du auch nur halbwegs regelmäßig auf deine daten zugreifen willst sind 330TB auf einem tape der blanke hass. bei jaguar 6 reden wir (stand heute!) von native 15 TB (da kannste mal locker von 30 bis 40 TB compressed ausgehen). und dann juckelt dieses band da mit 360 MB/s durch … 15 * 1000 * 1000 = 15.000.000 MB / 360 = 41.666 Sekunden / 60 = 694 Stunden / 24 = knapp 29 Tage bis dein band voll ist. viel spass damit …

    Gefällt mir

  2. sry, man darf nich besoffen rechnen. 694 minuten natürlich, macht 11,5 stunden. is also deutlich schneller, aber für ne produktion immernoch nich schnell genug. und für zu hause auch nix, für n jaguarlaufwerk kannste im invest fünftstellig dukaten planen.

    Gefällt mir

    • Alles richtig, für zuhause und selbst in KMUs sind Bänder nicht konkurrenzfähig. Aber wenn du PetaBytes von Daten mit maximaler Sicherheit in Hallen einlagern musst, ohne ständig darauf zugreifen zu müssen (nur im Notfall) sind Bänder auch heute noch unschlagbar, denke ich. Anders gesagt: Bitte verwende keins, ausser, du arbeitest für die NSA.

      Gefällt mir

  3. Ist das Ding mit Quarzglas schon wieder ad acta gelegt? -> https://www.heise.de/tr/artikel/Speicher-aus-Glas-1729182.html

    Gruß

    Thomas

    Gefällt mir

    • Es gibt da ne Menge interessanter Forschung, aber noch keine kommerziellen Produkte.

      Gefällt mir


Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.