Rollenspieler retten die Welt vor dem Hass

Hass im Internet bekämpfen: So wirds gemacht. Die Website RPG.net ist seit 1996 (ja, da gab es schon richtiges WWW-Internet) einer der wichtigsten Diskussionsorte für Fans von Boardgames, Pen-And-Paper, Wargames, Tabletop, auf dem Tisch und im Computer. Jetzt haben die Forenmoderatoren in einem durchaus aufsehen­erregenden Post erklärt, dass sie keine Unterstützungstexte für Herrn Trump (einem bekannten Faschisten und Hassprediger, der bereits mehrere frustrierte US-Bürger zu Morden und Attentaten aufgestachelt hat) mehr zulassen werden. Ebenso keine abwertenden Reden gegen Minderheiten oder Frauen oder Andersdenkende.

Wer dagegen verstösst, kann aus dem Forum verbannt werden. Weil es einfach reicht. Unter Missbrauch der Meinungsfreiheit werden heute auf allen Plattformen Menschen beschimpft, bedroht, gedemütigt und herabgewürdigt, und nur eine klare Haltung kann das stoppen. Deswegen gibt es in Zukunft auf RPG.net keine Hass­texte mehr. Wer öffentlich hassen will, kann das weiter in eigenen Diskussionsforum auf eigenen Hass-Servern tun. Die aber schon mal von ihren Hosting-Firmen abge­schaltet werden, wenn sie ihrerseits nicht gegen strafrechtlich relevante Aussagen vorgehen. Wisst ihr was: Wir alle sollten diesem Beispiel folgen. Auf 11k2 wird der Hass schon länger zurückgedrängt: Wer Hass verbreitet, andere beschimpft, oder auch nur diesen Trump bejubelt, wird ermahnt und am Ende aus der Kommentar­spalte entfernt. Ihr habt wahrscheinlich schon bemerkt, dass es hier eine Weile immer hässlicher wurde, und dann der Hass wieder verschwand. Danke an dieser Stelle an den sehr nützlichen Akismet-Spamfilter. Und danke an die Online-Wizards von RPG.net für das gute und wertvolle Vorbild. Jetzt müssen die grossen Online­plattformen und Kommentarebereiche der Medien nachziehen und den Hass zurück in die Hölle verbannen, aus der er gekrochen ist. via mefi, pic aus Final Fantasy 13

7 Kommentare

  1. […]Wir alle sollten diesem Beispiel folgen. Auf 11k2 wird der Hass schon länger zurückgedrängt: Wer Hass verbreitet, andere beschimpft, oder auch nur diesen Trump bejubelt, wird ermahnt und am Ende aus der Kommentar­spalte entfernt.[…]

    Danke.

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  2. Ich habe bei solchen Ausgrenzungen immer einen innerlichen Konflikt.

    Einerseits darf der Besitzer der Website (oder des Geschäfts/Unternehmen, beliebig erweiterbar) entscheiden mit wem er arbeitet und wen er auf seine Seite bzw. in sein Geschäft lässt.

    Aber ist damit der Menschheit langfristig geholfen wenn man Andersdenkende ausstößt und so eine Inselbildung zulässt?
    Durch diese Inselbildung verstärkt sich doch der Zusammenhalt der ausgetoßenen Gruppe. Hass breitet sich aus und Kommunikation zwischen den Lagern findet nicht mehr statt.

    Ich bin gespannt wie sehr das ausarten wird, wenn das dezentrale Internet kommt.
    Da wirkt kein EU Gesetz und keine Hostersperre.

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  3. Aus meinem subjektiven Empfinden heraus wird das Internet zunehmend intoleranter, und damit auch die gesamte Gesellschaft.
    Im Internet trauen sich anonyme unbekannte Ihre Meinung zu sagen.
    In der Realtität reden die wichtigen Leute die was zu sagen haben in unserem Land – die Poltiker – drum herum, und haben Angst davor klar Position zu beziehen.

    Ohne die Seite RPG.net genauer zu kennen kann ich die Administratoren voll und ganz verstehen. Hassposts, abwertende Reden gegen wen auch immer, das gehört nicht zu RPG.net.
    Und auch Politik kann da gerne rausgehalten werden.

    Aber dass nur „Unterstützungstexte für Herrn Trump“ gelöscht werden halte ich für falsch. Das ist Intoleranz (oder nicht?) Wenn dann müssen alle Texte über Politik verboten werden. Rein thematisch ist Poltik sehr weit von RPG und Pen&Paper entfernt.
    RPG.net sollte sich nicht positionieren. Man stelle sich vor das macht jede Website. Wir brauchen neutrale Seiten, die unabhängig sind, sonst wird die Lagerbildung nur weiter gefördert, und wir enden in einer Spirale an der am Ende nur noch zwei Extreme stehen.

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    • Ich glaube es geht weniger darum Texte zu verbieten, sondern eher wie sie vorgebracht werden.

      Es werden ja auch – denke ich – nicht Leute verbannt, die anders denkend aber sachlich argumentieren…

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  4. Was mir letzte Woche widerfahren ist:
    Ich war auf einer öffentlichen Party, und als sich zwei meiner Freunde trafen, mit Unterschiedlichen Ansichten trafen, hat der Eine den anderen als Nazi beschimpft und ihm eine Kopfnuss gegeben. „Ich warte nach der Party auf dich“ hat er gesagt, und Freunden mitgeteilt dass er ein (Butterfly) Messer dabei hat (woraufhin dass der Security gemeldet wurde und er rausgeworfen wurde).

    Derartige Konflikte, denke ich, werden in Zukunft häufiger zu sehen sein. Wenn wir Gruppen mutwillig ausschließen (Rechte, Linke, Frauen, Minderheiten) so wird sich der Hass gegenüber den anderen immer weiter steigern und unweigerlich bei Begegnungen entleeren.
    Sehe ich das zu pessimistisch?

    Ich will mich in Zukunft nicht entscheiden müssen zwischen meinem Linken und meinem Rechten Freund, und die Freundschaft mit dem anderen Zwangsweise aufgeben. Aber genau das ist jetzt bereits abzusehen.

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  5. Nein Robert, es ist nicht so, das „beide Seiten gehört werden müssen“, damit die Meinungsfreiheit gewahrt wird, sondern dass man der Seite, die zu Unterdrückung und Gewalt gegen Schwächere auftruft, keine neutralen Plattformen bieten darf. Und wer die Schnauze voll hat von solchen Aufrufen zu Hass und Gewalt und deswegen einem einschlägig bekannten Nazi Prügel anbietet, handelt womöglich unüberlegt. Aber ich kann den Gedankengang nachvollziehen. Die Schergen der Autoritären und Ausbeuter, nichts anderes sind Nazis ja, müssen jedenfalls zurück in das Loch geschickt werden, aus dem sie gekrochen sind.

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