Der erste Mai und was wir da feiern

Weil ich das heute schon auf Twitter mit klugen Leuten diskutiert hab: Ich mag das Wort Arbeiterbewegung nicht mehr. Weil es eine falsche Vorstellung verbreitet, davon, dass es um Leute in Gummistiefeln, blauen Klamotten und gelben Helmen ginge. In Wirklichkeit ist dieses bewusste geschürte Missverständnis eine geschickte Fehlübersetzung von „working class“. Die arbeitende Klasse. Also wir alle („99 %“), die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Im Gegensatz zur besitzenden Klasse („1 %“), die das von anderen erledigen lassen. Und die eigentlich so ziemlich alle Probleme verursachen, die wir 99% heute haben: Krieg, Hunger, Armut, Umweltzerstörung, den Verlust von Sinn. Und weil wir auch nach vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden in Klassen aufgeteilter Geschichte noch nicht wütend genug sind, um die 1 % einfach umzubringen, müssen wir uns eben zusammenschliessen und einen Kompromiss einfordern, der unseren Ansprüchen genügt. Dafür steht der erste Mai. pic michael gaida cc0

3 Kommentare

  1. „um die 1 % einfach umzubringen“

    Da liegst du völlig falsch. Es gäbe genügend davon die das tun würden. z.B. ich – ich hätte weder Skrupel, auch kein schlechtes gewissen oder gar Mitleid mit dem Schlonz an wertlosen und arbeitsscheuen Ausgeburten . . .

    . . . nur bin ich auch nicht Blöde und opfere mich für die Anderen die mir dann zum Dank dafür – und das ist so gut wie sicher (man braucht nur an die RAF, oder die Roten Brigaden etc. zurückdenken) – das ich für sie ich die Drecksarbeit erledige, oder es zumindest Versuche, dabei in den Rücken fallen.

    Das war ja schon immer das Problem mit den „kleinen Männern und Frauen auf den Straßen“: Sie sind die Mühe einfach nicht wert weil sie dich sobald du dich auch nur mal schnell abwendest verraten und niedrigst-bietend verkaufen.

    Es gab doch schon zahlreiche Politiker (an die ich mich noch erinnern kann) die für den Bodensatz etwas verbessern wollten, wie z.B. Oskar Lafontaine (wurde diffamiert und abgesägt vom kleinen Bürger), Sahra Wagenknecht (hat gerade resigniert hin-geschmissen – weil keine signifikante Unterstützung von dem wertlosen Gewürm), Willi Brandt (quasi wegen seiner Ostpolitik abgesägt), Petra Kelly (vom Fußvolk in die Depressionen und später in den Suizid getrieben), Norbert Blüm (bis heute wird über ihn hergezogen und geschimpft als ob er alleine die Rente wie sie war, hätte retten können).

    Jetzt könnte man alles wie immer schön und bequem den Medien in die Schuhe schieben, nicht wahr? Aber Entschuldigung, so nicht, denn weil in den letzten 30-40 Jahre (bis auf die von Natur aus dummen) und schon gar nicht in den letzten knapp 24 Jahre seit Einzug des Internets, ward keiner mehr gezwungen (oder wurde mit Gewalt dazu gezwungen) sich aus den Medien-Kloaken ala‘ dem Springer Scheißhaus u.ä. zu informieren und hernach dann das vorgekaute nachzumaulen und über die hingehaltenen und mit „elitär-hass-auf-alles-geladenen“ Stöckchen zu springern.

    Echt jetzt?
    Die allermeisten „kleinen Leute“ sind einfach den hohen persönlichen Einsatz und Preis den man für so etwas zahlen muss nicht wert.
    Und die sogenannten Mittelschichten, obwohl nicht viel „größer oder besser“ auch nicht, halten sie sich doch, sobald sie auch nur die hauch-dünnste Sprosse nach oben erklommen haben für etwas himmelhochjauchzend besseres und fangen stante pede damit an nach unten zu spuken und zu treten statt den weniger Privilegierten die Hand zu reichen, wärend sie gleichzeitig die über ihnen kreisenden Arschlöcher mit ihrer Zunge sauber-polieren.

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    • Ja, gut. Deswegen machen wir das auch nicht, mit der Exekution der 1%. Sondern suchen uns andere Wege. Nicht, damit wir nachher von Herrn und Frau Mustermann gelobt werden, sondern damit die Welt nicht vor die Hunde geht, während wir dabei zusahen. Also nur für unsere eigene Überzeugung. Wofür auch sonst?

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    • Hallo knallbonbon, lange nichts von Dir gehört.
      Ein wirklich guter Kommentar.
      Vor allen Dingen, was Lafontaine betrifft und jetzt leider auch Frau Wagenknecht, die ich sehr schätze. Dass das so kommen würde, habe ich Fritz schon vor Monaten mitgeteilt. Nur wollte er, wie so oft, davon nichts wissen. Wie schrieb er noch mal: er hätte mit der Sahra keine Probleme. Das glaub ich gerne. Dafür wurde sie von den anderen ja fast in die rechte Ecke gestellt. Vor allem von dieser Tussi der Kipping. Eine mehr als unangenehme Person.

      Ja und wenn man Petra Kelly wieder zum Leben erweckt, kann man nur das große Heulen bekommen.
      Sie war eine ganz außergewöhnliche Frau. Ich habe sie in Paris kennengelernt. Wenn sie das mitbekommen würde, was heute die Grünen anstellen, sie würde da, wo immer sie auch ist, alles vollkotzen und nicht mehr aufhören.

      Jetzt treibt es ja der Kevin von den Jusos ganz schlimm. Er will den Sozialismus. Hat der Kerl überhaupt einen Beruf gelernt?
      Vielleicht sollte er mal nach Venezuela schauen, was aus diesem Land inzwischen geworden ist. Die haben jetzt den Sozialismus.
      Grüße aus Berlin

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