Die Miete ist verdammt noch mal zu hoch. Wie sollen wir wohnen?

Ich habe euch versprochen, vor der Kommunalwahl auf einzelne Politikthemen ein­zugehen. Here we go: Vor der CSU-Ära (12 harte Jahre voller falscher Ver­sprech­ungen) kosteten Wohnungen in Augsburg rund halb so viel wie heute. Warum? In der ganzen Republik sind die Mieten in der letzten Dekade, den Tennies, stark gestiegen. Ein Grund dafür war, dass der Bundestag noch in den 90ern beschlossen hat, Sozialwohnungen abzuschaffen (es gibt noch welche, aber nur befristete).

Markus Söder, heute Landesrabenvater in Bayern, war Anfang der Nuller (a.k.a. Naughties) persönlich am Deal mit dem Immobilienclan Patrizia beteiligt, die mit (berichtetermassen) russischem Oligarchengeld über 30.000 Sozialwohnungen kauften, diese modernisierten und als Eigentumswohnungen weiter verkauften. Die bisherigen Mieter müssen dann wegen Eigenbedarf ausziehen. Mit dem Profit wurden teure Wohnungen gebaut (weil diese mehr Profit abwerfen als günstige) und vermietet. Schwupps, geht die Mietspirale nach oben.

Allerdings ist Augsburg eine der drei Städte in Deutschland mit der schlimmsten Mietpreisinflation. Wie das? Weil Eva Weber (du kennst sie von den Zahn­pasta­werbe­plakaten zur aktuellen Wahl) als Wirtschaftsreferentin unter OB Kurt Gribl zusätzlich dafür gesorgt hat, dass möglichst viele Menschen aus München nach Augsburg ziehen. Unter anderem mit 8seitigen Hochglanzbeilagen in Münchner Tageszeitungen. Ein Grund mehr, diese Partei und diese Person nicht zu wählen. Aber was sollen wir dagegen tun? Der Mietendeckel wie in Berlin ist wirklich die letzte Notbremse. Tatsächlich hat der Stadtrat weit bessere Möglichkeiten, die Mieten wieder zu senken. Eine davon ist, bei Neubaugebieten den Anteil an Sozialwohnungen vorzuschreiben, den das Gesetz zulässt. Was bisher unter Gribl und Schwarz-Rot-Grün nicht passierte. Eine andere wäre, den öffentlichen Nahverkehr (ich komm später darauf zurück) in der Metroregion (a.k.a. Speckgürtel) massiv auszubauen, damit Leute vom Umland in kurzer Zeit ohne Stau und CO2 zur Arbeit oder Ausbildung gelangen können. Ausserdem muss die Kommune (über ihre Kommunalunternehmen) sehr viele neue Wohnungen bauen und zu niedrigen Mieten anbieten. Ja, das Geld ist da, wir geben es nur bisher für andere Dinge aus.

Richtig. Wir müssen etwas tun, und wir können etwas tun. Deswegen bitte ich dich um deine Stimme am 15. März. Eine für meine Lieblingspartei Die Linke, eine für meinen coolen Kollegen Fred Hintermayr als OB, und 3 für mich auf dem Listenplatz 8 der Linken.

Eins noch: Alle, die in meine Heimatstadt Augsburg (wenn ich Erbsen zählen würde, wäre mein Geburtsort Haunstetten, heute ein Stadtteil) gekommen sind, ob aus München, Aleppo oder Lagos, sind mir willkommen. Nicht ihr seid verantwortlich für die Mietexplosion, sondern die Immobilienspekulanten. Und ihr seid eine Bereicherung für diese Gemeinde. Lasst uns gemeinsam eine bessere Stadt daraus machen.

Hier habe ich die Beitragsreihe zur Kommunalwahl begonnen und begründet, warum du Links wählen möchtest. pic annca cc0

2 Kommentare

  1. […] habe ich erklärt, warum du Die Linke wählen möchtest, und hier, was wir gegen die Mietexplosion tun können (nämlich wählen). Das Pic ist von yorgunum und […]

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  2. Der Konsum leidet seit Jahren, entweder weil man kaum Geld hat oder weil die Hersteller einem weniger in die Verpackung füllen. Mit weniger Mieten und mehr Freiheiten würden es den Menschen besser gehen. Aber am Ende würden die Menschen sich in Wohlstand laben und auf dumme Ideen kommen, wie z.B. die Politik zu beeinflussen, das darf natürlich nicht sein. Jeder soll sich weiterhin im Hamsterrad seines goldenen Käfigs drehen und schauen wie er über die Runden kommt.

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