Darwin und die geheime Superkraft des Homo Sapiens

Onkel Charles hat uns mit „On the Origin of Species“ ein riesiges, wichtiges Geschenk gemacht, nämlich die Entstehung (und Weiterentwicklung) der Arten auf logische Gründe zurück zu führen (Mutation und Selektion) statt auf ein mythisches Schöpferdings. Und prompt wird er konsequent so massiv falsch zitiert, wie er sich das selbst wahrscheinlich nicht vorstellen konnte. Landläufig wird Darwins Evolutionslehre nämlich als „Überleben des Stärkeren“ fehlinterpretiert, was sich beim kurzen Umsehen durch die völlige Abwesenheit jeglicher Tyrannosaurus Rex, Säbelzahntiger oder Riesenwölfe widerlegen lässt.

Dabei sollte doch aus den Schriften des grossen Aufklärers bekannt sein, dass eine Spezies dann überlebt, wenn sie sich am besten anpasst. Was bei Riesenexemplaren selten der Fall ist. Noch einen Schritt weiter in Richtung Erkenntnis gehen die Wissenschaftsautoren Brian Hare und Vanessa Woods in ihrem Buch „Survival Of The Friendliest“, in dem sie ausführen, welches genau die Superpower unserer Spezies ist: Die Fähigkeit, selbst mit Fremden gemeinsam problemlösend vorzugehen. Durch diese Kraft der zielorientierten Gruppenbildung konnte unsere Art nicht nur vier oder fünf konkurrierende humanoide Subspezies in die Schaukästen paläozoologischer Museen abdrängen, sondern auch noch mehrere Millionen nicht-humanoider Arten. Aber ja, das Überleben der Spezies war durch diese Superkraft lange Zeit gesichert. Ob das weiter so bleibt, wenn die hyper-erfolgreiche Zusammenarbeit der Homo Sapiens die Erde zusehends unbewohnbar macht, müssen wir erst noch sehen. popsci, pic elianemey cc0

3 Kommentare

  1. Servus Fritz,

    Darwin wird nicht falsch zitiert. Seine Untersuchungen bestehen aus zwei Teilen: der Evolutionstheorie (Game of Life, Selektionsvorteil durch bestimmte Merkmale, als Beispiel Sichelzellenanämie und Favismus in Malariagebieten) und der Theorie des Überlebens des Stärkeren. Erstere ist bestätigt, zweitere widerlegt, siehe z.B. die Literatur von Joachim Bauer (einfach selbst recherchieren).

    Darwin hat tatsächlich die Konkurrenz untereinander als das Prinzip des Erfolges einer „Rasse“ eingestuft. Tatsächlich ist es jedoch die Kooperation. Bei den Nazis ist aus dieser Fehlerkenntnis der Sozialdarwinismus gemacht worden, der im Holocaust seinen traurigen Höhepunkt hatte.

    „Rasse“ stelle ich hier absichtlich in Gänsefüßchen, da ich unter „Menschliche Rasse“ sowas wie „Homo Sapiens“, „Homo Erektus“, „Homo Neandertalis“ usw. verstehe, von denen heute nur noch der Sapiens übrig ist. Meiner Auffassung nach gibt es demnach gar keine unterschiedlichen Rassen mehr. Rassismus basiert auf einer Fehlinformation.

    Gruß

    Thomas

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    • Ach, Nachtrag:

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    • Ach, Nachtrag: die Zerstörung unseres Planeten wird nicht von der hypererfolgreichen Zusammenarbeit Aller, sondern von einigen wenigen Faschisten vorangetrieben. Details spare ich mir hier, einfach Augen auf und recherchieren. Also die Kant’sche Aufklärung leben: sapere aude!

      Gruß

      Thomas

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