Warum wir den Zakat einführen sollten

Der Zakat ist eine der 5 Säulen des Islam und bedeutet eine Vermögensabgabe von jährlich 2,5 % auf Besitz, der nicht persönlichen Zwecken dient. Also eine Vermögenssteuer, die ausschliesslich dafür verwendet wird, die Armen zu versorgen. Warum sollten wir das übernehmen, wo doch der Islam… ok, stop, bevor jetzt wieder Vorurteile kommen, muss ich einige Dinge klarstellen.

Erstens: Ich mag keine Religionen. Wer unbedingt eine haben will, meinetwegen, aber ich glaube, wir wären ohne besser dran.

Zweitens: Unter den vorhandenen Religionen ist der eigentliche Islam erstaunlich fortschrittlich und rational. Nicht allerdings seine Version für Mittelalter-Rollenspielfans in Form der wahabitischen Sekte, die einen simplifizierten, „evangelikalen“ Islam incl. Feuer und Schwert predigt und in Saudi-Arabien und einigen Emiraten massiven Einfluss hat.

Drittens: Ausserhalb dieses Einflusses ist der orthodoxe Islam überwiegend vom Sufismus geprägt, der streng zwischen Religion und Welt unterscheidet, Hände abhacken und Frauen wegsperren also ablehnt.

Viertens: Man kann soweit gehen, den Islam als Tante (nicht direkt Mutter) der europäischen Ära der Aufklärung und Vernunft anzusehen, da die antiken und aussereuropäischen Schriften aus Philosophie und Wissenschaft dort gehütet, und nicht wie im mitteleuropäischen Christentum verbrannt worden waren.

Fünftens: Unser Bild vom Islam wird heute nicht nur vom rückwärtsgerichteten Handeln unserer Verbündeten auf der arabischen Halbinsel, sondern auch vom Nahostkonflikt überschattet – dieser entstand, weil das britische Empire während des ersten Weltkriegs Palästina sowohl den Juden (um die jüdische Immigration nach Britannien zu stoppen) als auch der arabischen Liga (damit diese in einem Aufstand das Land vom osmanischen Reich befreite) versprach. Dieser Konflikt dauert bis heute an und wird womöglich bis in alle Ewigkeit weitergehen, wenn die Kriegstreiberei und Hetze der christlichen Antisemiten nicht gestoppt wird.

Aber zurück zum Zakat: Eine Vermögensabgabe von einem Vierzigstel (2,5 %) pro Jahr auf alles, was nicht zum Leben gebraucht wird, würde das Wachsen von sehr grossen Vermögen stoppen oder verlangsamen, und die sozialen Aufgaben mit den nötigen finanziellen Mitteln ausstatten. Und wie teuer käme uns das, persönlich? Die Hilfsorganisation Islamic Relief mit Sitz in Köln hat dazu einen Zakat-Rechner online gestellt, der einen Freibetrag von 4000 Euro nennt. Damit wären bereits 40 Prozent der Bundesbevölkerung von der Abgabe befreit. Bei einem Vermögen von einer Million (in Geld, Wertpapieren, Immobilien) schlägt der Rechner eine Abgabe von 25.000 € vor. Bei einem Vermögen von 150 Milliarden (das besitzt die Familie Aldi, Nord und Süd zusammen) wären es bereits jährlich 3,75 Milliarden. Wir können aber davon ausgehen, dass letztere einen Vermögenszuwachs über 2,5 % pro Jahr verzeichnet, so dass hier keine echten Verluste entstünden. Zum Vergleich: Die gesamten Sozialausgaben aller öffentlichen Stellen in Deutschland beliefen sich im vergangenen Jahr auf 1040 Milliarden €. Wenn wir dazu übergehen, den Zakat (egal, wie wir die Abgabe dann nennen) von allen Milliardären und Multimillionären unseres Landes einzuziehen, sind die Gesamt-Sozialabgaben zwar immer noch nicht gedeckt, aber der Profit, den diese Gruppe aus der Arbeit vieler anderer zieht, zumindest teilweise wieder an die Gemeinschaft zurückgegeben. Und ich finde, darüber sollten wir nachdenken. Ausser wir sind damit einverstanden, dass sich unsere Gesellschaft zunehmend in sehr wenige sehr Reiche und eine Mehrheit von wirtschaftlichen Verlierern teilt.

pic via ahlul-sunnah

4 Kommentare

  1. https://myemail.constantcontact.com/Muslims-Paying-ZAKAT-are-Funding-Terrorism.html?soid=1110617466547&aid=_LWusiQit_c

    haria states the eight (8) categories are: (1) the poor; (2) those short of money; (3) zakat workers; (4) those whose hearts are to be reconciled; (5) those purchasing their freedom; (6) those in debt; (7) those fighting for allah; (8) travellers needing money.

    Specifically, category 7 is defined in sharia as:
    “ Those Fighting for Allah. The seventh category is those fighting for Allah, meaning people engaged in Islamic military operations for whom no salary has been allotted in the army roster, but who are volunteers for jihad without remuneration. They are given enough to suffice them for the operation, even if affluent; of weapons, mounts, clothing, and expenses for the duration of the journey, round trip, and the time they spend there, even if prolonged.“
    [Um dat al Salik, Book H Zakat, H8.17]

    This means that all sharia compliant Islamic organizations in America which accept Zakat payments, must send 1/8 of all the money they collect to support jihad.

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  2. Schöner Artikel. du bringst es auf den Punkt.
    Ich würde mich freuen, wenn Muslime das Thema für sich entdeckten und damit ein gutes Bild von dieser tragenden (!) Säule geben würden. Es ist kaum bekannt unter der Bevölkerung, dass es sowas gibt.

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