Träumen Tintenfische von elektrischen Aalen?

Fest steht bisher, dass Tintenfische, Cephalopoden, Kraken oder Oktopi nicht nur kausal denken können, sondern auch ab und zu schlafen und träumen. Neurolog:innen um Sidarta Ribeiro an der staatlichen Universität Rio Grande do Norte, Brasilien, haben das durch Beobachtung herausgefunden. Während der etwa 40 Sekunden langen Traumphasen kann es zu Farbwechseln kommen. Auf äussere Reize wie Klopfen oder Abspielen von Videos mit leckerem Futter reagieren die Vielarmigen dann nicht, anders als um Wachzustand. In Freiheit verbringen sie viel Zeit in ihren Wohnhöhlen, wo sie dann bestimmt ausreichend Zeit zum Träumen haben. Andere Wissenschaftler:innen wie Carrie Albertin von Marine Biological Laboratory in Woods Hole, Mass., begrüssen die brasilianischen Studie als grundlegend und verweisen darauf, dass die Familie der Kopffüssler ein ganz eigener Zweig der Evolution hin zu einem grossen, komplexen Gehirn sei, dessen Studium wichtige Aufschlüsse auch für unsere eigene Spezies bringen kann. via slashdot, npr

Im Dark Web kostet die Corona-Impfung 500 USD

Nachfrage und Angebot, oder? Im Darknet kann man derzeit eine Impfdosis gegen Covid-19 (Im Angebot: Biontech, Moderna, Johnson & Johnson, AstraZeneca, Sputnik, Sinopharm) für 500 Great American Dollars in Bitcoins kaufen. Wobei man nicht weiss, ob dann da auch Impfstoff drin ist. Securityexperten, die den illegalen Handel beobachten, sehen allerdings doppelt soviele Impfzertifikate als Impfstoffe. Klar, wenn man Angst vor Nachteilen hat, dann aber zu feige ist, um zum impfen zu gehen (nur sehr wenige Menschen könnnen aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden), kauft man sich eben ein gefälschtes Dokument. Negative Testergebnisse gibt es dort schon ab 25 Coronadollars. Auf Nachfrage erklärten die Anbieter ausserdem, sie würden das alles am liebsten in grossen Mengen verkaufen, an Leute, die es dann lokal unter die Menschen bringen. Wir werden ja sehen, ob sich Verbrechen wirklich auszahlt. via boingboing, wired pic hakan german cc0

District 9 Sequel ist in Arbeit

Wie der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp via Twitter mitteilte, ist das Team des Alien-Apartheid-Erfolgs von 2009 wieder an der Arbeit, um tatsächlich das Drehbuch für District 10 zu schreiben. Fans des Überraschungserfolgs fordern das seit 12 Jahren. Und tatsächlich enthält die Rassismusallegorie mit Garnelen-Aliens als Unterdrückte einen Anknüpfungspunkt: Zum Ende des Films gelingt es einem Alien, zurück zum Heimatplaneten zu fliehen, wobei er aber seinem irdischen Freund verspricht, zurückzukehren. Wir sind gespannt. space.com

Pupil Slicer: Wounds Upon My Skin

Was kommt raus, wenn man Grind und Math multipliziert? Grath? Das Metal-Trio Pupil Slicer aus London, aktuelles Album Mirrors, macht nicht exakt den Sound, den ich jeden Tag hören möchte (doch etwas hektisch), ist aber so verdammt überzeugend, dass ich einfach nur beeindruckt bin. Und: Endlich mal wieder eine Frontfrau (Gitarre, Vocals) im Metal, die persönliche Songs schreibt, eigene Traumata durch den Ver­stär­ker presst und Ängste so kleinhackt, dass sie im agressiven Stakkato untergehen. via revolvermag

Jüdische Weltraum-Laser, Qanon und der Feuerknopf für zuhause

Die US-Firma Concord Aerospace stellt Flugsimulatoren und allgemein Spielsachen mit Flug- und Weltraumbezug her, unter anderem Kopien der Schalter an Bord der Apollo-Raumkapsel (die, von der manche Verschwörungsgläubige annehmen, sie sei eine Fälschung). Weil so ein Schalter, zuhause in die Wand oder ein Möbelstück montiert, eine Menge Spass macht, liefert Concord jetzt eine ganze Menge Be­schrift­ungsvarianten zu je 39,99 USD. Unten: „Jüdische Weltraum-Laser, Qanon und der Feuerknopf für zuhause“ weiterlesen

Wie man einen Bienenstock umsiedelt

In anderen Ländern wäre Erika Thompson eine Bienenfee, die den Honigsammlern mit ihrer Güte beisteht. In den USA firmiert das allerdings als Unternehmen, Texas Beeworks. In der gegen um Austin bietet Frau Thompson sogar das kostenlose Entfernen und Umsiedeln von Bienenvölkern an (private Spenden machen diesen kostenlosen Service möglich), die es sich in einem Werkzeugschuppen, Camping­mobil oder Dachboden gemütlich gemacht haben. Gleichzeitig setzt sie sich in ihrem Bundesstaat politisch für ein Verbot von bienengefährdenden Pestiziden (wie Neonicotinoide) ein. Naja. Vielleicht ist Erika ja doch eine Bienenfee. via kottke

Schlechte Musik hilft gegen Viren nicht

Auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen: Strassensperre. Daneben zwei Polizei­personen. Ich so: „Was ist denn da heute los?“ Die Beamtin: „Grundrechtedemo“. Ich: „Ach, die Pandemieleugner?“ Starrer Blick seitens der Polizistin, dann zögerliches Nicken. Wahrscheinlich hat sie kurz überlegt, ob ich denn der Antifa zuzurechnen sei und sie deswegen Hubschrauber und Wasserwerfer herbei rufen soll. Blieb aber alles ruhig. Auf dem Platz dann tatsächlich viel zu laute, schlechte Musik und etwa 50 potentielle Propagandaopfer. Leute, was soll denn der Unsinn? Wollt ihr denn wirklich die Pest mit Singen und Tanzen vertreiben? Euch gegenseitig versichern, dass das alles doch eine Diktatur wäre, während die (hier ausnahmsweise zu bedauernden) Polizeibeamt:innen gelangweilt daneben stehen? Wie lächerlich wollt ihr euch schon wieder machen? Der Fachbegriff hier lautet ja inzwischen: „Ihr seid doch alle Spinner“. Egal. Euer Problem. Seid meinetwegen so kindisch und lasst euch nicht impfen. Ihr schnappt dann zwar alle den Virus auf und gebt ihn an andere weiter, aber es sterben ja nicht alle daran. Wahrscheinlich wieder nur die Falschen. Das schöne Clownfoto ist von camilo hernandez und cc0.

Wie man in Mexiko die Maskenpflicht durchsetzt

Wie man in diesem Dokumentarvideo der britischen Tageszeitung The Guardian sehen kann, ziehen Luchadores (Freistil-Wrestler) durch Strassen und Marktplätze, greifen sich die gedankenlosen Maskenlosen, versorgen sie mit der Infektionsbremse und etwas gesprühtem Desinfizierer und ziehen weiter. Wäre das nichts für unser freudloses, in einem Meer von coronabedingtem Selbstmitleid schwimmenden Deutschland? Hm? Viva la Mexico!

Finnwale als Meeresforscher

Wale können uns helfen, den Meeresboden und sogar die Gesteinsschichten darunter zu erkunden. Wie die Forscher Václav M. Kuna und John L. Nábělek vom Institut für Geophysik in Prag in ihrem Paper „Seismic crustal imaging using fin whale songs“ ausführen, sind die Lieder der Finnwale besonders dazu geeignet. Zeichnet man die Töne der grossen Meeressäuger auf, dann fängt man dazu die Reflektionen ein und kann durch Computerauswertung Informationen über die Beschaffenheit des Ozean­bodens gewinnen. Bisher wurden dazu Unterwasser-Luftdruckkanonen eingesetzt, die aber durch ihre extreme Lautstärke Meerestiere verletzen und desorientieren. Mit Hilfe der Walgesangsaufzeichnungen sollte es möglich sein, Karten des Meeresbodens mit Gesteinsdichte und -zusammensetzung zu erstellen. sciencemag, pic NOAA pd

Als Bierbrauen noch Hexenwerk war

Was wir heute als klischeehafte Äusserlichkeiten von Hexen kennen, nämlich der Besen, die Katze, der Braukessel und der spitze schwarze Hut, hat solide historische Grundlagen. Vor Beginn der allerersten zaghaften Industrialisierung, dem Beginn der Neuzeit, der Inquisition und Reformation war Bierherstellung wie andere Arten der Lebensmittelverarbeitung in Europa Frauensache und Teil der Haushaltsführung. Da man zur Mitte des zweiten Jahrtausends in Nähe von Siedlungen ungekochtes Wasser nur unter Lebensgefahr trinken konnte, verbrauchten die Menschen grosse Mengen von Wein, und noch lieber das billiger herzustellende und nahrhafte Bier. „Als Bierbrauen noch Hexenwerk war“ weiterlesen

Impfen im Euroshop?

In den USA sollen nach einer Erklärung des Präsidenten Joe Biden alle erwachsenen Bewohner bis spätestens Mai diesen Jahres einen Impftermin gegen Covid-19 be­kom­men. Möglich ist das, weil dort nicht nur in Krankenhäusern, Arztpraxen und Drive-Ins geimpft wird, sondern auch in Apotheken, auch in Einzelhandelsketten wie Walmart, CVS oder Walgreens. Und demnächst auch im Dollar General (lose übersetzbar in Euroshop), weil letzterer eben auch in ländlichen Regionen sehr verbreitet ist. Während­dessen wird in Deutschland diskutiert, ab wann überhaupt Hausärzte impfen dürfen, zusätzlich zu den wenigen, überlasteten Impfzentren und Mobilteams. Apotheken oder andere Orte mit gesundheitlichem Bezug kommen hier in der Diskussion erst gar nicht vor. Dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn die Pandemie nicht vorbei gehen will. Zum Glück ist dieses Jahr noch Bundestagswahl, dann können wir Volksvertreter:innen wählen, die weniger an Bürokratie und Rezepten der Vergangenheit kleben. pic maschinenjunge cc by sa