Die SPD und ihr religiöser Wahlkampfskandal

Jetzt hat also auch die SPD einen Wahlkampfskandal. Hoppla! Was ist passiert? Nach den vergangenen Schmutzkampagnen, vor allem gegen die Spitzenkandidatin der Grünen, produzierte die alte Tante SPD zwei Wahlwerbevideos mit Matroshka-Puppen. Einen für die SPD (was ist alles drin, wenn man die SPD wählt) und einen für die CDU (was ist alles… usw., siehe oben). In letzterem wird darauf hingewiesen, dass die CDU eben auch aus Typen wie Merz besteht, der eine knallharte Politik gegen die arbeitende Bevölkerung vertritt, Typen wie Maaßen, der mit Nazis kuschelt, Spahn, der vier Jahre ungesunde Entscheidungen verbucht und den Laschet-Berater Nathanael Liminski, der offen homophobe Positionen vertritt, Sex vor der Ehe ablehnt und überhaupt den Katholizismus in unserem Land wieder nach vorne bringen will. Und nur über letztere Erwähnung regen sich „konservative“ Politiker, ihre Medien und die Bischofskonferenz jetzt auf und behaupten, hier würde „eine religiöse Über-zeugung zum Gegenstand politischer Angriffe“ (Quote: Günter Krings, CDU). Moment mal. Nein. Wie leben in einem säkularen Staat, in dem sich die Religion aus dem Privatleben anderer Leute rauszuhalten hat. Das hier ist nicht Saudi-Arabien, wo die extremistische wahabitische Sekte Gesetze diktiert, sondern ein Verfassungsstaat. Wenn Kandidat Laschet sich einen Berater leistet, der diesen Verfassungsgrundsatz ablehnt, dann darf das nicht nur offen kritisiert werden, sondern muss es sogar. Versteht mich nicht falsch: Ich will hier nicht die SPD in Schutz nehmen. Die Partei war mal unbeschreiblich wertvoll für das Entstehen unserer Demokratie und die Gleichstellung, aber das ist über 100 Jahre her. Heute ist diese Partei der Zauderer und Spezialdemokraten nur noch für Koalitionen zu gebrauchen. Aber dennoch hat sie recht, wenn sie die CDU und ihre demokratiefeindlichen Tendenzen offen kritisiert. Ach ja, am 26. September ist Bundestagswahl. Ich wähle wieder Die Linke, weil sie den besten politischen Kompromiss bietet. Ihr könnt ja noch ein paar Wochen nachdenken. tagesschau

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