Der Untergang des russischen Zarenreiches

Der Überfall auf die Ukraine steuert auf seinen worst-case zu, nämlich die völlige Zerstörung des Landes durch die Armee Putins und den Tod von Tausenden ukrainischer Bürger:innen. Ja, natürlich gab es für den Überfall geostrategische Gründe (siehe auch den letzten Beitrag zum Thema), ebenso wie wirtschaftliche, aber mit der Eröffnung des Kriegs hat Putin ein Fenster geschlossen: Bis zum Tag des Einmarschs hätte man sich auf eine geteilte Ukraine (ohne Donbass, Krim) mit gegenseitigen Garantien einigen können. Jetzt nicht mehr.

Nach dem buchstäblichen All-In geht es nur noch um Sieg und Niederlage, beides auf Kosten der Bevölkerung aller beteiligten Länder. Eine Befreiung der Ukraine durch jahrelangen Guerillakrieg (wie in Vietnam, Afghanistan) ist möglich, aber unwahr-scheinlich. Die Wirtschaftssanktionen der freien Welt können dagegen zu einem regime change, also einem Aufstand in Russland führen. Eine vollständige russische Besetzung der Ukraine hätte ein unbegrenztes Aufrechterhalten der Sanktionen, einen Zusammenbruch der russischen Wirtschaft, eine Hungerkatastrophe in allen von Putins Junta kontrollierten Gebieten und ein unausweichliches Ende des neo-zaristischen Reichs unter Putins Herrschaft zur Folge. Wir dürfen nicht vergessen, dass das heutige Russland weit weniger von der Welt kontrolliert als die damalige Sowjetunion oder davor das Zarenreich. Und beide sind aus wirtschaftlichen Gründen in sich zusammen gefallen. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Unterstützung für Putin ebenso klein geworden ist wie damals die für die Zaren und später die totalitäre sowjetrussische Regierung. Dass bis dahin Millionen von Menschen in diesem Konflikt sterben werden, steht auf einem anderen, blutroten Blatt.

Was können wir tun, um den Wandel zu beschleunigen und damit die Zahl der Opfer möglichst klein zu halten? Wir können den Boykott gegen Zar Wladimir und seine Armee von Räubern massiv unterstützen. Dazu gehört auch, unseren Bedarf an Ergdas und Erdöl auf Null zu bringen, indem wir überall Windräder aufstellen, wo auch nur ein bischen Platz ist, und buchstäblich jedes Dach mit Solarzellen bepflastern. Dann und nur dann haben wir genügend Nachtstrom übrig, um Wasserstoff herzustellen, für Flugzeuge, Schiffe, Space Shuttles. Dazu gehört aber ausserdem, dass wir gemeinsam darauf achten müssen, dass der weitere Anstieg der Lebenshaltungskosten durch Pandemie, aktueller Rohölknappheit und jetzt die Wirtschaftssanktionen gegen Russland nicht zu einer Verarmung der arbeitenden Bevölkerung in den westlichen Ländern führt. Das nämlich würde den Zusammenhalt der Gesellschaft gegen Diktatoren und ihre Propaganda auflösen, und Leuten wie Herrn Putin (a.k.a. Zar Wladimir der Letzte) neue Macht in die Hände legen. Und das wollen wir auf keinen Fall. Aber im Moment wünschen wir den Menschen in der Ukraine viel Glück und ein schnelles Ende des Überfalls.

Das Pic zeigt Zar Peter den Grossen von Russland, wahrscheinlich 1717 gepinselt von Jean-Marc Nattier und damit pd.

2 Gedanken zu “Der Untergang des russischen Zarenreiches

  1. wie im anderen thread angemerkt, sind sanktionen keine wirkliche lösung. sie treffen letztlich die falschen, nämlich die arbeitenden klasse in russland und westeuropa.

    dem freundeskreis putin und er freundeskreis CIA, denen wir diesen ganzen salat zu verdanken haben, wird der schampus so schnell nciht ausgehen.

    freiwillig auf russisches gas verzichten zu wollen nur damit russland keine devisen mehr bekommt wird auch am gebaren des zaren erst mal nichts ändern.

    jetzt zur alternative, die ich vorschlagen würde:

    äh… ich denke ich habe auch keine. :(

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