Den Haag, Mondrian und die Industrialisierung des Geistigen

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Die Stadtverwaltung von Den Haag hat sich, in Erinnerung an einhundert Jahre „De Stijl“ Design, ein Mondrian Makeover zugelegt. Das sieht wirklich hübsch aus an der weissen Rathausfassade, schwarze Balken und Primärfarbenflächen aus Kunststoff­klebefolien. Und die Halbmillionenstadt konnte sich die Appropriation eines der zentralen 20th-Century-Maler sogar leisten. Weil der gute Piet eben 1944 final den Pinsel weggelegt hat, und deswegen das Urheberrecht an seinem Werk im Jahr 2014 ausgelaufen ist. Weiterlesen

Spinal Tap verklagt Universal Music auf 400 Millionen US-Dollar

Klingt wie eine Breaking News aus einem zweifelhaften Film. Passiert aber grade. Spinal Tap, gibts die überhaupt? War der ganze Film von 1984 nicht irgendwie Fake? Richtig, das war eine Mockumentary, also die Persiflage einer Dokumentation. Wie später auch „Dark Side of the Moon“ (2002), wo „bewiesen“ wurde, dass die Mondlandung ein Schwindel sei. Nur hatte Spinal Tap mehr frühen Heavy Rock zu bieten, und fast alle heutigen Metal-Witze stammen aus diesem grossartigen Film (oben der Trailer ). Jetzt zu den Fakten: Weiterlesen

Der Chrome Browser gehört jetzt der Unterhaltungsindustrie

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Seit dem letzten Update für Chrome und Chromium (ja, auch die „freie“ Version ist betroffen) ist das eingebaute DRM („Kopierschutz) Widevine nicht mehr abschaltbar. Das bedeutet, dass der Chrome Browser zu einem Internet-TV-Gerät geworden ist, bei welchem die Anbieter bestimmen, was du sehen darfst und was nicht. Zusätzlich stellt das fest integrierte DRM ein juristisches Problem für Security Fachleute dar: Diese können nun nicht mehr uneingeschränkt über Probleme des Browsers be­rich­ten, ohne deswegen in Gefahr zu kommen. Glücklicherweise gibt es Alternativen wie den von einem unabhängigen Team produzierten und weiterentwickelten Firefox. Disclaimer: Auch dieses Blog wird unter Verwendung von Firefox recherchiert und publiziert. slashdot, boingboing

Downloading Kills Deathstars

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Wie wahr. Ob man die Baupläne für einen faschistischen, imperialen Todesstern herunterlädt oder die Kulturdaten aus den geistigen Geldspeichern der Konzerne, es ist ein Akt der Rebellion. pic via kth

Über den Tod des Downloads

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Ja, richtig, Download ist eine Kulturverbreitungsform, die ebenso wie Vinyl, CD, VHS, DVD, Compactcassette ihrem Ende entgegen geht. Die grossen Labels (kleine Labels sind eigene Nischen) machen inzwischen weniger Geld mit Downloads als mit dem neuen heissen Scheiss: Streaming. Kids von heute kaufen keine CDs mehr, keine MP3s, sondern machen nur noch ihr Smartphone an und hören was. Warum soll das seltsam sein? Mal so aus meiner Sicht: Weiterlesen

Das Ende der freien Presse (wie wir sie kennen)

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Wir hören unablässig, dass die freie Presse durch das Internet zerstört würde. Wes­wegen man Abscheulichkeiten wie das Leistungsschutzrecht einführen müsse, das auch den blossen Händlern von geistiger Leistung, also Verlagen und Medien­konzernen, ein neues, frisch ausgedachtes Recht am Weiterverbreiten von Über­schriften und Zusammenfassungen geben müsse. Was ja nichts mit dem Recht des Urhebers am eigenen Werk zu tun hat, schon weil Über­schriften im einfach ver­ständ­lichen Gegensatz zu Romanen, Filmen oder Opern keine urheberrechtlich schütz­baren Werke sind, sondern nur Teile von simplen Sätzen. Bizarr, ja, aber doch ein klarer und direkter Ausdruck der Verwirrung, die von der aktuellen technischen Veränderung unserer Lebensgrundlagen ausgelöst wird. Weiterlesen

Wir werden bestohlen, während wir zusehen: Neue Internetgesetze

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Während sich die Leute hier noch den Kopf darüber zerbrechen, ob irgendwelche Syrer oder Eritreer irgendeinen Einfluss auf dieses Land hätten oder ob man Sachsen unter psychiatrische Aufsicht stellen muss, werden in Brüssel neue Gesetze erfunden, damit sehr grosse Unternehmen mehr Geld von uns allen bekommen, ohne dafür auch mehr leisten zu müssen. Ich erklär das mal genauer. Zunächst ist es wichtig, zu erwähnen, dass nicht irgendeine gesichtlose EU-Bürokratie schlimme Dinge erfindet, sondern dass ein abgehalfterter deutscher Politiker dahinter steckt. Der seinen Landesministerpräsidentenjob damals aufgeben musste, weil er mehr­fach einen NSDAP-Richter aus seiner Heimatgegend gelobt und in Schutz genommen hatte. Der dann nach Brüssel in die EU-Kommission abgeschoben wurde, weil er ja nur im Inland peinlich geworden war, ansonsten aber erstklassige Kevlarqualitäten aufweist: Seit er zuerst EU-Kommissar für Energie, dann für Digitale Wirtschaft wurde (jeweils auf Betreiben unserer Bundesregierung), setzt er sich massiv für die Interessen der grossen Unternehmen ein und zeigt dabei kein Peinlichkeitsempfinden. Ein Mann ohne Gewissen: Günther Oettinger. Weiterlesen